DFB-Pokal Wetten 2026: Was die Quoten verschweigen und welcher Anbieter zu dir passt
Stand: 30. Oktober 2026. Die Erlaubnisangaben auf dieser Seite wurden gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder geprüft, in der Fassung vom 2. Oktober 2026.

Pokalwochenende in Deutschland sieht für einen Wettenden so aus: zwölf Spiele, ein Abend, und irgendwo in den Niederungen der ersten Runde schlägt ein Regionalligist den Bundesligisten. Genau diese Spiele machen den Reiz des Wettbewerbs aus – und genau dieselben Spiele ruinieren jede Prognose, die sich zu sicher fühlt. Wer auf den DFB-Pokal wettet, wettet auf ein Format, das keine Tabelle kennt. Nur ein Spiel, kein Rückspiel, kein Ausgleich über 34 Spieltage. Der Wettbewerb hat 64 Teilnehmer und ein Ausscheidungssystem; ein Konzept, das für den Favoriten funktioniert, funktioniert für den Außenseiter genauso gut, und die Quote tut so, als wüsste sie das nicht.
Das ist keine Warnung, sondern die nützlichste Tatsache des Formats. Ich habe mir angesehen, welche Wege offen sind, wenn man auf den Pokal setzen will, was jeder Weg kostet und welcher zu wem passt. Manches davon ist angenehm, einiges ist ärgerlich, und bei einer Gruppe von Anbietern frage ich mich, warum sie es sich selbst so schwer machen.
Live im Pokal: Der Spielverlauf entscheidet, nicht der Wettschein
Livewetten sind nicht gleich Livewetten. Ein Anbieter, der dir ein Dutzend Live-Märkte zeigt, verkauft dir in der überwiegenden Zahl der Fälle keine Pokal-Livemärkte, sondern dieselben Standardoptionen in einer neuen Verpackung. Der Grund ist nicht Bequemlichkeit, sondern Vorschrift: Bei einem laufenden Ereignis dürfen in Deutschland nur Wetten auf das Endergebnis und auf Seltenheiten abgeschlossen werden. Nächstes Tor im Fußball gehört dazu, nächster Satz im Tennis auch – der nächste Punkt im Tennis oder der nächste Korb im Basketball nicht. Man sieht die Regel am ehesten so: Der Markt muss so selten eintreten, dass ein manipulierender Zugriff auf ihn nicht lohnt, oder er muss das Gesamtergebnis betreffen, das ohnehin jeder Beteiligte beeinflussen will.

Für ein Pokalspiel heißt das: Wer auf die erste Chance, die nächste Ecke oder den nächsten Einwurf setzen möchte, sucht vergeblich. Das ist konsequent und ein wenig frustrierend, weil gerade in einem K.-o.-Spiel die Spannung in den kleinen Momenten sitzt. Das Endergebnis bleibt live bespielbar, das nächste Tor ebenfalls, und damit decken diese beiden Märkte das ab, was den Flow eines Pokalabends trägt. Mehr ist es nicht. Ein Anbieter, der das anders darstellt, stellt es nicht anders dar, weil die Behörde es erlaubt, sondern weil er es nicht so genau nimmt mit der Formulierung.
Was den Markt lebendig macht, ist der Verlauf selbst. Ein früher Gegentreffer des Favoriten gegen einen Viertligisten verschiebt die Quoten auf das Weiterkommen stärker als zwei Stunden statistische Vorarbeit. Wer live arbeitet, arbeitet mit diesen Verschiebungen und nicht mit der eigenen Vorab-Analyse. Die Analyse bleibt die Grundlage, sie liefert nur nicht mehr das Ergebnis.
Cash Out im Pokal: eine Funktion des Hauses, keine Regel
Cash Out ist im Pokalwettbewerb ein interessantes Werkzeug und ein völlig ungeregeltes. Es existiert in Deutschland keine Vorschrift, keine behördliche Vorgabe und keine Whitelist-Regel zu Cash Out. Was ein Anbieter unter dem Begriff anbietet, ist seine eigene Funktion mit seinen eigenen Bedingungen – und das ist der Punkt, an dem man genauer hinsehen sollte, als die Schaltfläche im Wettschein vermuten lässt.

Denn Cash Out ist kein Ausstieg aus dem Risiko. Es ist ein neues Geschäft zu einem vom Anbieter gesetzten Preis. Die Differenz zwischen dem, was die Quote des Scheins gerade wert wäre, und dem, was der Anbieter dir bietet, ist sein Verdienst an der Transaktion. Und in einem Pokalspiel, in dem ein Tor alles kippen lässt, ist die Bewertung eines noch offenen Scheins am hektischsten – genau in dem Moment, in dem man aussteigen will. Wer in der 88. Minute bei einem knappen Vorsprung aussteigt, zahlt diesen Aufschlag für die Sicherheit. Manche finden das beruhigend, ich finde es teuer. Aber es ist eine Wahl, und eine Funktion, über die man vor dem ersten Einsatz Bescheid wissen sollte, nicht danach. Steht in den Bedingungen des jeweiligen Anbieters, wie er den Cash-Out-Wert berechnet und ob die Option während des Spiels überhaupt durchgehend offen ist.
Eine Nebensache, die keine ist: Gewinne werden erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses ausgeschüttet. Ein Cash Out ist also nicht nur die Umwandlung von Risiko, sondern auch die Umwandlung des Zeitpunkts, an dem der Betrag verfügbar wird.In vielen Ratgebern liest man, der Pokal sei die einfachste Wette, weil die Favoriten häufiger gewinnen. Der Statistik nach stimmt das ein bisschen. Dem Risiko nach überhaupt nicht, denn genau diese Struktur ist es, die einen hohen Einsatz bei niedriger Quote so gefährlich macht. Ein Bundesligist gegen einen Verbandspokalsieger kann mit 1,10 ins Rennen gehen, und 1,10 verzeiht keinen einzigen Fehler.
Live funktioniert nur bei einem Anbieter, der das Spiel wirklich führt
Zwei Anbieter aus der Vergleichsgruppe unten haben hier einen echten Unterschied zu bieten. bwin führt seine Livemärkte eng am Spielgeschehen und hält das Angebot über die gesamte Spielzeit offen, was nicht selbstverständlich ist. Winamax geht den anderen Weg und überträgt Spiele aus La Liga, Serie A, Ligue 1, Primeira Liga, Eredivisie und MLS, dazu die vier Grand-Slam-Turniere, alle ATP- und WTA-Turniere sowie NBA und NFL als Live-Stream im eigenen Kundenkonto. Für den Pokal fehlt dort der deutsche Wettbewerb im Stream, das muss man klar sagen. Der Wert liegt darin, dass man sehen kann, was man bepreist – und ein Pokalspiel, das man nicht sieht, lässt sich live schlechter einschätzen als eines, das man sieht.
