Heinz-Wetten und Super-Heinz-Wetten im Vergleich deutscher Wettanbieter

Updated Oktober 2026
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Stand: 30. Oktober 2026 — geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder.

Sechs Fußbälle in einem Kreis auf einem gepflegten Rasen, von oben aufgenommen, gleichmäßiges Tageslicht.
Der „Heinz“ deckt alle Kombinationen aus sechs Auswahlen ab dem Doppel ab; der Name stammt von den 57 Mehrfachwetten: 15 Doppel, 20 Dreier, 15 Vierer, 6 Fünfer und 1 Sechser.

Ein Heinz ist keine Wette, sondern ein Bündel. Sechs Auswahlen, und daraus werden 57 Wetten: fünfzehn Doppel, zwanzig Dreier, fünfzehn Vierer, sechs Fünfer und ein Sechser. Der Name kommt von genau dieser Zahl. Wer einen Zehner auf den Schein legt, setzt nicht zehn Euro, sondern 570. Das ist der erste Satz, den ein Buchmacher in seinem Werbetext nicht schreibt, und es ist der Satz, der über den ganzen Rest entscheidet.

Dasselbe gilt eine Stufe höher. Der Super Heinz nimmt sieben Auswahlen und kommt auf 120 Wetten. Der Goliath nimmt acht und kommt auf 247. Alle drei gehören zu den Full-Cover-Wetten: Sie decken jede mögliche Mehrfachwette über ihre Auswahlen ab, von den Doppeln bis zum einen großen Sechser oder Siebener. Wer das einmal verstanden hat, versteht auch, warum die Einsatzfrage vor der Quotenfrage kommt — und warum ein Anbieter, der Systemwetten führt, damit noch lange nichts über seine Preise gesagt hat.

Die Heinz-Wette ist eine Systemwette aus sechs Auswahlen, die 57 Einzelwetten umfasst. Der folgende Text beschreibt, wie die Wette aufgebaut ist, welche Kosten bei 57 Linien entstehen, wie Gewinne berechnet werden und welche der lizenzierten Wettanbieter das Format führen.

Rechtslage: was die Erlaubnis für einen Heinz bedeutet

§ 9 Abs. 8 GlüStV kennt genau einen Nachweis dafür, dass ein Anbieter in Deutschland Sportwetten veranstalten darf: die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle (Saale). Sie ist keine Liste guter Anbieter und keine Liste günstiger Anbieter. Sie ist eine Liste derer, die es dürfen. Der Stand vom 2. Oktober 2026 führt 30 Einträge — 27 Inhaber mit einer Erlaubnis für Sportwetten, von denen zwei auch Pferdewetten anbieten, und drei Inhaber, die ausschließlich Pferdewetten vermitteln dürfen.

Ein Fußballtor mit Netz im Morgennebel auf einem leeren Platz, die Linien nur schwach zu erkennen.
Auf der Whitelist der GGL ist für LeoVegas die LVSports Limited als Betreiberin geführt, mit einer Erlaubnis für Sportwetten seit dem 21.10.2024.

Eine .de-Adresse allein beweist nichts. Jede einzelne Domain auf der Liste endet auf .de, aber daraus folgt nicht, dass eine .de-Adresse ohne Eintrag legal wäre. Was zählt, ist die Domain, die unter der Sportwetten-Erlaubnis geführt wird — nicht der Betreibername, nicht das Firmensitzland. Malta, Zypern, Gibraltar: für die Erlaubnisfrage in Deutschland irrelevant. Eine Curaçao-, Anjouan- oder Malta-Erlaubnis entfaltet hier keine Wirkung, weil die Veranstaltung ohne deutsche Erlaubnis unerlaubtes Glücksspiel nach § 4 Abs. 1 GlüStV bleibt.

Ein Heinz ist dabei kein Sonderfall. Das Format ändert an der Erlaubnisfrage nichts. Wer bei einem Anbieter auf der Whitelist einen Heinz spielt, spielt auf demselben Papier wie jemand, der eine Einzelwette setzt. Wer es nicht tut, hat keinen Anspruch auf OASIS, nicht auf LUGAS, nicht auf eine Beschwerdestelle in Deutschland.

