Wettrechner für Sportwetten: Aus Einsatz und Quote wird Gewinn – oder eben nicht

Updated Oktober 2026
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Die Rechnung unter einer Wette ist kurz. Einsatz mal Quote ergibt die Auszahlung, Einsatz mal (Quote − 1) den Reingewinn. Alles Weitere, was ein Wettrechner tut, ist diese Zeile mehrfach ausführen: bei einer Kombiwette für jede Auswahl, bei einer Systemwette für jede Wettreihe, die darin steckt. Wer das einmal begriffen hat, braucht den Rechner nicht mehr für Einzelwetten. Er braucht ihn für Trixie, Yankee und Goliath, wo 247 Wetten aus acht Tipps werden und niemand mehr im Kopf mitrechnet.

Ein Taschenrechner liegt auf einem leeren Papier-Wettschein neben einem Kugelschreiber auf einem hellen Schreibtisch.
Eine Dezimalquote von 5,50 entspricht bei 1 € Einsatz einer Auszahlung von 5,50 € und einem Reingewinn von 4,50 €; dieselbe Quote lautet als Bruchquote 9/2 und als US-Quote +450.

Stand: 30. Oktober 2026. Die Angaben zu Erlaubnissen stammen aus der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder in der Fassung vom 2. Oktober 2026, die Bedingungen der Anbieter aus deren eigenen Geschäfts- und Nutzungsbedingungen.

Was ein Wettrechner leistet – und was nicht

Aus zwei Zahlen werden drei

Der Reingewinn einer Sportwette mit festen Quoten errechnet sich als Einsatz × (Quote − 1). Das ist die ganze Formel, und sie steht in jedem seriösen Nachschlagewerk zur Sportwette, nicht in einer Marketingbroschüre. Wer 10 € auf eine Quote von 2,10 legt, bekommt 21 € zurück, davon 11 € Gewinn. Der Rest ist Bedienung.

Ein Smartphone mit dunklem Display liegt neben einer Kaffeetasse auf einem Schreibtisch, durch das Fenster fällt Abendlicht.
Der Wettrechner von bet365 berechnet Einzel-, Kombi- und Systemwetten mit 1 bis 20 Auswahlen.

Der Rechner kennt genau zwei Eingaben und drei Ausgaben. Bei bet365 sind das Quote und Einsatz hinein, Gesamteinsatz, Rückzahlung und Gewinn beziehungsweise Verlust heraus. Der Verlust wird ausdrücklich mitgerechnet, und das ist die ehrlichste Zeile in der ganzen Anwendung: Ein Wettrechner, der nur den Gewinnfall kennt, ist ein Werbemittel. Einer, der daneben den Verlustfall aufführt, ist ein Werkzeug.

Dazwischen liegt die Frage, die der Rechner nicht beantwortet und auch nicht beantworten kann. Aus 2,10 und 10 € folgt, was eine gewonnene Wette zahlt. Es folgt nicht, wie oft sie gewinnt. Kein Quotenformat der Welt trägt eine Wahrscheinlichkeit in sich, die man ausrechnen könnte, und wer eine Quote für eine Prognose hält, hat die Richtung des Verhältnisses vertauscht: Die Quote ist das, was der Anbieter nach Abzug seiner Marge zu zahlen bereit ist, nicht das, was er über den Ausgang weiß.

Was ein Rechner nicht verhindert

Ein Wettrechner ist ein Rechenhilfsmittel und kein Spielerschutz. Er zeigt den möglichen Verlust eines einzelnen Wettscheins und schweigt über den Saldo eines Monats. Zwei Wettscheine zu je 10 € auf Quote 2,10 sind für den Rechner zwei Vorgänge; für das Konto ist es ein Vorgang, und für den Einzahlungsrahmen ebenfalls. Wer den Rechner benutzt, um sein Budget zu planen, benutzt ihn außerhalb seines Zuständigkeitsbereichs.

Wichtiger ist die zweite Grenze. Die Quote, die man in den Rechner tippt, ist der Preis eines Marktes, an dem der Anbieter bereits verdient hat. Der Rechner macht diesen Preis sichtbar, aber er nimmt ihn nicht weg. Jede Zahl, die unten herauskommt, trägt den Quotenschlüssel des Marktes schon in sich, ohne dass eine Zeile der Anwendung es erwähnt.

Der Quotenabschlag: eine Null in der Werbung, eine Zahl im Wettschein

Ein Markt, zwei Seiten

Nehmen wir einen Markt mit zwei Ausgängen, beide zu 1,90 – ein Rechenbeispiel, kein Angebot. Der Auszahlungsanteil dieses Marktes ist 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90). Addiert man die beiden Kehrwerte, erhält man 1,0526; der Kehrwert davon liegt bei 0,95, also 95 %. Die Marge beträgt damit 5 %. Von jedem Euro, der in diesem Markt liegt, zahlt der Anbieter langfristig 95 Cent zurück und behält 5 Cent für sich – vorausgesetzt, die Einsätze verteilen sich halbwegs gleichmäßig auf beide Seiten und die Quoten bleiben während der Annahmephase stehen.

Diese 5 % sind eine Bandbreite, kein Naturgesetz. Ein Zwei-Weg-Markt mit 1,90/1,90 liegt am unteren Ende dessen, was man in der Praxis sieht. Setzt der Anbieter 1,85/1,85 an, rutscht die Marge auf gut 7,5 %; bei 1,95/1,95 sind es noch etwa 2,5 %. Dasselbe Produkt, derselbe Fußballabend, drei verschiedene Preise. Der Bettor sieht sie nie nebeneinander, weil der Rechner nur seine eigene Quote verarbeitet – und die Marge steht nirgendwo im Wettschein.

Quotenabschlag, Sportwettensteuer und Bruttogewinn

Die deutsche Sportwettensteuer beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz, der die Steuer selbst nicht enthält“ – das entspricht rund 5,03 % des eingezahlten Betrags. Geschuldet wird sie vom Veranstalter der Wette, nicht vom Wettenden. Ob und wie er sie weitergibt, entscheidet jeder Anbieter für sich. Genau hier verläuft die Linie, an der sich die Anbieter am deutlichsten unterscheiden, und man muss sie an der eigenen Bedingung jedes Anbieters nachlesen.

