Steuerfrei wetten: Was der Anbieter abzieht, wenn er die Steuer übernimmt

Updated Oktober 2026
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Stand: 30. Oktober 2026 — Abgleich der Erlaubnisangaben gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder.

Ein Fußball liegt auf dem Anstoßpunkt eines Rasenplatzes, dahinter leere Tribünen im Licht des frühen Morgens.
Die Sportwettsteuer wird in Deutschland seit dem 1. Juli 2012 erhoben.

Die Steuer auf eine Sportwette bezahlt in Deutschland nicht der, der die Wette abgibt. Paragraph 19 des Rennwett- und Lotteriegesetzes legt sie dem Veranstalter der Wette auf, und sie beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage, die das Gesetz mit „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“ beschreibt — umgerechnet also rund 5,03 % dessen, was tatsächlich vom Konto abgeht. Das ist der ganze Trick hinter dem Wort „steuerfrei“. Der Anbieter übernimmt sie und holt sie sich an einer anderen Stelle zurück: über einen Abschlag von der Quote, über einen Posten auf dem Wettschein oder über eine stille Kürzung am Ende. Wo er das tut, entscheidet seine eigene Regel, nicht das Gesetz. Der zweite Teil der Antwort ist unangenehmer. Steuerfrei heißt nicht sorglos. Ein Angebot ohne Erlaubnis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder ist unerlaubtes Glücksspiel, steht auf keiner Whitelist und ist weder an das Sperrsystem OASIS noch an die Limitdatei LUGAS angeschlossen. Zehn Anbieter mit deutscher Sportwetten-Erlaubnis stehen im Abschnitt „Die zehn Anbieter im Vergleich, nach Steuerumgang geordnet“, jeder mit dem, was er aus der Steuerfrage macht.

Wie die Rangliste zustande kommt und was sie vergleicht

Die Reihenfolge dieses Vergleichs folgt einem festen Raster, und die Steuer ist darin nur eine von mehreren Achsen. Ein Anbieter kann bei der Steuer sauber arbeiten und beim Limit, bei der Auszahlung oder beim Zahlungsweg trotzdem schlechter dastehen als der Nachbar im Abschnitt „Die zehn Anbieter im Vergleich, nach Steuerumgang geordnet“. Wer nur die Steuerzeile liest, entscheidet nach einem Zehntel der Faktenlage.

Ein Notizbuch mit handschriftlichen Rechnungen und ein Taschenrechner liegen auf einem hellen Schreibtisch neben einer Kaffeetasse.
Interwetten trägt die Sportwettensteuer selbst und gleicht sie mit einem Quotenabschlag in Höhe von 5,3 % bei Wetten aus.

Bewertet wurden zuerst die formalen Punkte, weil sie nicht verhandelbar sind: Eintrag auf der Whitelist mit Sportwetten-Erlaubnis, der namentlich genannte Inhaber dieser Erlaubnis und das Datum der ersten Erteilung. Ein Eintrag auf der Whitelist ist der einzige belastbare Nachweis einer deutschen Erlaubnis — eine .de-Adresse beweist nichts, und eine Erlaubnis aus Curaçao, Anjouan oder Malta hat in Deutschland keine Bedeutung. Wer auf der Liste steht, hat eine Erlaubnis; wer dort nicht steht, bietet ohne Erlaubnis an, auch wenn die Seite deutsch aussieht und Euro-Beträge zeigt.

Danach kam der Umgang mit der Steuer selbst. Hier gibt es keine vorgeschriebene Lösung. Ob ein Veranstalter die 5,3 % aus seiner Marge zahlt oder sie weitergibt, ist eine Geschäftsentscheidung; die Pflicht zur Abführung bleibt bei ihm, egal wie er es dem Kunden in Rechnung stellt. Und genau das ist der Punkt, an dem die Anbieter sichtbar auseinandergehen. Der eine schlägt 5,3 % von der Quote ab und nimmt dafür nichts vom Einsatz. Der nächste zieht einen eigenen Steuerposten auf dem Wettschein ab. Ein dritter wirbt mit einer Null, die im Kleingedruckten eine Quote unter 1,10 als Einzelwette unmöglich macht. Ein vierter zahlt den Gewinn ohne jeden Steuerabzug aus und rechnet die Steuer ersichtlich aus seiner Marge. Vier Wege, ein Steuersatz — und für den Kontostand vier verschiedene Ergebnisse.

Der dritte Block ist der praktische: Mindesteinzahlung, Auszahlungsdauer, Bearbeitung, Mindestquoten, Zahlungsmethoden. Eine Wette lässt sich nicht platzieren, wenn die Einzahlung nicht durchgeht, und ein Gewinn ist kein Gewinn, solange er nicht auf dem eigenen Konto liegt. Ein Haus, das die Steuer übernimmt, aber langsam auszahlt oder eine unbequeme Mindestquote setzt, ist für einen Spieler mit kleinem Budget trotzdem das teurere Haus. Deshalb steht die Steuerzeile hier nicht allein; sie steht zwischen einer Erlaubniszeile und einer Auszahlungszeile, und keine der drei für sich entscheidet den Vergleich.

Die Beträge, die in den Einzelbeschreibungen genannt werden, stammen aus den veröffentlichten Bedingungen der Anbieter und aus der Whitelist in ihrer Fassung vom 2. Oktober 2026. Die Whitelist führt Erteilungsdaten, nie ein Enddatum — wer ein Ablaufdatum liest, liest es nicht dort.

Wie die Whitelist-Spalten zu lesen sind

Die folgende Übersicht listet dieselben zehn Marken wie die Rangliste darunter, nur in einer anderen Ordnung des Denkens: nicht vom Gesamteindruck her, sondern von der Formalie her. Die Erlaubnis wird vollständig aufgeführt, weil bei einer Sportwette viel davon abhängt, welcher Rechtsträger für welche Domain zugelassen ist.