Tipico hat Live-Wetten während des Fußballspiels ausdrücklich in der Beschreibung seiner App stehen, zusammen mit dem Cashout als Kontrolle über den Wettschein. Das ist ehrlich formuliert und auch ehrlich gemeint: Die Kontrolle, die ein Cashout gibt, ist eine Kontrolle darüber, wann man aufhört, nicht darüber, was man gewinnt.
Wo die Grenze des Live-Pokals liegt
Die Einschränkung auf Ergebnis und Seltenheit trifft Pokalspiele härter als Ligaspiele, weil dort die Absicherung über einen zweiten Markt fehlt. Man kann nicht auf das Weiterkommen setzen und gleichzeitig live auf das Tor, ohne in zwei Wetten gebunden zu sein, und die Kombination aus beidem ist wieder eine andere Wette. Wer im Live-Pokal unterwegs ist, hat also drei realistische Wege: das Ergebnis als Livewette, das nächste Tor als Livewette, oder die Vorabwette auf den Ausgang mit Cash Out als Notausstieg. Jeder dieser Wege kostet unterschiedlich, und keiner ist für jeden richtig.
- Ergebnis live: maximale Reaktion, minimale Marktbreite, Marge zahlt man zweimal
- Nächstes Tor: kleine Absicherung mit schnell ablaufendem Zeitfenster
- Vorab mit Cash Out: ruhigerer Einstieg, teurer Ausstieg, Plan vorher möglich
Der wichtigste Satz zum Live-Pokal steht allerdings in einem anderen Kapitel, nämlich im Abschnitt zur Rechtslage: Nur Anbieter mit gültiger GGL-Erlaubnis stehen auf der Whitelist und dürfen überhaupt Sportwetten im Internet vermitteln. Ein Live-Markt auf einem nicht zugelassenen Portal ist kein besseres Angebot, er ist kein Angebot.
Platz für ein zweites Bild
Bei Prognosen zum Pokal scheitern die meisten Tipps nicht an mangelnder Recherche, sondern an der falschen Frage. Gefragt wird „Wer gewinnt das Spiel?“ und nicht „Wie wahrscheinlich ist ein Ergebnis, für das der Anbieter zu wenig Geld nimmt?“. Der Unterschied klingt akademisch, entscheidet aber, ob aus einem Gefühl am Ende ein Cent wird.
Der Pokal liefert für die Analyse mehr als die Bundesliga, und das überrascht viele. Man hat die Auslosung, also die Frage nach dem Gegner und nach dem Ort. Man hat die Formkurve beider Mannschaften in der laufenden Saison. Man hat die Statistik über Jahre. Man hat die Runde, aus der der Gegner kommt: 18 Bundesligisten, 18 Zweitligisten, die ersten vier der 3. Liga und 24 Mannschaften aus den unteren Ligen, in der Regel die Verbandspokalsieger. Diese Mischung erzeugt Paarungen mit einer Spreizung, die es in der Liga nicht gibt – und die Chancen, die daraus entstehen, sind selten sauber bepreist.
Was das nicht ist: ein System, das funktioniert. Im K.-o.-System existiert kein sicherer Tipp. Ich kann das nicht freundlicher formulieren, weil es keine freundliche Version gibt; jeder, der dir einen sicheren Tipp verkauft, verkauft dir etwas anderes, als er behauptet. Der Grund ist strukturell: 90 Minuten, ein Spiel, keine Korrektur, dazu Verlängerung und Elfmeterschießen, wenn es nicht reicht. Ein Ball, der in der 84. Minute von einem Verteidiger abprallt, entscheidet mehr als jedes Modell.
Vernünftige Prognosen im Pokal stützen sich auf Statistik, Form und Auslosung, also auf Einschätzungen. Eine Einschätzung kann sich irren, und die Quote im Pokal sagt ganz offen, dass sie das kann.
Der Weg über die Statistik
Wer den Aufwand betreiben will, sieht sich die Heimbilanz der unterklassigen Mannschaft an, dazu ihre Leistung in der Vorsaison im Pokal, und die Frage, wie viele Spiele in dieser Runde überhaupt in die Verlängerung gegangen sind. Der FC Bayern München ist mit 21 Titeln Rekordsieger des Wettbewerbs, das ist eine schöne Zahl und für ein einzelnes Erstrundenspiel gegen einen Viertligisten trotzdem nur Kontext. Was wirklich hilft, ist die Frage, ob der Favorit rotiert. Rotiert der Favorit stark, sinkt die Aussagekraft der Quote im Spiel selbst.
Wer den Aufwand nicht betreiben will, hat die einfachere Route: auf das Weiterkommen setzen statt auf das Ergebnis, weil dann Verlängerung und Elfmeterschießen das Ergebnis nicht verändern. Diese Wette ist konservativer und wird niedriger bepreist. Genau das ist der Preis für weniger Unsicherheit.
Der Weg über die Auslosung
Ein Pokalauslosung ist ein Geschenk für alle, die auf Außenseiter stehen, und ein Ärgernis für diejenigen, die auf große Namen setzen. Nach der Auslosung sind die Startzeiten bekannt, und ab da gilt es, die englischen Wochen zu lesen: spielt der Favorit drei Tage später ein Ligaspiel, wird er in der ersten Runde nicht die stärkste Aufstellung bringen.
Die jüngste Historie des Wettbewerbs zeigt, wohin das führen kann. 2025 gewann der VfB Stuttgart den Pokal mit 4:2 gegen den Drittligisten Arminia Bielefeld. 2026 holte der FC Bayern München den Titel mit 3:0 gegen denselben VfB Stuttgart. Zwei Endspiele, zwei völlig unterschiedliche Konstellationen, und im Jahr dazwischen ein Drittligist im Finale. Wer aus dieser Reihe eine Regelmäßigkeit ableiten will, sucht vergeblich; wer daraus ableitet, dass der Außenseiter jedenfalls keine Absurdität ist, hat recht.