DAZN Bet erhebt nach seiner eigenen Hilfeseite auf jede Sportwette einen Quotenabschlag von 5 %, dort auch als Wettsteuer bezeichnet. Der Abschlag wird automatisch berechnet, und im Kontoverlauf sind Einsatz und Quotenabschlag je Wette einzeln sichtbar – man kann also nachprüfen, was der Abend gekostet hat, ohne Taschenrechner.

ODDSET geht anders vor. Nach seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen erhebt es bei Kundinnen und Kunden mit Wohnsitz in Deutschland eine Gebühr von 5 % („Quotenabschlag“) auf den Bruttogewinn einer gewonnenen Wette. Auszahlungsmaßgeblich ist der Nettogewinn nach Abzug der Gebühr. Der Unterschied ist nicht kosmetisch: Dort ein Abschlag auf jede Wette, hier einer auf den Gewinn und nur im Gewinnfall. Verlorene Wetten tragen bei ODDSET keine Gebühr, was die Sache in einer Verlustserie billiger macht und in einer Gewinnserie teurer.

Winamax bewirbt sich im Fußbereich der eigenen Seite mit „0% Wettsteuer und die besten Quoten“ und stützt die Quotenhälfte auf eine Odoxa-Studie zu 2.967 Spielen aus Fußball, Tennis und Handball zwischen dem 01.04.2025 und dem 30.08.2025, nach der Winamax bei 45 % der untersuchten Quoten auf Platz eins lag. Beides sind Angaben des Anbieters über sich selbst. Die 45 % sind eine Mehrheit der untersuchten Fälle und keine Mehrheit aller Wetten dieser Welt; wer die Zahl als Zusage liest, liest sie falsch.

Wer die drei Zeilen vergleicht, sieht sofort, dass „0 % Wettsteuer“ ohne den Zusatz „auf was“ nichts bedeutet – und dass die Antwort je Anbieter verschieden ausfällt. Die Steuerlast existiert in allen drei Fällen. Sie sitzt nur woanders im Wettschein.

Was in den Rechner gehört, wenn der Abschlag auf der Quote liegt

Bei Anbietern, die den Abschlag aus der Quote ziehen, ist die Rechnung schon geschehen: Quote mal Einsatz, fertig, denn der Abschlag steckt im veröffentlichten Preis. Bei Anbietern, die ihn auf den Bruttogewinn aufschlagen, entsteht zwischen Rechner und Auszahlung eine zweite Zeile, die der Rechner nicht kennt. Der Reingewinn vor Abzug und die Überweisung nach Abzug liegen dann auseinander, und zwar proportional zum Gewinn – je größer der Erfolg, desto größer die Differenz. Wer einen Rechner zur Planung nimmt, sollte diese Zeile kennen, bevor er den Wettschein abschickt, und nicht danach anhand des Kontoauszugs.

Die deutsche Erlaubnis: der Anbieter, nicht der Rechner

Whitelist als einziger Test

Der Rechner ist nicht erlaubnispflichtig. Der Anbieter ist es. Sportwetten im Internet zu veranstalten oder zu vermitteln, braucht die bundesweite Erlaubnis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) in Halle (Saale) nach dem GlüStV 2021; sie erteilt sie und sie überwacht sie. Die offizielle Whitelist ist der einzige belastbare Test, ob ein Anbieter sie hat. Die Liste in der Fassung vom 2. Oktober 2026 führt 30 Einträge: 27 Inhaber mit Sporterlaubnis, davon zwei zusätzlich für Pferdewetten, und drei Inhaber, die ausschließlich Pferdewetten anbieten dürfen.

Zwei Missverständnisse räumt diese Liste sofort ab. Ein .de am Ende einer Webadresse beweist gar nichts; die Liste verzeichnet zwar nur .de-Domains, aber umgekehrt gilt die Umkehrung nicht. Und eine Konzession für virtuelle Automatenspiele sagt nichts über das Sportwettenangebot desselben Halters. Wer bei einem Anbieter auf die Slots-Erlaubnis schaut und daraus eine Sporterlaubnis ableitet, hat zwei verschiedene Lizenzen mit zwei verschiedenen Regelwerken zusammengeworfen.

Geprüft wird die Erlaubnis pro Domain, und nur die unter der Sporterlaubnis geführte Domain darf Sportwetten annehmen. Eine erste Erlaubnis läuft fünf Jahre; die Whitelist zeigt nur Vergabedaten und kein Enddatum, deshalb steht auch hier kein Enddatum. Was die Liste ebenso wenig führt: ob ein Anbieter seinen Quotenabschlag weitergibt.

Was auf einen erlaubten Anbieter zutrifft

Ein Permit bringt Rechte und Pflichten. Erlaubt sind feste Wetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon sowie auf Vorkommnisse darin, als Einzel- und als Kombinationswette – aber nur die Wettarten, die die GGL zugelassen hat; das jeweilige Sportwettprogramm ist die verbindliche Liste. Livewetten sind engere Sache: Während eines laufenden Ereignisses geht nur etwas auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder einen vergleichbaren Baustein in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten sind. Das nächste Tor im Fußball ist möglich, der nächste Satz im Tennis auch, der nächste Punkt im Tennis und der nächste Korb im Basketball nicht. Gestrichen sind Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren – in der Praxis der GGL gilt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateurbereich –, manipulationsanfällige Wetten und Wetten auf Regelverstöße oder deren Ahndung. Wetten auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse sind nicht zulässig. E-Sport ist nach der Feststellung der GGL überhaupt nicht bewettbar, weil E-Sport nicht als Sport anerkannt ist; ein erlaubtes E-Sport-Wetten gibt es in Deutschland nicht. Gewinne werden erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses ausgezahlt. Eine gesetzliche Obergrenze für den Einsatz je Wette gibt es im Sportwettenbereich nicht.

Aus Sicht eines Rechners ist das die zweite stille Einschränkung. Der Rechner nimmt jede Quote entgegen, auch die einer Wettart, die in Deutschland nicht zulässig ist. Er prüft nicht, ob das Angebot auf dem Sportwettprogramm steht.