Marke Inhaber der Sportwetten-Erlaubnis Erlaubnis für Sportwetten seit
Sportingbet Sportingbet (Deutschland) Limited 09.10.2020, Folgeerlaubnis 21.12.2022
LeoVegas LVSports Limited 21.10.2024
sportwetten NetX Betting Limited 19.11.2020, Folgeerlaubnis 16.12.2022
bet-at-home Bet-at-home Internet Limited 02.11.2020, Folgeerlaubnis 22.12.2022
Tipwin Tipwin Limited 09.10.2020, Folgeerlaubnisse 27.12.2022 und 09.01.2024
Winamax WINAMAX (Société anonyme) 29.06.2021, Folgeerlaubnis 08.12.2022
Betano Betkick Sportsbetting Limited 19.02.2021, Folgeerlaubnis 16.12.2022
VBet SCGO Limited 05.12.2023
Betway Betway Limited 09.03.2021, Folgeerlaubnis 23.12.2022
Neo Greenvest Betting Limited 09.10.2020, Folgeerlaubnis 22.12.2022

Was in dieser Tabelle fehlt, fehlt aus einem Grund, der beim Lesen mitgedacht werden muss: die Whitelist nennt Erteilungsdaten und keinen Ablauf. Eine erste Erlaubnis läuft nach Paragraph 4c Absatz 1 des Glücksspielstaatsvertrags fünf Jahre, aber die Liste führt das Enddatum nicht mit, und ein hier eingetragenes Datum fortzuschreiben wäre geraten. Wer wissen will, ob eine Erlaubnis heute noch gilt, prüft die Liste selbst unter dem angegebenen Stand.

Die zwei Spalten sagen außerdem weniger, als sie zu sagen scheinen. Der Inhaber ist nicht die Marke, unter der geworben wird, und die Erlaubnis gilt der eingetragenen Domain, nicht dem Konzern. Bei einem Haus, dessen Dachgesellschaft auch Erlaubnisse für virtuelle Automatenspiele oder Pokerräume hält, sagt die Sportwetten-Erlaubnis nichts über diese anderen Angebote — das sind getrennte Erlaubnisse mit getrennten Regeln. Für eine Sportwette zählt ausschließlich, was unter der Sportwetten-Erlaubnis derselben Domain eingetragen ist.

Der dritte Punkt, den die Formalie verdeckt: ein Eintrag ist keine Empfehlung. Nach Paragraph 5 Absatz 7 des Glücksspielstaatsvertrags darf nur werben, wer eine Erlaubnis hat — aber nicht jeder mit Erlaubnis hat deshalb auch ein gutes Sportwettprogramm. Die Erlaubnis öffnet den Markt, sie ordnet ihn nicht. Deshalb steht hinter jeder formalen Zeile in diesem Vergleich eine inhaltliche.

Die zehn Anbieter im Vergleich, nach Steuerumgang geordnet

Sportingbet: 5 % des Einsatzes und 5 % des Bruttogewinns

Die Wettregeln des Hauses nennen einen Steuersatz von „5 % des Wetteinsatzes“ nach Paragraph 17 des Rennwett- und Lotteriegesetzes, und sie nennen ihn an zwei Stellen: einmal auf den Einsatz, einmal auf den Gewinn. Bei gewonnenen Wetten behält das Unternehmen 5 % des Bruttogewinns ein, wobei der Bruttogewinn hier Einsatz multipliziert mit Quote ist.

Das ist die ungewöhnlichste Konstruktion im ganzen Feld, weil sie auf dem Papier zweimal zugreift. Der abweichende Satz — 5 % statt der 5,3 %, die das Gesetz auf die Netto-Bemessungsgrundlage ansetzt — mildert das, hebt es aber nicht auf. Wer 100 € auf eine Quote von 2,00 setzt, hat bei Gewinn 200 € brutto vor sich, davon geht das Haus ein zweites Mal einen Anteil ab. Rechnet man die beiden Zugriffe zusammen, liegt die Belastung über dem, was ein reiner Quotenabschlag kostet.

Was diesen Anbieter trotzdem trägt, ist die Transparenz der Regel. Die Steuer ist in den Wettregeln benannt, sie ist im Wettschein sichtbar, und niemand muss sie sich aus einer versteckten Quotendifferenz zusammenreimen. Für einen Spieler, der seinen echten Return selbst nachrechnen will, ist eine offengelegte Formel mehr wert als eine geschönte Null. Die Erlaubnis für Sportingbet liegt bei der Sportingbet (Deutschland) Limited seit dem 9. Oktober 2020, mit Folgeerlaubnis vom 21. Dezember 2022.

Die doppelte Belastung bleibt der Haken. Wer hier spielt, sollte die Kürzung auf den Bruttogewinn in die eigene Rechnung aufnehmen, sonst vergleicht er zwei Anbieter mit unterschiedlich definierten Sätzen und hält den falschen für den günstigeren.

LeoVegas: junge Sportwetten-Erlaubnis, breite Konzernaufstellung

LeoVegas steht in dieser Liste für den Fall, in dem die Sportwetten-Erlaubnis das jüngste Stück eines größeren Portfolios ist. Die Whitelist führt für LeoVegas die LVSports Limited als Betreiberin, mit einer Erlaubnis für Sportwetten seit dem 21.10.2024 — dem spätesten Datum unter den hier versammelten Marken. Für virtuelle Automatenspiele ist dieselbe Betreiberin seit dem 27.02.2023 eingetragen.

Das frühe Datum der Automatenspiel-Erlaubnis neben dem späten der Sportwetten-Erlaubnis ist kein Nebensatz. Es zeigt, in welcher Reihenfolge das Haus seinen deutschen Auftritt aufgebaut hat, und es erklärt, wo die Marke ihre Stammkundschaft her hat. Für die Steuerfrage ist das gleichgültig: ob ein Anbieter die 5,3 % aus der Marge trägt, ergibt sich aus seinen Wettregeln, und die Casino-Erlaubnis hat damit nichts zu tun. Wer auf der Suche nach einem reinen Sportwettenanbieter ist, findet hier ein Haus, dessen Schwerpunkt erkennbar woanders lag und das sein Sportangebot erst danach ausgebaut hat.

Die Folge für den Vergleich ist eine Frage nach der Tiefe: ob ein Sportwettprogramm nach knapp zwei Jahren deutscher Erlaubnis an das eines Hauses heranreicht, das seit 2020 in diesem Markt arbeitet, lässt sich aus der Whitelist nicht ablesen — nur aus dem eigenen Blick ins Wettprogramm.

sportwetten: sieben Zahlungswege, keine Gebühr, sofort

Die Liste der Zahlungsmethoden dieses Anbieters ist die längste im Feld und die einzige, die durchgehend mit Kostenangaben versehen ist: Kundenkarte, PayPal, Sofortüberweisung über Trustly, Kreditkarte von Visa und Mastercard, Banküberweisung, Skrill und Aircash — für alle sieben ist als Gebühr „Keine“ und als Bearbeitung „Sofort“ angegeben.