Das ist die ehrlichste Strategie im Pokal: den Außenseiter nicht romantisieren, sondern die Fälle finden, in denen der Markt ihn romantisch bepreist oder verschmäht.
Der Weg über die Quote selbst
Der dritte Weg ist der undankbarste und der einzige, der sich rechnet. Man liest nicht die Mannschaften, sondern die Quoten. Eine Quote enthält die Einschätzung des Anbieters und seinen Anteil daran. Wer das eine vom anderen trennen kann, sieht Spielräume, wo andere nur Zahlen sehen. Wie das funktioniert, steht im Abschnitt zu Quoten und Märkten; hier reicht die Einsicht, dass ein niedriger Preis nicht automatisch ein gutes Angebot ist und ein hoher nicht automatisch ein schlechtes.
Wer sich für diesen Weg entscheidet, braucht Geduld und ein wenig Rechnerei und darf nicht auf die Verlockung hereinfallen, aus einer Einschätzung eine Gewissheit zu machen.
Platz für ein drittes Bild
Quoten im Pokal sind ein anderes Handwerk als Quoten in der Liga, und der Unterschied liegt nicht in der Zahl hinter dem Komma, sondern in der Frage, wofür diese Zahl steht. Der Markt umfasst mehr als das Ergebnis des Spiels: den Spielausgang, das Weiterkommen und den Pokalsieger. Jeder dieser drei verlangt dem Wettenden eine andere Denkweise ab.
Der Spielausgang ist die Wette mit dem kürzesten Leben – 90 Minuten, dann ist sie vorbei oder verlängert. Das Weiterkommen bezieht Verlängerung und Elfmeterschießen ein und ist damit die Wette auf die Qualität der Mannschaft statt auf die Ereignisse eines Abends. Der Pokalsieger ist die Wette auf den gesamten Weg durch den Wettbewerb, mit Auslosung, Runden und Berlin.
Für die Spielwetten gilt in Deutschland eine klare Grundlage: Festquotensportwetten auf den Ausgang eines Ereignisses, eines Abschnitts daraus und auf Begebenheiten darin, als Einzelwette und als Kombinationswette. Kombiwetten sind der klassische Weg, mit wenig Einsatz viel Rendite zu erzeugen, und sie sind der Weg, auf dem der Anbieter am meisten verdient: Mit jedem Bein multipliziert sich der Vorteil der Buchmacher. Deshalb ist die Kombiwette im Pokal verlockend und selten klug. Ein Zweibein mit einem Favoriten bei 1,20 und einem Außenseiter bei 5,00 sieht nach viel aus und ist in Wahrheit der Aufschlag auf zwei Wetten statt auf eine.
Was in einer Quote steckt
Keine Quote ist eine reine Wahrscheinlichkeit. Jede Quote enthält die Marge des Anbieters, und die Marge ist das, was er von jedem marktgerechten Einsatz behält. Man rechnet sie über die Auszahlungsquote: den Kehrwert jeder Quote im Feld addieren, den Kehrwert der Summe bilden, und der Rest bis 100 % ist die Marge.
Nehmen wir ein illustratives 1X2-Feld, kein abgeschriebenes Angebot: Quote 2,10 auf die Heimmannschaft, 3,40 auf das Unentschieden, 3,60 auf die Auswärtsmannschaft. Die Kehrwerte sind 0,4762, 0,2941 und 0,2778, zusammen 1,0481. Die Auszahlungsquote beträgt also rund 95,4 %, die Marge rund 4,6 %. Der Betrag ist eine Bandbreite und keine festgeschriebene Zahl: Er hängt davon ab, welche Odds der Anbieter für dieses Spiel stellt, und die Handelsweise schwankt mit der Liquidität des Marktes. Bei einem Favoriten mit 1,10 liegen die Margen träger und dünner; in einem breiten Markt mit einem klaren Außenseiter können sie deutlich darüber liegen. Der Satz liest sich also richtig als: rund 4 bis 5 % in einem Feld dieser Art, mehr dort, wo der Anbieter die Unsicherheit höher einschätzt.
Man muss diese Rechnung nicht bei jedem Spiel anstellen. Es genügt zu verstehen, dass ein Anbieter, der 0% Wettsteuer bewirbt, damit keine Marge von 0 bewirbt, und dass Winamax‘ eigene Fußnote zur Bewerbung auf eine Odoxa-Studie zu 2.967 Spielen aus Fußball, Tennis und Handball zwischen dem 1. April und dem 30. August 2025 verweist, nach der Winamax bei 45 % der untersuchten Quoten vorn lag. Das ist eine Aussage über einen Teil der geprüften Preisvergleiche, nicht über die Marge. Beides sind zwei verschiedene Dinge. Ein Haus kann die schärfsten Preise am Markt haben und trotzdem Geld an jedem Einsatz verdienen – das ist der Normalfall. Und wer die Köderphrase der beworbenen Steuerfreiheit hört, sollte wissen, dass die Sportwettensteuer 5,3 % des Betrags ausmacht, der sich aus Einsatz abzüglich der Steuer selbst ergibt; das entspricht ungefähr 5,03 % des eingezahlten Betrags. Schuldner der Steuer ist der Veranstalter, nicht der Wettende. Ob und wie sie weitergegeben wird, entscheidet der Anbieter und soll aus seinen eigenen Bedingungen hervorgehen.
Die niedrigen Quoten gegen unterklassige Gegner
Es ist eine bekannte Beschwerde im Pokal, dass die Quoten gegen unterklassige Mannschaften kaum etwas wert sind. Ein Bundesligist gegen einen Verbandspokalsieger kann bei 1,10 bis 1,30 stehen. Bei 1,10 braucht man zehn solcher Wetten, um aus zehn Einsätzen einen Einsatz zu machen. Bei drei verlorenen von zehn ergibt das ein Minus, und drei Überraschungen in einer Runde sind normal. Die Marge in solchen Feldern ist träge und dünn, aber sie ist nicht null, und sie frisst bei diesen Preisen prozentual dasselbe wie in jedem anderen Markt. Die niedrige Quote ist also nicht die schlechte Nachricht; die niedrige Quote zusammen mit einer Marge, die bei einer Fehlquote pro zehn Wetten nicht mehr aufzuholen ist, ist es.
Für den Spielausgang im Pokal gibt es noch eine Eigenheit, die man kennen sollte: Es gibt keine gesetzliche Obergrenze für den Einsatz pro Wette bei Sportwetten. Was es gibt, ist die Grenze der Vernunft und die Grenze des Kontos.