Was außerhalb bleibt

Wer bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis wettet, wettet bei einem Anbieter, der in Deutschland unerlaubtes Glücksspiel veranstaltet. Eine Curaçao-, Anjouan- oder Malta-Konzession ist hierzulande ohne Bedeutung. Die GGL hat am 17. September 2026 Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten gewarnt. Strafrechtlich steht das Veranstalten bei bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, die Werbung bei bis zu einem Jahr, die Teilnahme bei bis zu sechs Monaten; Verurteilungen einzelner Spielender sind nicht belegt, und daraus folgt weder ein Freibrief noch ein Grund zur Dramatisierung. Die Behörde arbeitet mit Untersagungsverfügungen, Zahlungs- und Netzwerksperren.

Zivilrechtlich ist der Punkt in Bewegung. Der Bundesgerichtshof hat dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit der Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht; in dem Verfahren fordert ein Kläger von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. Der Generalanwalt des EuGH hielt es in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 grundsätzlich für möglich, unlizenzierte Anbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten – mit der Ausnahme, dass Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Daraus erwächst niemandem ein Anspruch. Wer heute bei einem Anbieter ohne Permit verliert, hat ein Argument und keinen Titel.

Der nüchterne Preisvergleich fällt trotzdem nicht einseitig aus. Offshore locken höhere Limits und mancherorts ein größeres Live-Programm; dafür fehlen die Spielerschutzsysteme, die deutsche Anbieter bedienen müssen, und es fehlt der deutsche Rechtsweg. Whitelist heißt Rechtssicherheit und Kontrolle, aber auch ein Standard-Einzahlungslimit von 1.000 € im Kalendermonat, ein eingeschränktes Live-Programm, volle Verifizierung und Zahlungen nur vom eigenen Konto.

Spielerschutz: der Rahmen, in dem ein Rechner überhaupt sinnvoll ist

Was die Zahl im Rechner nicht weiß

Jede Zahl, die ein Wettrechner ausspuckt, beschreibt einen einzelnen Wettschein. Der gesetzliche Rahmen zählt eine Ebene höher. Das Einzahlungslimit liegt standardmäßig bei 1.000 € je Kalendermonat über alle Anbieter hinweg und wird über die LUGAS-Limitdatei durchgesetzt. Ein Anbieter, dessen Erlaubnis es zulässt, kann für eine einzelne Person nur auf nachweisbare wirtschaftliche Leistungsfähigkeit hin erhöhen – bis 10.000 €, in Ausnahmefällen bis 30.000 € für höchstens 1 % seiner aktiven Spielerinnen und Spieler. Eine Selbsterklärung genügt dafür nicht. Senken wirkt sofort, erhöhen erst nach sieben Tagen. Wer in einem Abend mehr setzt, als sein Monatslimit hergibt, kann den Wettschein vielleicht abschicken – überweisen wird er ihn schwerlich.

Dazu kommt die Altersgrenze von 18 Jahren, ein Konto je Anbieter mit vollständiger Verifizierung sowie die Sperrdatei. Vor abgeschlossener Verifizierung darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden lang spielen lassen, mit 100 € Einzahlungslimit und ohne Auszahlungen. Parallelspiel bei mehreren Anbietern mit gleichem Ergebnis ist über die Aktivitätsdatei untersagt. Gezahlte Einsätze liegen auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto; nach Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt.

OASIS, Panikbutton und die Grenze des Rechners

Die Sperrdatei OASIS ist das bundesweite Spielersperrsystem und wird bei Registrierung und bei jedem Login abgefragt. Wer sich dort mit einer Sperrzeit selbst ausschließt, ist mindestens drei Monate gesperrt; nennt er keine Dauer, mindestens ein Jahr. Der Panikbutton löst eine sofortige 24-stündige Sperre aus, ohne Anmeldung, ohne Formular. Offshore-Angebote sind an OASIS und LUGAS nicht angeschlossen – der Punkt gehört zur Rechnung dazu, wenn jemand offshore mit höheren Limits und weiterhin glaubt, sein Monatslimit gelte auch dort.

Ein Rechner senkt keinen Verlust. Diese Werkzeuge tun es. Wer beides in einem Haushalt hält, hält sie in der richtigen Reihenfolge: Limit zuerst, Rechner danach. Bezahlt wird ausschließlich von einem Zahlungskonto auf den eigenen Namen bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut; anonyme Zahlungsmittel sind nicht zugelassen. Das ist der Mechanismus, der Kryptowährungen und anonyme Prepaid-Karten aus dem erlaubten deutschen Sportwetten heraushält. Welche Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, steht in dessen eigenen Bedingungen und nirgends sonst.

Einzelwette, Kombiwette, Systemwette: wo der Rechner anfängt zu arbeiten

Die Grundlagen

Bei einer Einzelwette ist alles eine Zeile. Bei einer Kombinationswette werden die Einzelquoten multipliziert, der Einsatz gilt für die gesamte Wette, und gewonnen ist sie nur, wenn jedes einzelne Ereignis richtig getippt wurde. Drei Auswahlen zu 2,10, 2,00 und 1,80 ergeben multipliziert eine Quote von rund 7,56. Der Rechner verrät nicht, dass die Wahrscheinlichkeiten sich ebenfalls multiplizieren und aus drei Fünfzig-Prozent-Tipps ein Tipp von zwölfeinhalb Prozent wird. Der Rechner kennt nur die Multiplikation der Quoten, und Multiplizieren macht große Zahlen, nicht wahrscheinliche.

Ein Notizbuch mit handschriftlichen Multiplikationen liegt aufgeschlagen auf einem Holztisch, daneben ein Bleistift und ein Radiergummi.
Der Reingewinn einer Sportwette mit festen Quoten errechnet sich als Einsatz × (Quote − 1).

Der Klassiker unter den Rechenfehlern sitzt hier: Ein Kombischein mit fünf Auswahlen sieht auf dem Bildschirm wie ein Lottoschein mit fünf Kreisen aus, ist aber eine einzige Wette, die an der ersten falschen Auswahl stirbt. Darum steht in jedem Wettschein die Gesamtquote und daneben der mögliche Gewinn, und darum ist der mögliche Gewinn der Betrag, der bei vollständig richtiger Prognose herauskommt – nicht der Erwartungswert des Scheins.