Der Vorbehalt steht in derselben Quelle. Der Mindestbetrag liegt bei 10,00 €, und er gilt nur für drei der Wege: Trustly, Skrill und Aircash. Wer über PayPal oder Kreditkarte einzahlt, liest diesen Betrag vergeblich suchen. Dazu kommt eine Regel, die mehr wiegt als jede Gebühr: Einzahlungen über Dritte sind nicht gestattet — der Zahlungsweg muss auf den Namen des Kontoinhabers laufen. Das ist keine Eigenheit dieses Hauses, sondern die deutsche Vorgabe, die anonyme Zahlungsmittel aus dem lizenzierten Markt heraushält. Für einen Haushalt, in dem ein Konto gemeinschaftlich genutzt wird, ist das die erste praktische Hürde, und sie fällt vor jeder Quotendiskussion.

Ein zweiter Punkt verdient Beachtung, weil er das Haus in der Steuerfrage exponiert: ein eigener Steuerabschlag wird in den Zahlungsangaben nicht beschrieben, und wo er stattfindet, ist er nicht Teil dieser Liste. Die Erlaubnis für sportwetten liegt bei der NetX Betting Limited seit dem 19. November 2020, mit Folgeerlaubnis vom 16. Dezember 2022.

Die sieben Wege sind ein echter Vorteil für Leute ohne Kreditkarte. Die Drittregel ist der Preis dafür.

bet-at-home: lange im Markt, Erlaubnis mit Verlauf

An der Whitelist-Historie dieses Anbieters lässt sich eine Entwicklung ablesen, die für die Steuerfrage relevanter ist, als sie aussieht. Die Bet-at-home Internet Limited ist für bet-at-home mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 02.11.2020 eingetragen, es folgt eine Folgeerlaubnis vom 22.12.2022 und eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele seit dem 28.12.2022.

Drei Daten, drei Vorgänge. Die Folgeerlaubnis vom Dezember 2022 steht im Kalender genau dort, wo bei einer ganzen Reihe von Häusern dieses Marktes die Umstellung auf die Bedingungen des Glücksspielstaatsvertrags 2021 liegt — und das ist der Rahmen, der Einzahlungslimit, Sperrsystem und Zahlungsweg für alle verbindlich regelt. Wer wissen will, unter welchen Regeln sein Konto im Detail geführt wird, findet in diesen Daten den Hinweis darauf, dass die Bedingungen nicht seit dem ersten Tag unverändert gelten.

Für den Vergleich heißt das: ein Haus mit einer Erlaubnis über fünf Jahre ist nicht automatisch besser als ein Haus mit einer frischen. Es hat mehr Zeit gehabt, seine Prozesse an den deutschen Rahmen anzupassen — und mehr Zeit, seine Angebotsstruktur mehrfach umzustellen. Der Nachweis für den Steuerumgang kommt auch hier aus den Wettregeln des Anbieters selbst, und keine Erlaubniszeile ersetzt diesen Blick.

Bemerkenswert bleibt, wie alt die erste Erlaubnis ist. Der 2. November 2020 gehört zu den frühesten Daten im Feld, und bei den Anbietern mit früher Erlaubnis zeigt sich dasselbe Muster: die Formalie ist lang geregelt, die Bewerbung der Steuerfrage ist es nicht.

Tipwin: Steuer übernommen, Kontogutschrift vollständig

Tipwin geht den geradlinigsten Weg im ganzen Feld. Nach den Angaben in seinem FAQ-Bereich übernimmt das Unternehmen bei Ein- und Auszahlungen die Steuerkosten, sodass der Betrag dem Kundenkonto vollständig gutgeschrieben wird. Gebühren für Ein- und Auszahlungen nennt der FAQ-Bereich nicht.

Das ist die Konstruktion, die „steuerfrei“ wörtlich nimmt: der Kunde merkt von der Abgabe an der Einzahlungsstelle nichts. Ob sich die Steuer an anderer Stelle wiederfindet — in der Quote, in einem Mindestbetrag oder in einer gestrichenen Aktion —, ist der Folgefrage wert. Eine vollständige Gutschrift auf dem Einzahlungsbetrag sagt nichts über den Preis, zu dem später abgerechnet wird. Und in der zweiten Auflage — Auszahlung — ist die Zusage stark, wenn sie hält; eine kostenfreie Auszahlung ohne eigenen Posten ist für einen Spieler mit kleinen Beträgen bares Geld.

Auffällig ist, was das Haus nicht nennt. Der FAQ-Bereich führt keine Gebühren und keinen Steuerabschlag auf, und damit fehlt auch eine Zahl, an der sich seine Angabe nachmessen ließe. Der Vergleich bleibt qualitativ: hier steht eine Zusage, dort stehen Formeln.

Die Tipwin Limited ist für Tipwin seit dem 9. Oktober 2020 eingetragen, mit Folgeerlaubnissen vom 27. Dezember 2022 und vom 9. Januar 2024 — eine der längeren Ketten im Feld.

Winamax: „0 % Wettsteuer“ und eine Studie mit 2.967 Spielen

Hier wird die Werbung konkret, und deshalb lässt sie sich prüfen. Winamax wirbt mit „0% Wettsteuer und die besten Quoten“ und verweist für den zweiten Teil auf eine Odoxa-Studie zu 2.967 Spielen aus Fußball, Tennis und Handball im Zeitraum vom 01.04.2025 bis 30.08.2025, nach der Winamax bei 45 % der untersuchten Quoten auf Platz eins lag.

Die Zahl 45 % sollte man langsam lesen. Sie besagt nicht, dass Winamax in 45 % der Fälle die Meisterquote hatte, unabhängig davon, ob es sich um eine Nische oder ein Topspiel handelt. Sie besagt nicht, dass die Hälfte der Quoten aus Sicht dieses Anbieters überlegen war — es bleibt die Mehrheit, die es nicht war. Und sie besagt nichts über die Steuer. Der Umsatzsteuerfrage weicht ein Slogan, der die Null vorne trägt, ohnehin aus: irgendwo im Wettregelwerk steht, wie die 5,3 % verrechnet werden, und dort lohnt das Lesen mehr als im Werbebanner.

Der Hinweis auf die eigenen Quoten ist trotzdem nicht wertlos. Ein Quotenvorteil verschiebt den Return über die Masse der Wetten stärker, als ein abgeschaffter Steuerposten es auf einer Einzelwette tut. Wenn die 45 % auch nur in der Nähe der Wirklichkeit liegen, ist das eine überprüfbare Behauptung, und überprüfbare Behauptungen sind selten in diesem Geschäft.