Der Pokal selbst: Format, Runden und was am Ende dabei herauskommt
Um die Runde, in der gespielt wird, richtig zu lesen, muss man den Aufbau kennen. Der DFB-Pokal wird im K.-o.-System mit 64 Mannschaften ausgetragen. Die erste Austragung war 1935 unter dem Namen Tschammerpokal – ein Detail, das weniger für die Sportwette zählt als für die Dauer, die dieser Wettbewerb im deutschen Fußball hinter sich hat.
Der Teilnehmerkreis ist das Herzstück des Formats: 18 Bundesligisten, 18 Zweitligisten, die ersten vier Mannschaften der 3. Liga und 24 Vertreter aus den unteren Ligen, in der Regel die Verbandspokalsieger. Diese vier Gruppen treffen in einem einzigen Feld aufeinander, und daraus entsteht die Spannung, die den Pokal von allen Ligawettbewerben unterscheidet. Ein Verein, der aus einem Verbandspokal in den Hauptwettbewerb kommt, trifft im ersten Spiel möglicherweise auf den Rekordsieger. Der FC Bayern München hat 21 Pokalsiege, mehr als jeder andere. Für eine Wette auf den Ausgang eines Erstrundenspiels ist diese Zahl Kontext, keine Empfehlung.
Seit 1985 wird das Finale im Berliner Olympiastadion ausgetragen. Der Sieger qualifiziert sich seit der Saison 1998/99 grundsätzlich für die UEFA Europa League. Wer im Pokal weit kommt, spielt also im folgenden Jahr international, und das erhöht in den späteren Runden den Druck und die Bereitschaft, die stärkste Aufstellung zu bringen. Ein Viertligist hat diesen Druck nicht, ein Bundesligist auf einem sicheren Europapokalplatz auch nicht. Die Konstellation entscheidet mehr als die Kaderliste.
Der Anbieter muss für alle diese Runden ein Sportwettprogramm vorhalten, und dabei gilt: nur Wettarten, die die GGL zugelassen hat. Ein Anbieter, der für ein Pokalspiel Dinge anbietet, die auf der Liste nicht stehen, hat sich selbst disqualifiziert. Es genügt also nicht, sich den Anbieter anzusehen; man muss auch den Markt ansehen, den er für dieses Spiel ausgibt.
Die Anbieter im Vergleich: zehn Buchmacher mit deutscher Erlaubnis
Vor der Liste ein Satz zur Methode, der auch ein Satz zur Sorgfalt ist. Alle zehn Anbieter unten halten eine deutsche Sportwetten-Erlaubnis und stehen mit ihrer Domain auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder, in der Fassung vom 2. Oktober 2026. Die Whitelist ist der einzige Test, der über die Erlaubnis entscheidet – eine deutsche Domain allein beweist nichts. Die Whitelist führt zum Stand dieser Fassung 30 Einträge: 27 Inhaber mit Sportwetten-Erlaubnis, davon 2 zusätzlich mit Pferdewetten, und 3 Inhaber ausschließlich für Pferdewetten. Eine Erlaubnis für Sportwetten ist von einer Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele, Online-Poker oder Online-Casino zu trennen; wer eine der letzteren hat, hat damit nichts für sein Sportwettenangebot gesagt.
| Anbieter | GGL-Whitelist: Veranstalter laut Liste | Sportwetten-Erlaubnis seit |
|---|---|---|
| bpremium | Ladbrokes (Deutschland) Limited, Gzira, Malta, Registernummer C92799 | 09.10.2020, Folgeerlaubnis 21.12.2022 |
| DAZN Bet | DZBT Operations Limited, Zebbug, Malta | 22.08.2023 |
| Tipico | Tipico Co. Limited | 09.10.2020, Folgeerlaubnis 09.12.2022 |
| MERKUR BETS | Merkur Bets Malta Limited, St. Julian’s, Malta | 06.11.2023 |
| Sportwetten.de | NetX Betting Limited, Birkirkara, Malta | 19.11.2020, Folgeerlaubnis 16.12.2022 |
| Bet3000 | I.B.C. Sportsbetting Limited, Sliema, Malta | 22.04.2026 |
| bet-at-home | Bet-at-home.com Internet Limited | 02.11.2020, Folgeerlaubnis 22.12.2022 |
| bwin | bwin (Deutschland) Limited, Gzira, Malta | 09.10.2020, Folgeerlaubnis 23.12.2022 |
| 888sport | 888 Germany Limited | 30.06.2021, Folgeerlaubnis 15.12.2022 |
| Tiptorro | Torro Tec Limited | 30.06.2021, Folgeerlaubnis 27.12.2022 |
Zwei Dinge fallen an dieser Tabelle sofort auf, und beide sind wichtiger als der Rest der Liste. Erstens führen alle zehn Erlaubnisse über maltesische Gesellschaften. Das ist kein Zufall und auch kein Mangel, sondern die übliche Struktur im deutschen Sportwettenmarkt: Die operative Gesellschaft sitzt in Malta, die Erlaubnis gilt für die deutsche Domain. Zweitens sagt die Spalte mit dem Datum nur, seit wann die Erlaubnis besteht, nicht bis wann. Die Whitelist führt ein Erst- und gegebenenfalls ein Folgeerlaubnisdatum und kein Enddatum; eine erste Erlaubnis läuft fünf Jahre, danach wird neu erteilt. Wer auf einem Portal etwas anderes über ein Ablaufdatum liest, liest eine Behauptung und nicht die Liste.
Die Datumsspalte hat noch einen praktischen Nutzen: Sie zeigt, wie unterschiedlich alt die Marktteilnehmer sind. Zwischen einer Erlaubnis von 2020 und einer von 2026 liegt der Unterschied zwischen einem Anbieter, der seit Jahren deutsche Zahlungswege und deutsche Kundenservice-Prozesse fährt, und einem, der neu im Markt ist und dessen Abläufe erst noch zeigen müssen, dass sie funktionieren.
bpremium: der nüchterne Anbieter
bpremium ist über die Ladbrokes (Deutschland) Limited mit Sitz in Gzira, Malta, und der Registernummer C92799 verbunden – die Gesellschaft, die die Bedingungen des Angebots trägt. Die Whitelist führt die Erlaubnis für bpremium mit Erstvergabe am 9. Oktober 2020 und einer Folgeerlaubnis vom 21. Dezember 2022.