Systemwetten: X aus Y

Eine Systemwette fasst mehrere ähnliche Kombinationswetten zusammen und wird als „X aus Y“ angegeben; jede dabei entstehende Kombination heißt Wettreihe. Ein System 2 aus 3 aus drei Auswahlen zu je 2,10 mit 10 € Einzeleinsatz besteht aus drei Zweierkombinationen, jede mit 10 € Einsatz, macht 30 € Gesamteinsatz. Der Rechner führt Gesamteinsatz und möglichen Gewinn getrennt, und das ist die einzige Stelle, an der ein Rechner für Einzelwetten zu einem echten Werkzeug wird: Der Gesamteinsatz übersteigt bei Systemen den Betrag, den man gedanklich einsetzt, und zwar um die Zahl der Wettreihen.

Bei Winamax ergibt sich der Preis einer Systemwette P/N aus N! geteilt durch (P! × (N − P)!) multipliziert mit dem Einzeleinsatz. Der Gesamteinsatz steht unten im Wettschein, und der angezeigte mögliche Gewinn ist der Höchstbetrag bei lauter richtigen Tipps. Der Satz ist unspektakulär und trotzdem der wichtigste dieses Abschnitts: Der Höchstbetrag ist ein Maximum, kein Wert, der auf dem Schein liegt.

Trixie, Yankee, Lucky 15 und die Verwandten

Die gängigen Systeme unterscheiden sich in der Zahl der Auswahlen, der Zahl der Wetten und damit im Verhältnis von Gesamteinsatz zu möglichem Gewinn. Der Wettrechner von bet365 führt unter anderem Trixie mit 3 Auswahlen und 4 Wetten, Yankee mit 4 Auswahlen und 11 Wetten, Lucky 15 mit 4 und 15, Lucky 63 mit 6 und 63, Heinz mit 6 und 57, Super Heinz mit 7 und 120 sowie Goliath mit 8 und 247. Bei Trixie, Yankee, Lucky 15, Lucky 63, Heinz, Super Heinz und Goliath sind die Chancen und Auszahlungen deutlich anders als bei einer Kombiwette mit derselben Auswahlzahl, weil jede Teilmischung einzeln läuft. Ein Goliath aus acht Tipps passt auf einen Wettschein und trägt 247 Wetten in sich, von denen 219 Dreierkombinationen sind. Wer das nicht weiß, wundert sich über einen Gesamteinsatz, der das 247-Fache des gedachten Betrags ausmacht.

Der praktische Unterschied zu einer Kombiwette ist die Reihenfolge des Erlebens. Eine Kombiwette ist ein Ereignis, das entweder ganz eintritt oder gar nicht; ein System ist ein Bündel, das teilweise eintritt, und genau das ist sein Zweck: Ein Yankee zahlt auch dann etwas, wenn nur zwei der vier Auswahlen sitzen, weil eine der elf Wetten gewonnen ist. Was er dafür verlangt, steht im Gesamteinsatz. Die Entscheidung ist dieselbe wie bei jeder Versicherung – man zahlt eine höhere Prämie für einen flacheren Verlauf.

Jede dieser Zahlen ist eine Struktur, kein Angebot: Der Rechner kennt die Zahl der Wettreihen, der Anbieter setzt die Quoten, und die Marge sitzt in jeder der 247 Wetten eines Goliaths genauso wie in einer Einzelwette. Ein System mit hoher Wettreihenzahl ist kein besserer Deal, sondern ein breiteres Risiko mit mehr Marge.

Dutching: die andere Richtung

Dutching verteilt den Einsatz so auf mehrere Ausgänge eines Ereignisses, dass ein vorab bestimmter Betrag herauskommt, wenn irgendeiner dieser Ausgänge eintritt. Die Anteile ergeben sich aus den Kehrwerten der Quoten: Wer bei 2,00 und 3,00 den gleichen Nettogewinn erzielen will, legt auf die Quote 2,00 das Eineinhalbfache des Betrags auf die Quote 3,00. Ein Rechner für Dutching oder Back-Lay führt diese Aufteilung nach demselben Prinzip durch wie ein Quotenrechner: Erst den Kehrwert jeder Quote bilden, dann den Einsatz proportional zu diesen Kehrwerten aufteilen.

Zwei Dinge bleiben dabei außerhalb der Arithmetik. Dutching hebt die Marge nicht auf – die Summe der Kehrwerte über 1 zeigt bei jedem realen Markt, dass weniger als der gesamte Einsatz zurückkommt. Und ob eine vollständige Absicherung mehr als eine Beruhigungspille ist, hängt vom Markt ab, nicht vom Rechner: Wo die Anbietermarge an der Seite sitzt, an der man den Ausgleich legt, wird die Beruhigung teurer als der Verzicht auf sie.

Quotenformate umrechnen: Dezimal, Bruch, US

Drei Schreibweisen, eine Zahl

Eine Dezimalquote von 5,50 entspricht bei 1 € Einsatz einer Auszahlung von 5,50 € und einem Reingewinn von 4,50 €; dieselbe Quote lautet als Bruchquote 9/2 und als US-Quote +450. Eine Dezimalquote von 1,40 entspricht der Bruchquote 2/5 und der US-Quote −250, wobei das Minuszeichen keine Zahlenrichtung meint, sondern die Seite der Rechnung: Bei der US-Quote von −250 müssen 250 $ gesetzt werden, um 100 $ Gewinn zu erzielen.

Die deutsche Schreibweise ist immer die Dezimalquote mit Komma, 2,10 statt 2.10. Ein Wettrechner mit Komma-Eingabe und Komma-Ausgabe ist auf die Zielgruppe und ihre Reisegewohnheiten zugeschnitten, denn die Bruchquote ist im Rechtssinn die Form, die im Ursprungsland unter Sportwettenfans üblich ist, während sie im Land die deutsche ist. Der Anbieter setzt die Umrechnung ins Werk, nicht das Gesetz.

Warum der Rechner Einheitlichkeit braucht

Eine Kombiwette über zwei Anbieter oder ein System, das manche Quoten aus einer App, andere aus einer Zeitung nimmt, hat ein Umrechnungsproblem, bevor es ein Rechenproblem hat. Wer nur Dezimalquoten einträgt, hat dieses Problem nicht. Wer eine einzelne Bruchquote von 4/6 im Kopf zu 1,67 machen muss, hat bereits die Voraussetzung für die Multiplikation geliefert; der Rechner nimmt sie danach an.