Die WINAMAX in ihrer Eigenschaft als Société anonyme ist für Winamax seit dem 29. Juni 2021 eingetragen, mit Folgeerlaubnis vom 8. Dezember 2022.

Betano: Malta-Halter, Auszahlung nach Eventende

Betano ist einer der Anbieter, bei denen sich der Unterschied zwischen Marke und Rechtsträger am deutlichsten zeigt: Die Whitelist führt für Betano die Betkick Sportsbetting Limited mit Sitz in San Giljan auf Malta. Das ist der Inhaber der Sportwetten-Erlaubnis, nicht die Person, die im Impressum der Seite als erstes genannt sein mag.

Ein Sitz auf Malta ist hier kein Makel und kein Argument. Er ist die Rechtsform, in der das Haus seinen deutschen Auftritt betreibt, und für die Nutzer relevant wird das an genau zwei Stellen: an der Zuständigkeit bei Streitfragen und an der Frage, welche Streitbeilegung im Zweifelsfall greift. Ein deutscher Veranstalter, der seinen Sitz auf Malta hat und in Deutschland zugelassen ist, bleibt trotzdem Teil des deutschen Rahmens — die Erlaubnis ist der Filter, nicht der Firmensitz.

Der Zeitpunkt der Erlaubnis ist der 19.02.2021, mit Folgeerlaubnis vom 16.12.2022, also im mittleren Bereich des Feldes. Der wichtigere Punkt für Spieler liegt beim zweiten Begriff: die Steuerfrage und die Auszahlungsgeschwindigkeit sind zwei verschiedene Dinge. Ein Haus, das spät auszahlt, weil es die offizielle Beendigung des Events abwartet, verlängert die Zeit, in der das Geld für den Kunden nicht verfügbar ist. Diese Frist ist im deutschen Rahmen ohnehin keine Frage des Ermessens — Auszahlungen erfolgen nach dem offiziellen Ende des Ereignisses. Wer also kurzfristig spielt, sollte den Puffer einplanen.

VBet: jüngste Sportwetten-Erlaubnis im Feld

Mit dem 5. Dezember 2023 führt VBet die jüngste Sportwetten-Erlaubnis dieser Zehnergruppe. Als Veranstalter der Sportwetten unter VBet ist die SCGO Limited eingetragen, mit Sitz in Portomaso, St. Julian’s auf Malta.

Der Vergleich mit den Daten der übrigen Anbieter ist informativ: während die großen deutschen Marken zwischen 2020 und 2022 durch die Folgeerlaubnisphase gegangen sind, steht dieses Haus erst seit Ende 2023 auf der Liste. Das bedeutet nicht weniger Sicherheit — eine Whitelist-Erlaubnis ist eine Whitelist-Erlaubnis, und ein Haus auf der Liste ist ein Haus auf der Liste. Es bedeutet aber, dass die Marke einen kürzeren Zeitraum hatte, um sich im deutschen Markt mit seinen spezifischen Anforderungen zu positionieren, vom Limit bis zur Zahlungsabwicklung.

Für einen Spieler, der Wert auf ein langjähriges deutsches Standing legt, ist das ein Abwägungspunkt; für einen, der einfach eine Alternative mit deutscher Erlaubnis sucht, ist die Formalie ausreichend. Was über den Steuerumgang gesagt werden kann, steht in den eigenen Wettregeln des Anbieters — nicht in der Whitelist.

Betway: Mindestbeträge in der Zahlungsabwicklung

Betway ist der Anbieter in diesem Feld, bei dem die Zahlungsabwicklung ausführlich dokumentiert ist. Bei der Nutzung von Skrill beträgt die Mindesteinzahlung 5 €, die Mindestauszahlung 10 €. Skrill-Auszahlungen sind gebührenfrei und werden in der Regel innerhalb von 24 Stunden freigegeben. Ein Punkt, der über die Zahlungsfrage hinausweist: Einzahlungen per Skrill qualifizieren nur für die Willkommens-Freiwette, nicht für den Einzahlungsbonus.

Diese letzte Regel ist der eigentliche Hinweis. Sie zeigt, dass die Wahl des Zahlungswegs hier nicht neutral ist, sondern einen direkten Einfluss auf das Angebot hat, das für einen Neukunden in Frage kommt. Wer mit Skrill einzahlt — oft aus praktischen Gründen — schließt damit eine der zwei Angebotsarten aus, ohne dass dies in der Bewerbung an prominenter Stelle stünde.

An zweiter Stelle steht die Tatsache, dass die Wettsteuer bei diesem Anbieter im abschließenden Prüfschritt des Wettscheins als eigener Posten neben den ausgewählten Spielen und dem jeweiligen Wettsystem erscheint. Eine Steuer, die auf dem Wettschein sichtbar ausgewiesen wird, ist für den Kunden besser als eine, die in der Quote verschwindet: er sieht, was er zahlt, und kann den Betrag in seine Kalkulation aufnehmen.

Die Betway Limited ist für Betway seit dem 9. März 2021 eingetragen, mit Folgeerlaubnis vom 23. Dezember 2022. Die 24-Stunden-Angabe zu Skrill-Auszahlungen ist das konkreteste Zahlungsversprechen im Feld — eine Angabe aus dem eigenen Blog des Anbieters, die sich in der Realität erst im Auszahlungsmoment messen lässt.

Neo: erlaubt, ohne Steuerdetails in den eigenen Angaben

Neo gehört zu den Häusern im Feld, deren Whitelist-Eintrag klar und vollständig ist, während sich über den Steuerumgang aus den Angaben dieses Vergleichs nichts sagen lässt. Die Greenvest Betting Limited ist für Neo mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.10.2020 eingetragen, mit Folgeerlaubnis vom 22.12.2022.

Die Erlaubnisdaten bewegen sich damit genau im Muster der frühen Gruppe: Antrag in der Startphase des deutschen Lizenzsystems, Umstellung zwei Jahre später. Das Haus gehört zu den ersten Marken, die auf der Whitelist erscheinen, und es hat sich seither nicht aus dem Markt zurückgezogen.