Der Name Ladbrokes weckt Erwartungen an ein früheres Buchmacher-Zeitalter. Was bleibt, ist ein Anbieter, der sich seit 2020 im deutschen Regime bewegt, also in einem Umfeld mit Einzahlungslimit, Verifizierungspflicht und einer Beschränkung der Livemärkte. Wer bei einem Buchmacher das Gefühl einer alten Wettannahme sucht, wird es hier nicht finden; das deutsche Regime lässt es nicht zu. Was es gibt, ist eine Erlaubnishistorie ohne Lücke, und das ist in einem Markt mit ständig wechselnden Angeboten nicht nichts. Wer aus einem Bundesland mit knapper Ladenstruktur kommt, findet hier eine der Adressen, die seit der ersten Erlaubnisrunde kontinuierlich dabei ist – und das ist die Art Verlässlichkeit, die im Pokalgeschäft mehr wert ist als ein exotischer Markt.
DAZN Bet: neuer Name, kurze Geschichte
DAZN Bet gehört zur DZBT Operations Limited mit Sitz in MZB Frank Galea Street, Zebbug, Malta. Bemerkenswert ist die Erlaubnis: Die GGL führt die Sportwetten-Erlaubnis für DAZN Bet seit dem 22. August 2023. Das ist eine der jüngeren Erlaubnisse im Feld, und man sieht es an der Liste: Zwischen dem 22. August 2023 und dem 6. November 2023 liegen wenige Wochen, in denen drei der hier gelisteten Anbieter ihre Erlaubnis erhalten haben. Der Markt wurde damals also nicht neu geöffnet, er wurde nach dem ersten Anlauf neu geordnet.
Für ein Pokalspiel bedeutet die kurze Historie konkret: Man kann nicht auf eine lange Erfahrung mit deutschen Pokalrunden verweisen, aber es gibt auch kein Altlastenproblem. Wer neu ist, hat die Vorgaben von Anfang an so gebaut, wie sie sein sollen. Und wer einen Blick in die Bedingungen werfen will, hat hier weniger Seiten zu prüfen als bei einem Haus mit jahrzehntelang gewachsenen Regelwerken.
Tipico: das Cashout im eigenen App-Text
Tipico Co. Limited, Whitelist 9. Oktober 2020 mit Folgeerlaubnis vom 9. Dezember 2022. Die App von Tipico wird im App Store unter dem Entwickler Tipico B2B Ltd geführt, und in der Entwicklerbeschreibung stehen der Tipico Cashout als Kontrolle über den Wettschein und Live-Wetten auch während des Fußballspiels. Für einen Anbieter im Pokalgeschäft ist das die klarste Beschreibung dessen, was ein Cashout ist: Kontrolle, nicht Gewinn. Der Laden hat den Unterschied also selbst formuliert.
Wer die App nutzt, gewinnt etwas, das man unterschätzt: die Möglichkeit, den Wettschein während des Spiels zu sehen, ohne mit dem Rechner danebenzusitzen. Für Livewetten auf das Endergebnis ist das praktisch. Wer jedoch hofft, das Cashout ersetze eine saubere Analyse, wird die Kontrolle mit einem Abzug bezahlen, den Tipico im gleichen Text nicht nennt.
MERKUR BETS: der Name mit der langen Tradition im Rücken
Merkur Bets Malta Limited mit Sitz in St. Julian’s, Malta, Whitelist-Erlaubnis seit dem 6. November 2023. Merkur steht in Deutschland seit Jahrzehnten für Spielstätten und für ein Publikum, das weiß, wie Automaten funktionieren. Der Sportsbook-Teil trägt diesen Namen und hat eine kurze eigene Geschichte in Deutschland.
Wer bei MERKUR BETS landet, merkt die Herkunft: Die Anmutung ist nüchtern, die Navigation ist auf ein Publikum ausgelegt, das schnell zum Schein will, und das ist im Pokal durchaus eine Tugend. Ein Anbieter, der lange im stationären Geschäft war, hat gelernt, dass Kunden Zahlen sehen wollen, keine Erklärungen – und ein Pokalabend mit 90 Minuten und einem Schein in der Hand ist genau das Format. Wer dagegen einen schnellen Rückkanal braucht, wenn ein Viertligist in der 70. Minute führt, sollte die Abläufe vorher prüfen.
Sportwetten.de: die Domain als Marke
Bei Sportwetten.de ist die Domain der Marke gleich – ein Name, den man nicht ausschreiben muss, sondern einfach direkt nennt. Träger ist die NetX Betting Limited, 170 Pater House, Level 1 (Suite A168), Psaila Street, Birkirkara, Malta. Die Whitelist führt die Erlaubnis seit dem 19. November 2020 mit einer Folgeerlaubnis vom 16. Dezember 2022.
Dass eine Marke so heißt wie die Kategorie, ist ein Vorteil im Gedächtnis und ein Risiko im Vergleich: Der Name suggeriert ein Vollsortiment, und wer auf dieser Erwartung ankommt, sollte sich ansehen, was das Haus für das konkrete Spiel anbietet. Die Erlaubnishistorie ist lückenlos, die Rechtsgrundlage also sauber. Der Name trägt hier kein Qualitätsversprechen, die Erlaubnis schon.
Bet3000: die neueste Erlaubnis im Feld
Bet3000 hängt an der I.B.C. Sportsbetting Limited, Lyons Range Court, Flat Nr. 1, Triq Bisazza, SLM 1640, Sliema, Malta. Die Whitelist verzeichnet die Erlaubnis für Bet3000 mit dem Erstdatum 22. April 2026 – die jüngste unter den zehn hier gelisteten.
Wer im Frühjahr 2026 eine Erlaubnis bekommt, tritt in einen Markt ein, der bereits durchreguliert ist, und das hat Folgen für den Charakter des Angebots: Ein neuer Anbieter muss sich an bestehende Standards halten, ohne den Vorsprung eines gewachsenen Kundenstamms zu haben. Für den Wettenden kann das gut sein, weil sich neue Häuser über Preise und Service profilieren müssen, statt sich auf Gewohnheit zu verlassen. Es kann auch heißen, dass Prozesse erst eingefahren sind. Das ist bei einem Anbieter, der im Pokal erst seit einem halben Jahr wirbt, schlicht eine Frage des eigenen Testing-Verhaltens: erst einen kleinen Einsatz, dann die Erfahrung des Auszahlungswegs, dann mehr.
bet-at-home: die Erlaubnis mit den drei Jahren
bet-at-home ist unter der Bet-at-home.com Internet Limited aufgeführt, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 2. November 2020, einer Folgeerlaubnis vom 22. Dezember 2022 und zusätzlich einer Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele seit dem 28. Dezember 2022. Diese dritte Erlaubnis ist wichtig, weil sie zeigt, was die Whitelist für dieses Haus ausweist: Sportwetten und virtuelles Automatenspiel sind zwei unterschiedliche Erlaubnisse mit unterschiedlichen Regeln, und wer sich für das Sportwettenangebot interessiert, sollte auf die Sportwetten-Erlaubnis sehen. Ein Casino-Limit ist kein Wettlimit.