Ein Fehler in der Umrechnung ist teurer als einer in der Addition. 1,67 statt 1,66 ändert den Reingewinn um einen Cent pro Euro, aber eine Quotenformat-Verwechslung – die 3,0 als 3/1 gelesen, wo die App 3,00 Dezimalquote meinte – verschiebt den ganzen Einsatz auf eine andere Zahl.

Wettrechner im Vergleich: was die Rechner der Anbieter können

Ein Feld mit wenigen Namen

Rechner mit vollem Funktionsumfang für Systemwetten sind dünn gesät. Der Wettrechner von bet365 berechnet Einzel-, Kombi- und Systemwetten mit 1 bis 20 Auswahlen; Eingaben sind Quote und Einsatz, Ausgaben Gesamteinsatz (Total Stake), Rückzahlung (To Return) und Gewinn beziehungsweise Verlust (Profit/Loss). Damit ist er die vollständigste Maschine dieser Liste, und zwar nicht, weil er schöner aussieht, sondern weil er 20 Auswahlen und die Systemtabelle aus § 6 des Wettrechners kennt. Die Einträge sind funktional und deutsch beschriftet, aber der Aufbau ist überall dort gleich: Quote, Einsatz, Auszahlung. Es gibt keinen Rabatt für einen Rechner, der im selben Haus sitzt wie der Wettschein.

Ein zweiter Punkt unterscheidet die Anbieter ohne einen einzigen Klick in den Rechner hinein. Wer den Abschlag in die Quote einrechnet, kann einen Quotenrechner und einen ehrlichen Auszahlungsbetrag in einem Schritt liefern. Wer ihn auf den Bruttogewinn erhebt, liefert zwei Zahlen, und nur eine davon steht im Rechner. DAZN Bet macht es über den sichtbaren Quotenabschlag intransparent im Kontoverlauf transparent, ODDSET über den Gewinn.

Ein dritter Punkt ist die Sorgfalt bei der Eigenwerbung. 2.967 Spiele in einem definierten Zeitraum sind eine überprüfbare Menge, nicht mehr und nicht weniger. Ein Anbieter, der seine Quoten auf eine solche Stichprobe stützt, hat sich angreifbar gemacht, und das ist der bessere Weg als eine unbelegte 100-Prozent-Aussage. Dass unter den Anbietern für Live-Wetten nur die Hälfte aller untersuchten Quoten auf Platz eins lag, sagt der Anbieter selbst – der Vergleich bleibt das, was er ist, eine Wette auf die eigene Bilanz eines Werbetreibenden.

Was das für die Rechnung im Einzelfall bedeutet

Der Rechner mit dem höchsten Auszahlungsanteil ist der, dessen Quoten nach Abzug aller Gebühren am nächsten an der Quote liegen, die man eintippt. Wer das messen will, braucht eine Probe. Die beste Probe ist eine, die ein Rechner nicht liefern kann: zwei Anbieter, ein Spiel, dieselbe Auswahl, und ein Kontrollblick auf den Abschlag. Der Abschlag muss in beiden Fällen derselbe sein, wenn die Quoten schon die Wahrheit sind.

Ein zweiter Test braucht nur einen Blick auf die Ausgabe. Ein Rechner, der bei einer Wettart, die das Sportwettprogramm nicht führt, fröhlich ein Ergebnis liefert, hat sich als Rechner entlarvt, nicht als Wettplattform. Ein Rechner, der bei falscher Quoteneingabe eine Warnung zeigt, hat mehr Sorgfalt gekostet.

Die Anbieter im Vergleich: erlaubt, geprüft, eingeordnet

Die Tabelle

Anbieter Whitelist-Eintrag und Inhaber Sporterlaubnis seit
AdmiralBet Sportwetten bei AdmiralBet, Inhaberin Greentube Betting Malta Limited 09.10.2020, Folgeerlaubnisse 13.12.2022 und 29.07.2024; für virtuelle Automatenspiele seit 28.09.2022
LeoVegas Sportwetten bei LeoVegas, Inhaberin LVSports Limited 21.10.2024; für virtuelle Automatenspiele seit 27.02.2023
VBet Sportwetten bei VBet, Inhaberin SCGO Limited 05.12.2023
Betano Sportwetten bei Betano, Inhaberin Betkick Sportsbetting Limited 19.02.2021, Folgeerlaubnis 16.12.2022
bwin Sportwetten bei bwin, Inhaberin bwin (Deutschland) Limited 09.10.2020, Folgeerlaubnis 23.12.2022
Winamax Sportwetten bei Winamax, Inhaberin WINAMAX (Société anonyme) 29.06.2021, Folgeerlaubnis 08.12.2022
bpremium Sportwetten bei bpremium, Inhaberin Ladbrokes (Deutschland) Limited 09.10.2020, Folgeerlaubnis 21.12.2022
MERKUR BETS Sportwetten für MERKUR BETS, Inhaberin Merkur Bets Malta Limited 06.11.2023
DAZN Bet Sportwetten für DAZN Bet, Inhaberin DZBT Operations Limited 22.08.2023
Tipwin Sportwetten bei Tipwin, Inhaberin Tipwin Limited 09.10.2020, Folgeerlaubnisse 27.12.2022 und 09.01.2024

Die Verteilung der Jahre erzählt mehr als die Liste selbst. Sechs der zehn Anbieter tragen ein Vergabedatum aus dem Jahr 2020 oder 2021 und gehören damit zu jenen, die den regulierten Markt von Beginn an mitgenommen haben; vier stammen aus den Jahren 2023 und 2024. Ein späteres Datum ist kein Mangel, sondern nur eine jüngere Geschichte: Die ersten fünf Jahre eines Permits laufen ohnehin ab, und wer später kam, hat später neu zu beantragen. Umgekehrt sagt ein frühes Datum nichts über Quotenqualität – das ist die Zahl, die in der Tabelle überhaupt nicht steht.

Was in der Tabelle fehlt, ist die Spalte, die am meisten über die Rechnung sagt: die Behandlung des Abschlags. Sie ist nirgends in der Whitelist geführt und bei den meisten Anbietern auch nicht auf der Startseite. Wer sie braucht, liest die eigenen Bedingungen des Anbieters und prüft sie an einem Kontoauszug.