Was erlaubt ist und was nicht

Erlaubt sind feste Quoten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon sowie auf Vorkommnisse während des Ereignisses, als Einzel- oder Kombinationswette nach § 21 Abs. 1. Dazu kommen nach § 21 Abs. 5 nur Wettarten, die die GGL im Sportwettprogramm zugelassen hat. Bei laufendem Ereignis ist nach § 21 Abs. 4 nur auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder ein vergleichbares Ereignis in Sportarten mit Seltenheitswert möglich: das nächste Tor im Fußball ja, der nächste Satz im Tennis ja, der nächste Punkt im Tennis nein, der nächste Korb im Basketball nein. Gesperrt sind Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren — in der GGL-Praxis zählt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateurbereich —, manipulationsträchtige Wettarten sowie Wetten auf Regelverstöße oder deren Bestrafung. Wetten auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse sind unzulässig. E-Sport: nach Aussage der GGL nicht bespielbar, E-Sport gilt dort nicht als Sport.

Ein Taschenrechner und ein Notizblock mit handgeschriebenen Zahlenreihen auf einem Holztisch, daneben ein Bleistift.
Interwetten trägt laut AGB (Stand 07.07.2021) die Sportwettensteuer und nimmt bei Wetten einen Quotenabschlag von 5,3 % vor.

Für den Heinz heißt das: Sieben Auswahlen aus einem Fußball-Pokal, einem Basketball-Spiel und einem Tennismatch lassen sich bündeln — solange jede einzelne Auswahl eine zugelassene Wettart trifft. Ein Wettschein ist eben nicht einfach Betting; er ist die Summe dessen, was in jeder der sieben Auswahlen drinsteckt. Fällt eine Auswahl auf ein gesperrtes Ereignis, wird der ganze Schein zum Konstruktionsfehler.

Verantwortung: wann ein Heinz den eigenen Rahmen sprengt

Ein Heinz ist die freundlichste Art, sich zu übernehmen, die der Wettenmarkt kennt. Der Marketingtext rechnet mit dem Stückpreis, der Kontostand rechnet mit dem Gesamteinsatz — und zwischen diesen beiden Zahlen liegt bei 57 Wetten der Faktor 57. Ein Spieler, der sich 10 € für einen Fußballabend zugesteht, hat diesen Rahmen mit einem einzigen Zehner-Heinz geräumt. Beim Super Heinz mit 120 Wetten passiert dasselbe mit 120 €.

Genau hier greifen die Regeln des GlüStV 2021, und sie sind nicht kleinlich. Die Teilnahme ist ab 18 nach § 4 Abs. 3. Ein Konto pro Anbieter mit vollständiger Verifizierung nach § 6a; vor der Verifizierung darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden Spiel erlauben, mit 100 € Einzahlungslimit und ohne Auszahlungen. Nach § 6c Abs. 1 gilt ein Einzahlungslimit von 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg, durchgesetzt über die LUGAS-Limitdatei. Ein Anbieter, dessen Erlaubnis es hergibt, darf es für einen einzelnen nachweisbar wirtschaftlich leistungsfähigen Spieler anheben — auf bis zu 10.000 €, in Ausnahmefällen 10.000-30.000 € für höchstens 1 % seiner aktiven Spieler. Eine Selbstauskunft genügt dafür nicht. Absenken wirkt sofort, anheben erst nach sieben Tagen.

Paralleles Spielen bei mehreren Anbietern ist nach § 6h untersagt und wird über die Aktivitätsdatei gemeldet. OASIS nach §§ 8, 8a ist das bundesweite Sperrsystem, das bei Anmeldung und Login abgefragt wird; wer sich dort mit einer Frist sperrt, ist mindestens drei Monate gesperrt, ohne Fristangabe mindestens ein Jahr. Der Panikbutton nach § 6i Abs. 3 löst eine sofortige 24-Stunden-Sperre aus.