Die Erlaubnishistorie reicht hier über mehrere Neuertellungsrunden, das Haus hat also Übung darin, unter deutschem Regime zu operieren. Für ein Pokalspiel ist das weniger spektakulär als für einen Live-Markt, aber es ist die Kategorie, in der man am wenigsten Überraschungen will.
bwin: eine der konstanten Adressen
bwin (Deutschland) Limited mit Sitz in Gzira, Malta, Whitelist-Erlaubnis seit dem 9. Oktober 2020, Folgeerlaubnis vom 23. Dezember 2022. Bemerkenswert ist, dass diese Erlaubnis zeitlich mit denen einer ganzen Gruppe von Anbietern zusammenfällt: Acht der zehn hier gelisteten Erlaubnissen gehen auf den Herbst und Winter 2020 zurück. Das war die Eröffnungsrunde des deutschen Regimes, und bwin war von Anfang an dabei.
Für die Pokalwetten heißt das: bwin hat die Struktur der Live-Beschränkung von der ersten Stunde an mitgebaut. Das Angebot ist daher nicht der Ort, an dem man eine Lücke in der Umsetzung der Vorschriften findet. Wer einen Anbieter sucht, dessen Verhalten in Deutschland über mehrere Erlaubnisrunden beobachtet werden konnte, findet hier die längste Beobachtungsreihe zusammen mit Tipico, bpremium und Sportwetten.de.
888sport: die Holding im Hintergrund
888sport wird in der Whitelist über die 888 Germany Limited geführt; die Erlaubnis besteht seit dem 30. Juni 2021 mit einer Folgeerlaubnis vom 15. Dezember 2022. Hinter der Marke steht die 888 Holdings PLC mit Sitz in Gibraltar, die Holdinggesellschaft der 888-Gruppe, deren Aktie seit September 2005 an der London Stock Exchange notiert ist.
Diese Struktur ist kein Wettkriterium, sie ist ein Hinweis auf Größe. Ein börsennotiertes Unternehmen hat eine andere Berichtspflicht und ein anderes Interesse an einem sauberen deutschen Standbein als eine kleine Gesellschaft. Wer bei einem Anbieter nach der Sicherheit seiner Einlagen fragt, landet in Deutschland allerdings ohnehin bei der gesetzlichen Regelung, die Spieler-Gelder auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto vorschreibt. Für den Pokal bleibt dann die praktische Frage: Wie viele Runden und wie nah am Spiel wird das Angebot begleitet, und das prüft man am besten an zwei Spieltagen nacheinander, nicht an einer Marketingseite.
Tiptorro: das Haus mit der App-Struktur
Tiptorro gehört zur Torro Tec Limited (Malta), Whitelist-Erlaubnis seit dem 30. Juni 2021, Folgeerlaubnis vom 27. Dezember 2022. Die App wird im App Store von der Torro Tec Limited angeboten, die sich dort selbst als behördlich zugelassener Sportwettveranstalter unter Aufsicht der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder beschreibt. Das ist eine Aussage in einer App-Store-Beschreibung und keine behördliche Bestätigung; die Bestätigung findet man in der Whitelist selbst, und dort steht Tiptorro mit gültiger Erlaubnis.
Der Anbieter positioniert sich also über die App und weniger über das Web. Für den Pokalabend ist das kein Nachteil, denn ein Schein, der auf dem Telefon liegt, liegt näher als ein Browser-Fenster auf dem Laptop. Wer vorhat, während des Spiels auf das Endergebnis zu setzen, sollte prüfen, ob die App Livewetten in seiner Version überhaupt anzeigt. Das ist keine Besonderheit dieses Anbieters, sondern eine Frage, die man sich bei jedem Haus vor dem Spiel stellen sollte.
Was die Liste nicht zeigt
Zwei Anbieter tauchen in keiner Zeile der Tabelle auf und gehören trotzdem in dieses Kapitel, weil ihre Merkmale die Wege beschreiben, die der deutsche Pokalwettende tatsächlich geht. Winamax trägt im Footer seiner Website „0% Wettsteuer und die besten Quoten“ vor sich her und stützt sich dabei auf eine Odoxa-Studie zu 2.967 Spielen aus Fußball, Tennis und Handball zwischen dem 1. April und dem 30. August 2025, nach der Winamax bei 45 % der untersuchten Quoten auf Platz eins lag. Das ist eine beachtliche Zahl für einen Preisvergleich und eine ausgesprochen schwache Grundlage für ein Versprechen über die Steuer. Winamax TV zeigt Live-Streams aus La Liga, Serie A, Ligue 1, Primeira Liga, Eredivisie und MLS, dazu die vier Grand-Slam-Turniere, alle ATP- und WTA-Turniere und Spiele aus NBA und NFL – ein Angebot, das im deutschen Pokal nichts abdeckt und für andere Wettbewerbe viel.
Tipwin hat im deutschen Sport eine andere Rolle: Als Premium Partner des Deutschen Basketball Bundes wurde die Partnerschaft bis zum 31. Dezember 2026 verlängert und läuft damit mindestens drei weitere Jahre. Für den Pokal sagt das nichts, aber es sagt etwas über die Strategie – ein Haus, das sich in einer Sportart festsetzt, kann in einer anderen dünn aufgestellt sein. Wer zwischen zwei Anbietern schwankt, kann das als Signal lesen.
Der rechtliche Rahmen: Der Weg zur Whitelist ist der einzige, der zählt
Wer auf den DFB-Pokal wetten will, trifft in Deutschland auf eine Ordnung, die seit dem 1. Juli 2021 gilt. Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 hat die Zuständigkeit bei der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder in Halle (Saale) gebündelt. Die GGL erteilt die bundesweite Erlaubnis, Sportwetten im Internet zu veranstalten und zu vermitteln, sie überwacht und sie ahndet Verstöße. Die Steuer ist dagegen keine Sache der Behörde, sondern des Finanzamts – eine Trennung, die in der öffentlichen Diskussion regelmäßig untergeht.