AdmiralBet

AdmiralBet ist der Anbieter mit der längsten ununterbrochenen Sporterlaubnis der zehn. Die Greentube Betting Malta Limited steht seit dem 09.10.2020 als Inhaberin in der Liste, mit Folgeerlaubnissen vom 13.12.2022 und 29.07.2024. Daneben gibt es eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele seit dem 28.09.2022 – eine andere Lizenz, ein anderes Regelwerk, und ihr Bestand sagt nichts über das Sportangebot.

Für einen Rechner heißt das: Die Erlaubnis ist unstrittig, die Behandlung des Abschlags entscheidet der Fall. Wer dort über Jahre spielt, hat die längste Vertragsbeziehung der Gruppe. Ein Wettrechner stellt dafür nur den Rahmen, die Prüfung des Abschlags bleibt beim Kontoauszug. Als Einordnung: Der Bestand ist die Stärke, die Quote bleibt ungeprüft, und wer Wettrechner-Vergleiche ohne einen Blick in die eigenen Geschäftsbedingungen durchführt, arbeitet mit einer halben Liste.

LeoVegas

LeoVegas ist erst seit dem 21.10.2024 im Geschäft mit Sportwetten, hat aber seit dem 27.02.2023 eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele; die LVSports Limited trägt beides. Die Aufteilung in zwei Lizenzen und zwei Zeitachsen ist der eigentliche Inhalt dieses Eintrags. Der Sportbetrieb ist der jüngere Teil, und wer ein Konto bei LeoVegas hat, hat in aller Regel das eine vor dem anderen erlebt.

Für Wettrechner-Nutzer ist die kurze Sporthistorie kein Nachteil, aber sie bedeutet weniger Erfahrung mit einem Sportmarkt, der nach deutschem Recht enger ist als der Casino-Markt. Was der Anbieter in dieser Zeit über Quotenaufbau und Kombischein gelernt hat, ist eine offene Frage; die Whitelist sagt dazu nichts, und niemand sollte sie so lesen, als ob sie es täte. Die Einordnung fällt damit auf die Struktur: Der Sporterlaubnis-Eintrag ist jung, sauber geführt, und der Anbieter startet mit der Casino-Seite als Fundament.

VBet

VBet trägt einen einzelnen Sporteintrag: Die SCGO Limited mit Sitz im Portomaso auf Malta steht seit dem 05.12.2023 in der Liste. Kein Folgedatum, keine zweite Sporterlaubnis, ein klarer Eintrag. Auch für VBet gilt: Eine Konzession für Sportwetten und eine für Casino sind zwei verschiedene Dinge, und wer die eine in der Hand hält, hält die andere noch lange nicht.

Die Sache mit dem Unternehmenssitz ist bei diesem Anbieter am schärfsten zu sehen: Die Veranstalterin sitzt auf Malta, die Erlaubnis gilt für den deutschen Markt, und die Unterschiede zwischen dem, was eine maltesische Gesellschaft in ihrem Haus darf, und dem, was sie in Deutschland darf, sind nicht die Unterschiede, die man auf dem Wettschein sieht. Wer bei VBet spielt, sollte seinen Rechner mit den deutschen Regeln füttern, nicht mit den maltesischen.

Betano

Betano ist seit dem 19.02.2021 mit einer Sporterlaubnis dabei, mit Folgeerlaubnis vom 16.12.2022; Inhaberin ist die Betkick Sportsbetting Limited. Für den Gerätegebrauch interessant ist die App „Betano Sportwetten und Slots“, die im Apple App Store von der KAIZEN GAMING INTERNATIONAL LIMITED angeboten wird und laut Entwicklerbeschreibung einen Bet Builder, Cash Out und Live-Streaming unter anderem von LaLiga, FA Cup, Tennis-Grand-Slams, NBA, EuroLeague und NFL mitbringt.

Das ist die einzige App in dieser Liste, die die Beschreibung so eindeutig auf mehrere Funktionen jenseits des reinen Wettscheins legt. Der Bet Builder kombiniert mehrere Märkte desselben Spiels in eine Wette, Cash Out verkauft eine laufende Wette zurück, Live-Streaming zeigt das Ereignis. Es gibt keine gesetzliche oder behördliche Regel zum Cash Out; es ist ein Merkmal des jeweiligen Anbieters und damit eine Vertragsfrage. Wer Cash Out im Rechner mitplanen will, sollte wissen, dass der Rückkaufpreis im Lauf des Spiels neu berechnet wird und nicht dem ursprünglichen Preis entspricht.

bwin

bwin trägt seine Sporterlaubnis seit dem 09.10.2020, Folgeerlaubnis vom 23.12.2022, Inhaberin ist die bwin (Deutschland) Limited. Die „bwin – Sportwetten App“ bietet laut Entwicklerbeschreibung Cashout manuell und automatisch, Live-Streams und Live-Statistiken sowie Kombi- und Quoten-Boost.

Der Kombi-Boost ist für dieses Thema die interessanteste Zeile, weil er auf Kombischeine wirkt und damit genau die Wettart, in der ein Rechner am häufigsten benutzt wird. Ein Boost auf die Gesamtquote verändert das Ergebnis der Multiplikation – und damit das, was der Rechner zeigt. Wer einen Boost erwartet, sollte ihn im Wettschein sehen, bevor er den Rechner füttert, sonst rechnet er mit einem Preis, den er nicht bekommt.

Winamax

Winamax hat die Sporterlaubnis seit dem 29.06.2021, Folgeerlaubnis vom 08.12.2022, Inhaberin ist die WINAMAX (Société anonyme). Das Willkommensangebot verdoppelt die erste Einzahlung bis zu 100 € in Freebets; für die Freebets gilt keine Umsatzbedingung, aber die Einzahlung selbst muss zur Auszahlung einmal umgesetzt werden, mit einer Obergrenze der Umsetzung von 100 € und einer Mindestquote von 1,05.