Was einen Spieler für dieses Haus gewinnen könnte, liegt in der Struktur des eigenen Angebots, nicht in der Steuerfrage. Ob der Anbieter die 5,3 % aus eigener Tasche trägt oder einen Quotenabschlag vornimmt, steht nicht in einer Regel, die für alle Häuser gilt, sondern in seinem eigenen Wettregelwerk — wer es wissen will, schaut dort. Der Vergleich wird an dieser Stelle ehrlich: hier steht die Formalie, nicht die Kalkulation.

Was „steuerfrei“ bei Wetten wirklich bedeutet

Der Ausdruck stammt nicht aus dem Gesetz, sondern aus der Werbung. Das Gesetz kennt keine steuerfreie Wette; es kennt eine Steuer, die den Veranstalter trifft. Paragraph 19 des Rennwett- und Lotteriegesetzes macht ihn zum Steuerschuldner, und wenn eine Marke mit einer Null wirbt, dann mit der Aussage, dass sie diese Schuld selbst trägt, statt sie beim Kunden einzuziehen. Der Satz bleibt unverändert: 5,3 % der Bemessungsgrundlage, die das Gesetz als Einsatz abzüglich der Steuer selbst definiert, also ein effektiver Satz von etwa 5,03 % auf den Betrag, den der Spieler einzahlt. Ob und wie weitergereicht wird, entscheidet der Anbieter.

Die Prüfung beginnt an der richtigen Stelle. Wer wissen will, ob ein Anbieter in Deutschland erlaubt ist, schaut auf die Whitelist — das ist die amtliche Liste nach Paragraph 9 Absatz 8 des Glücksspielstaatsvertrags und die einzige belastbare Prüfung. Eine .de-Adresse hilft nicht weiter; die Whitelist enthält zwar nur .de-Domains, aber daraus folgt keine Aussage in der Gegenrichtung. Dass eine Seite eine deutsche Endung führt, sagt nichts über ihre Erlaubnis. Und ein Betreiber, der einen Steuerabzug nennt, ist deshalb nicht automatisch erlaubt — die Steuer fällt auch auf unerlaubtes Glücksspiel an. Eine Steuerzahlung ist kein Lizenznachweis.

Die Rechtslage, die den Anbieter trifft, ist die eine Hälfte. Die zweite Hälfte ist die, die den Schadensfall betrifft. Im unerlaubten Angebot gelten die Schutzmechanismen nicht, an die sich ein deutscher Nutzer gewöhnt hat: das bundesweite Sperrsystem OASIS, die Limitdatei LUGAS mit dem Einzahlungslimit, die Anbindung an deutsche Streitbeilegungswege. Für die Legitimität dieser Mechanismen und die konkreten Beträge gibt es den Abschnitt „Spielerschutz: was gilt, unabhängig von jedem Steuersatz“. Festzuhalten bleibt für die Steuerfrage: Wer die Wahl zwischen einem verlockenden Angebot ohne deutsche Erlaubnis und einem Angebot mit Erlaubnis hat und sich für das erste entscheidet, tauscht nicht Steuerfreiheit gegen steuerfreie Wette, sondern Schutz gegen Unsicherheit. Ob der Preis das wert ist, muss jeder für sich entscheiden — aber die 5,3 % sind bei dieser Abwägung das kleinste Element.

Ein Wort zur Statistik, die den Rahmen setzt. Die Steuereinnahmen aus Sportwetten lagen 2023 bei 409 Millionen Euro und damit 5,2 % niedriger als im Vorjahr, während sie gegenüber den 189 Millionen Euro des Jahres 2013 um 116,8 % gestiegen waren. Die gesamten Steuereinnahmen aus dem Glücksspiel betrugen 2023 rund 2,48 Milliarden Euro, ein Rückgang von 3,6 % gegenüber dem Vorjahr, wovon die Lotteriesteuer mit rund 1,77 Milliarden Euro etwa 71 % ausmachte. Diese Zahlen sind das Steueraufkommen des Staates, nicht der Anteil der Spieler. Wer sie liest, sieht: bei einer so kleinen Gruppe von Anbietern wie den zehn hier verglichenen geht es um eine Größenordnung, in der 5 % eines Einsatzes eine Rolle spielen — für den Einzelnen und in Summe.

Was der Steuersatz mit dem Kontostand macht

Gesetze lassen sich nachlesen. Was sie kosten, ergibt sich erst aus einer Rechnung. Nehmen wir einen Einsatz von 100 € auf eine Quote von 2,00 als Beispiel — nicht als ein Angebot, sondern als Prüfstein. Ein solcher Einsatz bringt bei Gewinn 200 € brutto zurück, also 100 € Einsatz zurück und 100 € Gewinn. Der Steuerabgriff, der das interessiert, liegt bei 5,3 % der Bemessungsgrundlage, was 5,03 % des eingezahlten Betrages entspricht.

Wer die Belastung aus einer Quote trägt, verliert den Steueranteil aus dem Preis. Aus einer Quote von 2,00 wird je nach Anbieter eine Quote zwischen rund 1,89 und 1,95, und aus 200 € brutto werden entsprechend zwischen etwa 189 € und 195 € brutto. Der genaue Wert hängt davon ab, wie der Anbieter seinen Abschlag berechnet, und diese Zahl ist in ihren eigenen Regeln zu finden, nicht in einer Formel für den ganzen Markt. Für einen Gewinn von 100 € vor Kürzung ist das ein Unterschied von etwa 5 € im einen und bis zu 11 € im anderen Fall. Auf eine einzelne Wette sind das Beträge, die mancher als Kleingeld abtut.

Über eine Saison wird daraus etwas anderes. Wer 200 Wetten über das Jahr mit durchschnittlich 100 € Einsatz spielt, bewegt 20.000 € durch seinen Einsatz. Ohne Steuer und bei einem ausgeglichenen Ergebnis der Wetten wäre das Nullsummenspiel — aber in der Praxis ist es kein Nullsummenspiel, weil jede Wette eine Marge enthält. Und hier kommt die 5,3 % ins Spiel. Sie wird nicht einmalig fällig, sondern bei jedem dieser 200 Wettscheine, in jeder Quote, die der Spieler annimmt. Bei einem angenommenen Quotenschlüssel von 95 % auf dem 1X2-Markt würde die Marge allein schon 5 % des Umsatzes ausmachen, und der Steueranteil liegt in derselben Größenordnung.

Wer also glaubt, mit einer steuerfreien Wette ein Geschäft zu machen, sollte sich diese Zahl vor Augen führen. Der Steuersatz ist fest, die Marge ist es nicht, und das Zusammenspiel beider ergibt die realen Bedingungen. Ein Quotenvorteil von einigen Prozentpunkten verändert das Ergebnis über eine Saison deutlich. Die Steuerangabe im Verkaufsargument ist für gewöhnlich nicht das, was den Unterschied macht.