Der einzige Test, der über eine Erlaubnis entscheidet, ist die offizielle Whitelist. Sie ist zum hier genannten Stand die maßgebliche Fassung: 30 Einträge, 27 Inhaber mit Sportwetten-Erlaubnis, davon zwei zusätzlich mit Pferdewetten, und drei Inhaber ausschließlich für Pferdewetten. Jede dort gelistete Domain ist eine .de-Domain – aber eine .de-Domain allein beweist nichts. Und nur die unter der Sportwetten-Erlaubnis gelistete Domain nimmt Sportwetten an; liegen für einen Inhaber zusätzlich Erlaubnisse für virtuelle Automatenspiele, Online-Poker oder Online-Casino vor, sind das andere Erlaubnisse mit anderen Regeln.
Was überhaupt gewettet werden darf, ist eng gefasst: Festquotensportwetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts daraus sowie auf Begebenheiten im Ereignis, als Einzel- und Kombinationswette, und nur in den Wettarten, die die GGL zugelassen hat. Der Sportwettprogramm-Gedanke dahinter ist einfach: keine Wetten auf Dinge, die niemand kontrollieren kann, und keine Wetten, bei denen ein Beteiligter den Ausgang selbst herbeiführen kann. Deshalb sind Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren ausgeschlossen – nach der Praxis der Behörde zählt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateurbereich –, dazu manipulationsanfällige Wetten und Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung. Wetten auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse sind nicht erlaubt. E-Sport: Die GGL stellt fest, dass Wetten auf E-Sport nicht möglich sind, weil E-Sport nicht als Sport anerkannt ist; ein erlaubtes E-Sport-Wetten gibt es in Deutschland nicht. Virtuelle Sportarten: hierzu ist nichts festzustellen, dazu gehört auf diese Seite nichts.
Live im Detail: Während eines laufenden Ereignisses darf nur auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine ähnliche Komponente gewettet werden, und nur in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten sind. Nächstes Tor im Fußball: ja. Nächster Satz im Tennis: ja. Nächster Punkt im Tennis, nächster Korb im Basketball: nein. Für den Pokal bedeutet das die Beschränkung, die im Abschnitt zum Livewetten schon beschrieben steht. Die Auszahlung erfolgt erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses. Eine gesetzliche Obergrenze für den Einsatz pro Wette existiert bei Sportwetten nicht.
Platz für ein viertes Bild
Offshore-Anbieter sind in dieser Ordnung kein Ausweg, sondern das Gegenteil. Wer in Deutschland Sportwetten ohne deutsche Erlaubnis anbietet, veranstaltet unerlaubtes Glücksspiel. Eine Erlaubnis aus Curaçao, Anjouan oder Malta hat in Deutschland keine Bedeutung, und die GGL warnt Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten – im September 2026 nannte sie in diesem Zusammenhang ausdrücklich Platincasino. Wer auf einem nicht gelisteten Portal wettet, hat keinen Zugang zu OASIS oder LUGAS, keine deutschen Aufsichtswege und keine deutsche Anlaufstelle, wenn eine Auszahlung ausbleibt. Dafür sind die Limits dort häufig höher und die Livemärkte weiter. Das ist die eine Seite des Tauschs.
Die andere Seite steht im Strafrecht. Das Veranstalten unerlaubter Sportwetten ist strafbar, die Werbung dafür ebenfalls, und die Teilnahme kann ebenfalls strafbar sein. Verfolgungen einzelner Spielender sind in diesem Bereich allerdings nicht festzustellen – daraus folgt weder eine Erlaubnis noch ein Grund zur Dramatisierung. Die Durchsetzung läuft über Untersagungsverfügungen, Zahlungsblockaden und Netzsperren.
Zivilrechtlich ist Bewegung in der Sache. Der Bundesgerichtshof hat dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht; der Kläger verlangt von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. Der Generalanwalt des EuGH, Nicholas Emiliou, hält es in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 grundsätzlich für möglich, unlizenzierte Sportwettenanbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten – mit der Ausnahme, dass Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Das ist eine Rechtsansicht, kein Urteil, und für niemanden ein Versprechen auf Geld. Wer Einsätze aus der Zeit vor der deutschen Regulierung zurückfordern will, findet hier eine offene Rechtsfrage und keinen Auszahlungsautomaten. Und wer glaubt, eine gezahlte Steuer belege eine Erlaubnis, irrt: Die Sportwettensteuer trifft auch unerlaubte Veranstalter.
Für den Wettenden bleiben damit zwei Wege, sauber getrennt. Der Offshore-Weg: kein deutsches Permit, kein OASIS, kein LUGAS, keine deutschen Rechtswege, möglicherweise höhere Limits. Der Weg über die Whitelist: Rechtssicherheit und Spielerschutz, dafür das Einzahlungslimit von 1.000 € im Monat als Standard, eingeschränkte Livemärkte, vollständige Verifizierung und Zahlungen nur vom eigenen Konto. Wer sich für den zweiten entscheidet, entscheidet sich gegen Bequemlichkeit und für einen Rahmen. Wer sich für den ersten entscheidet, sollte wissen, worauf er verzichtet.
Spielerschutz: Wenn das Limit nicht der Feind ist
Die Schutzregeln des deutschen Regimes sind keine Formalität, und wer sie als Hindernis liest, liest sie falsch. Sie sind die Bedingung, unter der ein Anbieter hier überhaupt tätig sein darf, und sie greifen auch bei Wetten auf ein einzelnes Pokalspiel.
Die Teilnahme ist ab 18 Jahren möglich. Ein Konto pro Anbieter, und die vollständige Verifizierung ist Pflicht. Vor der Verifizierung darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden lang spielen lassen, mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen – ein Fenster, das dazu dient, den Ausweis zu prüfen, und nicht dazu, ersten Umsatz zu machen. Das heißt praktisch: Wer sich am Pokalabend spontan anmeldet, sollte damit rechnen, dass die Auszahlung erst nach abgeschlossener Prüfung möglich ist.