Die Bedingung ist für deutsche Verhältnisse ungewöhnlich flach, und genau hier liegt die Pointe: Das Geld, das man bewegen muss, ist die eigene Einzahlung, nicht ein Bonusbetrag, und die Mindestquote von 1,05 ist so niedrig, dass fast jede Wette sie erfüllt. Ein Rechner zeigt für diesen Fall ein Ergebnis, das fast der freien Verfügung nahekommt. Was er nicht zeigt: Die Umsatzbedingung trägt der Einzahler, nicht der Bonus, also sollte die Einsatzplanung den Betrag der eigenen Einzahlung im Auge behalten, nicht die 100 € aus der Werbung.

bpremium

bpremium steht mit Sporterlaubnis seit dem 09.10.2020, Folgeerlaubnis vom 21.12.2022, in der Liste; Inhaberin ist die Ladbrokes (Deutschland) Limited. Nach den Nutzungsbedingungen können Bonusgewinne aus Sportwetten erst nach dem Fünffachen des Bonusbetrags und dem Fünffachen der zugehörigen Einzahlung bei Dezimalquoten ab 1,7 ausgezahlt werden; Angebote sind, sofern nicht anders angegeben, nur einmal nutzbar.

Das ist eine der härtesten Umsatzregeln in dieser Gruppe, und das Fünffache zählt zweimal: einmal auf den Bonus, einmal auf die Einzahlung. Die Mindestquote von 1,7 schneidet außerdem einen Teil des Marktes ab – wer sich gern im Bereich niedriger Quoten bewegt, kommt hier langsamer voran. Ein Rechner kann den Umsatz nicht prüfen; man muss die Einzahlung hinzuzählen statt sie zu übersehen.

MERKUR BETS

MERKUR BETS hat die Sporterlaubnis seit dem 06.11.2023, Inhaberin ist die Merkur Bets Malta Limited. Der MERKUR BETS CLUB schüttete für Kombiwetten oder Betbuilder mit mindestens drei Auswahlen und einer Gesamtquote von mindestens 4,00 bei einem Wocheneinsatz von mindestens 25 € am Montag der Folgewoche eine Freebet über 5 € aus; die Aktion lief vom 09.06.2025 bis 14.07.2025.

Die Aktion ist abgelaufen, und das ist punktgenau der Unterschied, den ein Rechner nicht abbildet: Er kennt die Quote von heute, nicht die Aktion von gestern. Der CLUB zeigt außerdem, wie eine 5-€-Freebet zustande kommt – über eine Wochenquote statt über eine Anmeldung. Der Ertrag ist im Verhältnis zur Hürde klein; wer ohnehin Kombiwetten spielt, nimmt sie mit, wer sie wegen der Wette spielt, rechnet falsch.

DAZN Bet

DAZN Bet hat die Sporterlaubnis seit dem 22.08.2023, Inhaberin ist die DZBT Operations Limited. Der Anbieter erhebt nach seiner eigenen Hilfeseite auf jede Sportwette einen Quotenabschlag von 5 %, der dort auch als Wettsteuer bezeichnet wird; der Abschlag wird automatisch berechnet und ist im Kontoverlauf je Wette als eigene Position neben dem Einsatz sichtbar.

Das ist der stärkste Punkt in diesem Eintrag und der einzige der zehn, der eine belastbare Antwort auf die Steuerfrage im Rechner liefert. Wer den Kontoverlauf liest, kann die Kosten pro Wette nachrechnen und muss dafür keinen Schätzwert benutzen. Was ein Rechner mit dieser Transparenz nicht kann, ist den genauen Abschlag vorhersagen, aber das muss er auch nicht: Die Information kommt nachgeliefert, und sie kommt vollständig.

Tipwin

Tipwin trägt die Sporterlaubnis seit dem 09.10.2020, Folgeerlaubnisse vom 27.12.2022 und 09.01.2024, Inhaberin ist die Tipwin Limited. Der Sportwetten-Willkommensbonus beträgt 100 % der Einzahlung bis höchstens 100 €; Einzahlung und Bonus zusammen müssen vor einer Auszahlung mindestens siebenmal in Sport- und Livewetten eingesetzt werden, je Wettschein zählen höchstens 100 € und nur Wettscheine mit einer Quote von mindestens 1,80.

Die Rechnung hinter diesem Angebot lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Bei der höchsten Einzahlung sind Einzahlung und Bonus zusammen 200 €, die siebenmal umgesetzt werden müssen, mit einem Deckel von 100 € je Wettschein. Wer den Bonus voll ausschöpft und mit 100-€-Scheinen arbeitet, braucht viele Wettscheine; wer mit kleineren Beträgen spielt, braucht mehr. Die Mindestquote von 1,80 schließt die Favoritenwetten aus, und das ist bei siebenfachem Umsatz die teure Hälfte der Bedingung.

Was ein Vergleich in dieser Gruppe nicht kann

Ein Wettrechner-Vergleich über diese zehn Anbieter stößt an eine Grenze, die nichts mit den Anbietern zu tun hat: Es gibt keinen Vergleich zweier Quoten desselben Marktes über mehrere Anbieter, und ohne eine solche Probe bleibt die Frage nach dem Abschlag bei jedem einzelnen Anbieter offen, außer bei denen, die sie in ihren Bedingungen beantworten. Die Liste dokumentiert, wer eine Erlaubnis hat; sie zeigt nicht, wer rechnet. Wer nach dem Abschlag fragt, wird bei den meisten Anbietern auf eine eigene Seite, eine eigene Zahl und im Zweifel auf einen Kontoauszug verwiesen.

Sportwettensteuer im Wettschein: 5,3 % auf eine besondere Bemessungsgrundlage

Die Steuer ist der Punkt, an dem die meisten Rechner stillschweigend falsch liegen. Die Sportwettensteuer beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz, der die Steuer selbst nicht enthält“ und entspricht damit rund 5,03 % des tatsächlich eingezahlten Betrags. Geschuldet wird sie von der Veranstalterin der Wette, nicht von der Person, die sie abschickt. Ob und wie der Veranstalter sie weitergibt, ist allein dessen Entscheidung; aus diesem Satz folgt für einen einzelnen Anbieter nichts, solange man dessen eigene Bedingungen nicht gelesen hat.

Zwei Weitergabeformen sind belegt. DAZN Bet erhebt einen automatisch berechneten Quotenabschlag von 5 % auf jede Sportwette, der im Kontoverlauf neben dem Einsatz erscheint. ODDSET erhebt eine Gebühr von 5 % auf den Bruttogewinn einer gewonnenen Wette, mit dem Nettogewinn nach Abzug als auszahlungsmaßgeblichem Betrag. Winamax bewirbt sich mit „0% Wettsteuer“, verweist also auf sich selbst als Anbieter, der sie nicht weitergibt.