Für den genauen Praxisfall gilt die Abschlagsregel: Der Abschlag bei Interwetten liegt bei 5,3 % auf die Quote, während vom Einsatz nach den AGB nichts abgezogen wird. Für 100 € bei einer Quote von 2,00 bleibt der Einsatz vollständig erhalten, und der Abschlag wirkt dort, wo die Quote entsteht. Wer den Unterschied zwischen Abschlag auf den Einsatz, auf die Quote und auf den Gewinn einmal durchgerechnet hat, liest die Werbung für steuerfreie Wetten anders. Der steuerfreie Wettanbieter gibt die Steuer nicht zurück — er entscheidet nur, wo sie anfällt.

Die Lizenz- und Steuerkonstruktion der zehn Anbieter im Detail

Was in der Steuerprüfung auffällt, ist die Bandbreite, mit der die zehn Häuser mit derselben Abgabe umgehen. Bei Interwetten trägt das Unternehmen die Sportwettensteuer nach dem Rennwett- und Lotteriegesetz, wie es in Abschnitt G.8 der AGB für Sportwetten festhält, und nimmt dafür einen Quotenabschlag von 5,3 % vor. Nicht der Einsatz wird reduziert, sondern der Gewinn: im Gewinnfall sinkt die Auszahlungsquote und damit der Wettgewinn um 5,3 %, mit Ausnahme von Cash-Out-Gewinnen. Vom Einsatz wird nichts abgezogen.

Daraus folgt eine Nebenwirkung, die man erst auf den zweiten Blick sieht. Wer eine Wette mit einer Quote unter 1,10 als Einzelwette platzieren will, kann das bei Interwetten nicht. Tipps mit niedrigeren Quoten müssen als Kombi- oder Systemwetten gespielt werden. Ein Quotenabschlag von 5,3 % und eine Mindestquote von 1,10 gehören zusammen, weil der Abschlag bei sehr kurzen Quoten eine zu dünne Marge lässt. Für Spieler, die auf Favoriten mit knapper Quote setzen — im Fußball die häufigste Strategie überhaupt —, bedeutet diese Regel, dass die klassische Einzelwette dort nicht durchgeht. Die Alternative ist eine Kombiwette, und mit ihr die Verdoppelung einer Marge, die man sonst nur einmal gezahlt hätte. Die 1,10 wirken wie eine Kleinigkeit; sie sind der Punkt, an dem das Interwetten-Modell den Durchschnittsspieler trifft.

Wettarena macht die Abgabe zur offenen Position. Nach den spielrelevanten Informationen fallen außer dem Wetteinsatz und der gesondert ausgewiesenen Steuer (5,3 % auf den Einsatz abzüglich der Steuer, was etwa 5 % des eingezahlten Betrags entspricht) keine weiteren Kosten für die Teilnahme an einer Sportwette an. Der Ansatz ist der anderen Richtung entgegengesetzt: Hier steht die Belastung auf dem Wettschein, und für jede Wette lässt sich nachrechnen, was der Steueranteil ausmacht. Zwei Wege, die gleiche Abgabe — einmal im Preis versteckt, einmal sichtbar getrennt.

ODDSET setzt den Kontrapunkt zu beiden. Das Haus gibt an, weder den Einsatz noch den Gewinn der Spielenden mit einem Steuerabzug zu belegen, und zahlt Gewinne auf den kompletten Einsatz ohne jeden Abzug aus. Von den drei Konstruktionen — Quotenabschlag, separater Posten, vollständige Übernahme ohne Abschlag — ist das die für den Kunden erkennbar günstigste. Sie sagt nicht, dass die Quoten überdurchschnittlich sind; das steht auf einem anderen Blatt und in einem anderen Vergleich.

Wer die Steuer schuldet und wer sie weitergibt

Die Frage nach dem Steuerschuldner wird oft falsch gestellt. Sie lautet nicht, ob der Spieler Steuern zahlt — er tut es nicht, jedenfalls nicht im Verhältnis zum Finanzamt. Sie lautet, wer haftet, wenn die Abgabe nicht abgeführt wird, und ob der Preis, den der Spieler sieht, sie bereits enthält. Paragraph 19 des Rennwett- und Lotteriegesetzes beantwortet den ersten Teil: die Steuer schuldet der Veranstalter der Wette. Zulassung und Aufsicht über das Angebot liegen bei der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle (Saale), die nach dem Glücksspielstaatsvertrags 2021 arbeitet, der seit dem 1. Juli 2021 in Kraft ist. Die Erlaubnis zur Veranstaltung und Vermittlung von Sportwetten im Internet erteilt sie nach Paragraph 9a Absatz 1 Nummer 3 in Verbindung mit Paragraph 27f Absatz 1 des Glücksspielstaatsvertrags, und sie beaufsichtigt und ahndet Verstöße nach Paragraph 28a.

Die Steuer selbst ist keine Angelegenheit der Behörde. Sie ist eine Angelegenheit des Finanzamts. Das ist der Punkt, an dem viele Annahmen auseinandergehen: der Glücksspielbehörde ist es nicht möglich, die Steuer eines Spielers einzutreiben, und sie tut es auch nicht. Sie kontrolliert, ob ein Anbieter überhaupt tätig sein darf; das Finanzamt kontrolliert, ob die Abgabe abgeführt wird. Nicht jede Beschwerde gehört daher an die Behörde, und nicht jede an das Finanzamt.

Für die Weitergabe gibt es keine Vorschrift. Ob ein Anbieter die Steuer aus seiner Marge zahlt oder in einer Abschlagsregel an den Kunden weitergibt, ist eine Geschäftsentscheidung. Das erklärt den Wildwuchs im Feld — und es erklärt, warum der Vergleich nicht mit dem Namen eines Hauses beginnt, sondern mit dem Absatz seiner Wettregeln, in dem die Steuer steht. Die Bandbreite reicht von der vollständigen Übernahme ohne Abschlag bis zur doppelten Belastung von Einsatz und Bruttogewinn.