Das Einzahlungslimit beträgt standardmäßig 1.000 € pro Kalendermonat und gilt über alle Anbieter hinweg; durchgesetzt wird es über die LUGAS-Limitdatei. Ein Anbieter, dessen Erlaubnis es zulässt, darf für eine einzelne Person ein höheres Limit setzen – bis 10.000 €, und 10.000 bis 30.000 € für höchstens 1 % seiner aktiven Spieler – aber nur gegen nachweisbare wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Eine Selbstauskunft genügt dafür nicht. Eine Absenkung wirkt sofort, eine Anhebung erst nach sieben Tagen. Diese sieben Tage sind die interessanteste Zahl der ganzen Regelung: Sie machen aus dem Limit nicht nur eine Obergrenze, sondern eine Bremse, die gegen den eigenen Entschluss wirkt. Wer mitten in einem Turnierverlauf die Grenze anheben will, wartet eine Woche. Bis dahin ist der Pokal entschieden.
Paralleles Spielen bei mehreren Anbietern ist nicht zulässig; das wird über die Aktivitätsdatei geprüft. OASIS ist das bundesweite Sperrsystem und wird bei der Registrierung und beim Login abgefragt. Selbstsperre: Wer eine Frist nennt, ist mindestens drei Monate gesperrt; ohne Frist mindestens ein Jahr. Der Panikbutton löst eine sofortige 24-Stunden-Sperre aus. Wer diese Werkzeuge nie benutzt hat, sollte wissen, dass sie im Konto liegen und nicht beim Anbieter beantragt werden müssen.
Nur am Rande, aber mit Konsequenz für den Zahlungsweg: Einzahlungen sind nur von einem Zahlungskonto im eigenen Namen bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut möglich. Anonyme Zahlungsmittel sind nicht zugelassen, was der Mechanismus ist, der Kryptowährungen und anonyme Prepaid-Karten aus dem erlaubten deutschen Sportwettenangebot heraushält. Welche Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, ist seine eigene Angelegenheit und ergibt sich aus seinen Bedingungen. Spieler-Gelder liegen auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto; bei Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt.
Wer in Schwierigkeiten gerät, findet Hilfe bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und in der Suchtberatung vor Ort – und in der Sperrdatei, die kein Anbieter umgehen kann. Das ist der praktische Nutzen von OASIS: Es ist die einzige Maßnahme, die bei allen erlaubten Anbietern gleichzeitig wirkt.
Wo die Entscheidung landet
Am Ende steht die Wahl, und sie ist weniger eine Wahl zwischen Marken als zwischen Wegen. Wer überwiegend auf die frühen Runden setzt, in denen die Quoten niedrig sind und die Favoriten rotieren, braucht ein Haus mit einem tiefen Pokalprogramm und einer belastbaren Auszahlung mehr als eines mit schillernden Livemärkten. Wer auf die späteren Runden und das Finale setzt, braucht einen Live-Markt, der die 90 Minuten trägt, und ein Cashout, dessen Bedingungen er vorher gelesen hat. Wer den Wettbewerb als Ganzes interessant findet, also den Sieger, braucht die längste Ausdauer und den ruhigsten Anbieter, weil eine solche Wette über Monate offen liegt.
Und für alle gilt derselbe Satz, den man in keinem Bonus-Text findet: Es gibt im K.-o.-System keinen sicheren Tipp. Wer ihn sucht, sucht ihn bei jemandem, der davon lebt, dass er ihn verspricht.
Häufig gestellte Fragen
Wo kann auf das DFB-Pokalfinale live gewettet werden, und was ist bei Livewetten erlaubt?
Live nur bei Anbietern mit deutscher Erlaubnis. Während eines laufenden Spiels sind ausschließlich Wetten auf das Endergebnis und auf Seltenheiten erlaubt – im Fußball das nächste Tor. Nächster Punkt im Tennis oder nächster Korb im Basketball sind dagegen ausgeschlossen. Die Auszahlung erfolgt erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses.
Wo lässt sich legal auf den DFB-Pokalsieger wetten, und woran ist ein erlaubter Anbieter zu erkennen?
Am einzigen verlässlichen Test: der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder, in der Fassung vom 2. Oktober 2026. Dort stehen 30 Einträge, davon 27 mit Sportwetten-Erlaubnis. Eine .de-Domain allein genügt nicht. Die zehn Anbieter im Vergleich oben sind dort alle verzeichnet.
Wie berechnet sich die Auszahlung bei einer Pokalwette aus Einsatz und Quote, und was ändert die Sportwettensteuer?
Bei einer Einzelwette ergibt sich der Rückfluss aus Einsatz mal Quote, der Reingewinn aus Einsatz mal Quote minus eins. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Quoten der Beine. Die Sportwettensteuer ist Sache des Veranstalters, nicht des Wettenden; ob und wie er sie weitergibt, steht in seinen eigenen Bedingungen.
Wie werden Wetten gewertet, wenn ein Pokalspiel in die Verlängerung oder ins Elfmeterschießen geht?
Das hängt vom Markt ab. Eine Wette auf den Ausgang nach 90 Minuten wird nach der regulären Spielzeit entschieden, Verlängerung und Elfmeterschießen zählen nicht. Eine Wette auf das Weiterkommen bezieht beide ein. Bei einem Unentschieden als Ergebnis verliert die Ausgangswette entsprechend. Der jeweils angebotene Markt muss das regeln, und genau dort steht es geschrieben.
Weshalb sind Quoten bei Pokalspielen gegen unterklassige Mannschaften oft niedrig, und was sagt die Marge darüber aus?
Ein Bundesligist gegen einen Verbandspokalsieger steht oft bei 1,10 bis 1,30. Der Reingewinn liegt bei zehn Prozent bis dreißig Prozent des Einsatzes, während eine einzige Überraschung in zehn Spielen den gesamten Vorteil auslöscht. Die Marge solcher Felder liegt tendenziell unter der breiter Märkte, ist aber nie null.
Was bewirken OASIS und das Einzahlungslimit von 1.000 € im Monat für Wetten auf Pokalspiele?
OASIS ist die bundesweite Sperrdatei, die bei Registrierung und Login abgefragt wird; wer sich sperrt, ist mindestens drei Monate gebunden, ohne Fristangabe mindestens ein Jahr. Das Einzahlungslimit von 1.000 € pro Kalendermonat gilt über alle Anbieter und wird über die LUGAS-Limitdatei durchgesetzt.
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Inhalt erstellt vom Team «NHL-Wetten»