Ein Rechenbeispiel für den Unterschied, bei einem Markt mit zwei Ausgängen zu 1,90/1,90 und einem Einsatz von 10 €: Die Auszahlung ist unabhängig von der Frage festgelegt, sie beträgt 19 €. Ist der Abschlag in der Quote verrechnet, kommt die volle Auszahlung an. Wird er auf den Bruttogewinn von 9 € erhoben, sind davon 5 % zu tragen, und es bleiben 8,55 € Gewinn, also 18,55 € Rückfluss. Der Unterschied zwischen den beiden Wegen ist damit 45 Cent auf einen Wettschein dieser Größe – nicht viel, aber er wächst, und er wächst mit der Zahl der Wettscheine, nicht mit der Höhe der Quote.

Die Bemessungsgrundlage ist das eigentliche Ärgernis und die eigentliche Erklärung zugleich. Dass die Steuer auf einer Basis liegt, die die Steuer selbst nicht enthält, erklärt, warum sie 5,03 % und nicht 5,3 % des eingezahlten Betrags ausmacht – und warum eine Angabe wie „5,3 % vom Einsatz“ an der Quelle falsch ist. Die Steuer trifft übrigens auch Anbieter ohne Erlaubnis; gezahlte Steuer ist kein Nachweis einer Erlaubnis, und dieser Satz ist der Grund, warum die Steuerfrage und die Erlaubnisfrage getrennt bleiben müssen.

Was aus alldem folgt

Wer einen Wettrechner richtig benutzt, benutzt ihn als Übersetzer: Er holt aus einer Zahl eine zweite heraus und behandelt die Quote dabei als das, was sie ist, ein Preis, keine Prognose. Die drei Formeln für Einzel-, Kombi- und Systemwetten sind gleich lang; die Zeit, die man mit Rechnen verbringt, wächst dagegen mit der Zahl der Auswahlen, was der eigentliche Grund für die Existenz der Rechner ist.

Die Auswahl des Anbieters ist eine andere Entscheidung als die der Wette, und sie hängt vor allem an zwei Regeln. Die Erlaubnis steht in der Whitelist und lässt sich in zwei Minuten prüfen. Der Abschlag steht in den Bedingungen und ist bei den meisten Anbietern mehr Arbeit, aber die Mühe lohnt nur für die, die viel spielen – für einen Einsatz von 10 € und einen Wettschein pro Woche ist der Unterschied kleiner als das Wechselgeld. Spielerschutz ist die dritte und die einzige Entscheidung, die vor den beiden ersten sinnvoll ist, weil sie den Rahmen festlegt, in dem beide stattfinden.

Ein Rechner macht die Rechnung transparent, keine Wette gut. Er zeigt, was zurückkommt, und nicht, wie oft. Zahlreiche Daten, 247 Wettreihen in einem Goliath, sorgfältig geführte Whitelist-Einträge: Alles nützlich, alles ohne Wirkung auf den Ausgang des Abends.

Häufige Fragen

Wie berechnet sich der Reingewinn einer Einzelwette aus Einsatz und Quote?

Der Reingewinn ist Einsatz × (Quote − 1). Bei 10 € auf eine Quote von 2,10 sind das 11 €; die Auszahlung einschließlich Einsatz beträgt 21 €. Ein Wettrechner gibt beides getrennt aus, weil viele Anbieter die Auszahlung nennen und der Gewinn erst beim Nachrechnen herauskommt. Der Rechner sagt nichts darüber, wie wahrscheinlich dieser Gewinn ist.

Wie viele Einzelwetten stecken in Trixie, Yankee oder Lucky 15?

Ein Trixie aus 3 Auswahlen umfasst 4 Wetten, ein Yankee aus 4 Auswahlen 11 Wetten, ein Lucky 15 aus 4 Auswahlen 15 Wetten. Die Zahl der Wetten bestimmt den Gesamteinsatz: Bei 10 € Einzeleinsatz kostet ein Yankee 110 €, nicht 10 €. Der Rechner zeigt den Gesamteinsatz getrennt, weil er in den seltensten Fällen erwartet wird.

Wie lassen sich Dezimalquote, Bruchquote und US-Quote ineinander umrechnen?

Die Dezimalquote von 5,50 entspricht der Bruchquote 9/2 und der US-Quote +450; 1,40 entspricht 2/5 und −250. Bei positiven US-Quoten zeigt die Zahl den Gewinn bei 100 $ Einsatz, bei negativen den Einsatz für 100 $ Gewinn. Für die Umrechnung genügt eine Dezimalzahl und ein Blick auf dieselbe Quote in der anderen Schreibweise.

Berücksichtigen Wettrechner die Sportwettensteuer von 5,3 %?

In der Regel nicht. Die Steuer beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz, der die Steuer selbst nicht enthält“, also rund 5,03 % des eingezahlten Betrags, und wird vom Veranstalter geschuldet. Entscheidet er sich, sie weiterzugeben, ist das eine Eigenschaft seines Angebots, die in seinen eigenen Bedingungen steht und nicht in der Formel eines Rechners.

Was leistet Dutching und wie verteilt ein Rechner dabei den Einsatz?

Dutching verteilt den Einsatz auf mehrere Ausgänge, sodass bei jedem von ihnen ein bestimmter Betrag herauskommt. Die Aufteilung folgt den Kehrwerten der Quoten: Eine Quote von 2,00 erhält das Eineinhalbfache des Betrags einer Quote von 3,00. Die Anbietermarge bleibt dabei in jedem Fall bestehen und verkleinert den Betrag, der am Ende zurückkommt.

Woran lässt sich erkennen, dass ein Anbieter eine deutsche Erlaubnis hat?

An der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder. Die Liste in der Fassung vom 2. Oktober 2026 führt 30 Einträge und nennt je Domain den Inhaber und das Vergabedatum; die unter der Sporterlaubnis eingetragene Domain darf Sportwetten annehmen. Ein .de in der Adresse allein ist kein Nachweis.

Inhalt erstellt vom Team «NHL-Wetten»