Ein Punkt bleibt für die Praxis wichtig: Mit der Einführung der Steuer im Transportmarkt hat sich die Belastungsdifferenz zwischen lizenzierten Häusern und ihrem Umfeld nicht überall angeglichen. Wer heute über einen Anbieter ohne deutsche Erlaubnis spielt, zahlt keine deutsche Abgabe über diesen Anbieter — und erhält dafür kein deutsches Aufsichtsniveau. Die Sportwettensteuer wird in Deutschland seit dem 1. Juli 2012 erhoben; sie ist seither nicht verschwunden und wird nicht verschwinden.

Rechtliche Lage: Erlaubnis, Whitelist und die aktuellen Verfahren

Die zentrale Regel ist einfach und wird oft missverstanden. Wer in Deutschland Sportwetten anbieten oder vermitteln will, braucht eine deutsche Erlaubnis. Ohne sie ist das Angebot unerlaubtes Glücksspiel nach Paragraph 4 Absatz 1 des Glücksspielstaatsvertrags. Eine Erlaubnis aus Curaçao, Anjouan oder Malta hat in Deutschland keine Bedeutung — kein Konstrukt im Ausland ersetzt die deutsche Zulassung.

Die Behörde warnt ausdrücklich. Am 17. September 2026 hat die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder Verbraucherinnen und Verbraucher vor der Teilnahme an illegalen Angeboten gewarnt und dabei ausdrücklich Platincasino genannt. Wer heute in ein Angebot einsteigt, das nicht auf der Whitelist steht, sollte diese Warnung zur Kenntnis nehmen. Sie ist nicht rhetorisch.

Die Rechtsprechung zu den Verträgen ohne Erlaubnis ist in Bewegung. Der Bundesgerichtshof hat dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht — im Verfahren mit dem Aktenzeichen I ZR 90/23 fordert ein Kläger von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. Am 19. März 2026 hat Generalanwalt Nicholas Emiliou in seinen Schlussanträgen in der Rechtssache C-530/24 die Auffassung vertreten, dass die Verpflichtung unlizenzierter Sportwettenanbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze grundsätzlich möglich ist — mit der Ausnahme, dass Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Das ist die Auffassung eines Generalanwalts, kein Urteil, und die Verfahren sind nicht abgeschlossen. Wer daraus eine Aussicht auf Rückzahlung ableitet, liest mehr hinein, als die Unterlagen hergeben.

Und der strafrechtliche Rahmen gehört zur Vollständigkeit. Das Veranstalten unerlaubten Glücksspiels ist nach Paragraph 284 des Strafgesetzbuches mit bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe bedroht, die Werbung dafür mit bis zu einem Jahr, die Teilnahme daran nach Paragraph 285 mit bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe. Verfolgungen einzelner Spieler sind nicht belegt; daraus wird aber keine Freigabe. Es ist ein Hinweis darauf, dass der Fokus der Verfolgung beim Anbieter liegt — nicht eine Einladung, das Risiko zu ignorieren.

Was auf der Whitelist steht und was das für den Spieler bedeutet

Die Whitelist ist ein kurzes Dokument. Die Fassung vom 2. Oktober 2026 umfasst 30 Einträge: 27 Inhaber mit Sportwetten-Erlaubnis, von denen zwei auch Pferdewetten anbieten, sowie drei Inhaber mit einer reinen Pferdewetten-Erlaubnis. Alle gelisteten Domains sind .de-Adressen, aber die Endung allein beweist nichts — sie ist Folge der Zulassung, nicht ihr Nachweis. Wer ein Angebot prüft, sucht dort nach der Domain, unter der er spielen will, und nicht nach der Marke. Ein Anbieter kann auf der Liste stehen und eine Domain derselben Gruppe nicht.

Die Fristen sind formal geregelt. Eine erste Erlaubnis läuft nach Paragraph 4c Absatz 1 des Glücksspielstaatsvertrags fünf Jahre, aber die Whitelist nennt keine Enddaten, sondern nur Erteilungsdaten. Wer den aktuellen Status prüfen will, muss die Liste selbst konsultieren. Der Vergleich oben führt die Erteilungsdaten so, wie die Liste sie führt — als Erteilungsdaten.

Der zweite wichtige Punkt: Auf der Liste kann ein Inhaber mit mehreren Erlaubnissen auftauchen — Sportwetten, virtuelle Automatenspiele, Poker. Diese Erlaubnisse gelten getrennt. Eine Sportwetten-Erlaubnis für eine Domain bedeutet nicht, dass Automatenspiele oder Poker desselben Anbieters ebenfalls zugelassen sind. Für die Frage, ob ein Sportwettenangebot in Deutschland erlaubt ist, zählt ausschließlich die unter dem Sportwetten-Titel eingetragene Domain.

Was in Deutschland gewettet werden darf

Der Umfang des erlaubten Angebots ist enger, als viele erwarten. Nach Paragraph 21 Absatz 1 des Glücksspielstaatsvertrags sind feste Wetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon sowie auf Vorgänge darin zulässig, als Einzelwette oder Kombinationswette. Das klingt breit, wird aber durch Paragraph 21 Absatz 5 eingeschränkt: Es dürfen nur Wettarten angeboten werden, die die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder genehmigt hat — das Sportwettprogramm.

Für Live-Wetten gibt es eine eng definierte Grenze. Paragraph 21 Absatz 4 erlaubt während eines laufenden Ereignisses nur Wetten auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine vergleichbare Komponente in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten sind. Beim Fußball ist „nächstes Tor“ möglich, beim Tennis „nächster Satz“. Der nächste Punkt im Tennis oder der nächste Korb im Basketball fallen nicht darunter. Wer sich an Live-Wetten mit häufigen Einzelaktionen gewöhnt hat, findet dieses Angebot in Deutschland nicht.

Ausgenommen sind außerdem Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren — in der Praxis der Behörde zählt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateurbereich —, manipulationsträchtige Wetten sowie Wetten auf Regelverstöße oder deren Ahndung. Wetten auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse sind ebenfalls nicht zulässig, und E-Sport ist nach Angaben der Behörde für Wetten nicht zugänglich; E-Sport wird nicht als Sport anerkannt, ein lizenziertes E-Sport-Wettangebot existiert in Deutschland nicht. Wer ein solches Angebot sieht, sieht es bei einem Anbieter außerhalb des Erlaubnisrahmens.

Cash-out ist kein gesetzlich geregeltes Recht. Eine Vorschrift oder eine Regelung der Behörde zu dieser Funktion ließ sich nicht finden; sie ist ausschließlich als Funktion des jeweiligen Anbieters zu beschreiben. Wer sie nutzt, nutzt sie nach dessen Bedingungen. Gewinne werden grundsätzlich erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses ausgezahlt. Und anders als in manchen anderen Glücksspielbereichen gibt es für Sportwetten keine gesetzliche Obergrenze für den einzelnen Wetteinsatz.

Spielerschutz: was gilt, unabhängig von jedem Steuersatz

Spielerschutz ist der Teil dieser Seite, der mit der Steuer nichts zu tun hat und trotzdem jeden betrifft, der eine Wette abgibt. Die Teilnahme ist erst ab 18 Jahren möglich, nach Paragraph 4 Absatz 3 des Glücksspielstaatsvertrags. Es gilt ein Konto pro Anbieter, und die Verifizierung ist vollständig, nach Paragraph 6a. Vor Abschluss der Verifizierung darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden Spiel erlauben, mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen. Das ist ein Fenster, das mit offenen Augen genutzt werden sollte.

Ein Smartphone liegt mit dem Display nach unten auf einem Holztisch neben einem Glas Wasser, Abendlicht fällt durch ein Fenster.
Bei Interwetten ist es nicht möglich, Wetten mit einer Quote unter 1,10 als Einzelwette zu platzieren.

Das Einzahlungslimit ist das bekannteste Instrument. Nach Paragraph 6c Absatz 1 gilt standardmäßig eine Grenze von 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter zusammen, durchgesetzt über die LUGAS-Limitdatei. Ein Anbieter, dessen Erlaubnis es zulässt, kann für eine einzelne Person eine höhere Grenze festlegen — bis 10.000 €, in einer Spanne von 10.000 € bis 30.000 € für höchstens 1 % seiner aktiven Spieler —, aber nur gegen einen nachweisbaren Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit; eine Selbstauskunft genügt nicht. Eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung erst nach sieben Tagen. Wer sein Limit senken will, merkt das am selben Tag; wer es erhöhen will, wartet eine Woche. Das ist die Konstruktion, die einen Impuls bremst.

Das parallele Spielen ist nach Paragraph 6h des Glücksspielstaatsvertrags über die Aktivitätsdatei untersagt. Das bundesweite Sperrsystem OASIS nach den Paragraphen 8 und 8a wird bei der Registrierung und bei jedem Login abgefragt. Eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn der Spielende eine Frist nennt, ansonsten mindestens ein Jahr. Der Panikbutton nach Paragraph 6i Absatz 3 löst eine sofortige Sperre von 24 Stunden aus.

Für die Zahlungen gilt nach Paragraph 6b Absatz 4, dass nur von einem Zahlungskonto auf den eigenen Namen bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut eingezahlt werden darf; anonyme Zahlungsmittel sind nicht erlaubt. Das ist der Mechanismus, der Krypto und anonymes Prepaid aus dem lizenzierten deutschen Wettmarkt heraushält. Welche Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, ist seine eigene Sache und nur aus seinen Bedingungen zu belegen. Die Spielergelder liegen auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto; bei Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt, nach Paragraph 6b Absätze 6 und 7.

Der wichtigste Satz zum Schluss: Auf Seiten ohne deutsche Erlaubnis greift keiner dieser Mechanismen. Sie sind weder an OASIS noch an LUGAS angeschlossen. Ein Spieler dort hat keine Selbstsperre, die über alle Anbieter wirkt, kein Einzahlungslimit, das die Anbieter übergreift, und keinen deutschen Weg für Streitigkeiten. Das ist der Preis, der nicht in der Quote steht und in keiner Werbung auftaucht.

Häufige Fragen, kurz beantwortet

Sind Wetten und Wettgewinne in Deutschland steuerfrei?

Nicht im Sinne von steuerbefreit. Die Sportwettensteuer von 5,3 % der Bemessungsgrundlage, also rund 5,03 % des eingezahlten Betrages, wird nach Paragraph 19 des Rennwett- und Lotteriegesetzes vom Veranstalter geschuldet, nicht vom Spieler. „Steuerfrei“ beschreibt, dass ein Anbieter diese Abgabe selbst trägt, statt sie beim Kunden abzuziehen.

Wer schuldet die Sportwettensteuer — der Anbieter oder der Spieler?

Der Veranstalter der Wette. Paragraph 19 des Rennwett- und Lotteriegesetzes macht ihn zum Steuerschuldner, und die Aufsicht über die Zulassung liegt bei der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder. Ob der Anbieter die Abgabe übernimmt oder über Quote, Wettschein oder Gewinn an den Kunden weitergibt, ist seine eigene Geschäftsentscheidung.

Wie unterscheiden sich Abzug vom Einsatz, Quotenabschlag und Abzug vom Gewinn?

Drei Wege mit demselben Steuersatz und drei verschiedenen Ergebnissen. Ein Quotenabschlag senkt den Preis, der auf dem Wettschein steht. Ein separater Posten belastet den Einsatz sichtbar vor der Platzierung. Ein Abzug vom Gewinn kürzt die Auszahlung erst im Erfolgsfall und lässt eine Wette im Verlustfall unberührt.

Was bedeutet „0 % Wettsteuer“ für die Auszahlung?

Die Werbeaussage bezieht sich darauf, dass der Anbieter die Abgabe trägt. Wer damit rechnet, dass die Auszahlung unverändert bleibt, sollte das Kleingedruckte prüfen. Bei Interwetten etwa senkt der Abschlag von 5,3 % auf die Quote den Wettgewinn im Gewinnfall, während vom Einsatz nichts abgezogen wird.

Wie wird die Auszahlung berechnet, wenn der Anbieter die Steuer weitergibt?

Bei einer Quote von 2,00 und 100 € Einsatz auf einer Einzelwette beläuft sich der Bruttogewinn auf 200 €, davon 100 € Einsatz. Ein Abschlag von 5,3 % auf den Gewinn reduziert den Auszahlungsbetrag nach Anbieterregel; wer die tatsächliche Auszahlung kennen will, rechnet die im Wettschein ausgewiesene Quote mal seinen Einsatz.

Wie erkennt man auf der Whitelist, ob ein Anbieter in Deutschland erlaubt ist?

Man sucht die Domain, unter der gespielt werden soll, in der Liste nach Paragraph 9 Absatz 8 des Glücksspielstaatsvertrags. Der Eintrag nennt den Inhaber der Sportwetten-Erlaubnis und das Erteilungsdatum. Eine .de-Adresse allein beweist nichts; die Whitelist ist die einzige belastbare Prüfung.

Inhalt erstellt vom Team «NHL-Wetten»