Wer in einem Heinz 57 Wetten aus 1 € spielt, hat rechnerisch 57 € bewegt — bei 1.000 € Monatsrahmen ist das nicht ruinös, aber es ist auch nicht „ein kleiner Einsatz“. Fünf solcher Scheine füllen den Rahmen. Der Punkt ist nicht, dass Systemwetten ein Problem wären. Der Punkt ist, dass der Gesamteinsatz nirgends als Gesamteinsatz auftaucht — im Wettschein steht die Stückzahl, und das Gehirn liest den Stückpreis. Wie die Sperr- und Limitmechanik im Einzelnen läuft, steht im Abschnitt zu den gesetzlichen Grenzen; für die Planung eines Heinz reicht die Faustregel: Stückzahl zuerst rechnen, Auswahlen danach auswählen.

Wo offshore der Schutz endet

Wer einen Heinz außerhalb der Whitelist spielt, verliert mit einem Schlag alles, was in den vorigen Absätzen stand. Keine Verbindung zu OASIS, keine Verbindung zu LUGAS, damit auch kein bundesweites Einzahlungslimit und keine Selbstsperre, die überall greift. Die GGL hat am 17. September 2026 ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten gewarnt. Dazu kommt: Zahlungen sind nach § 6b Abs. 4 in Deutschland nur von einem auf den eigenen Namen lautenden Zahlungskonto bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut erlaubt; anonyme Zahlungsmittel scheiden damit formal aus. Spielerguthaben liegen auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto, und bei Kontoschließung wird das Guthaben nach § 6b Abs. 6-7 innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt. Das sind Vorteile, die man erst merkt, wenn man sie braucht.

Auf der Gegenseite stehen harte Kollisionen. Zivilgerichte haben mehrfach Anbieter ohne deutsche Erlaubnis zur Rückzahlung von Einsätzen verurteilt, und die Frage ist vom Bundesgerichtshof zum Europäischen Gerichtshof gewandert: Der BGH legte am 25. Juli 2024 unter dem Aktenzeichen I ZR 90/23 die Frage vor, ob die Dienstleistungsfreiheit der Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht; der Kläger verlangt von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. Generalanwalt Nicholas Emiliou hielt es in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 in der Rechtssache C-530/24 grundsätzlich für möglich, unlizenzierte Anbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten — mit der Ausnahme, dass Behörden die Lizenzpflicht vorerst nicht durchsetzen wollten. Zugesagt ist damit niemandem etwas. Wer auf eine Rückabwicklung hofft, hofft auf Rechtsprechung, nicht auf ein Recht.

Heinz, Super Heinz und die anderen Full-Cover-Wetten

Der Heinz hat sechs Auswahlen, der Super Heinz sieben, der Goliath acht. Alle drei sind Full-Cover-Wetten und decken jede mögliche Mehrfachwette über diese Auswahlen ab. Der Unterschied zum oberflächlich ähnlichen Kombischein ist grundsätzlich: Eine Kombiwette steht und fällt mit jeder einzelnen Auswahl. Ein Heinz steht bereits, wenn zwei Auswahlen gewinnen — der Fünfer, der Vierer und der Doppel, der aus diesen beiden gebildet wird, zahlen. Er zahlt aber nicht die Summe, mit der ein Werbetext spielt.

Das ist der ganze Reiz und der ganze Preis. Verliert eine Auswahl, verliert man nicht das Bündel, sondern die Wetten, in denen sie steckt. Verliert man zwei, bricht die Ergebnismenge schnell zusammen. Der Heinz belohnt Trefferballungen und verzeiht einzelne Ausrutscher — genau die Eigenschaft, die ihn als „sicherer“ erscheinen lässt, als er ist. Sobald mehr als eine Auswahl kippt, ist das freundliche Grundgefühl weg.

Wie viele Treffer es braucht, damit etwas zurückkommt

Null Rückzahlung gibt es bei null oder einem Treffer; mit einer einzigen gewonnenen Auswahl lässt sich kein Doppel bilden, und in einem Heinz gibt es nur Doppel oder größer. Bei zwei Treffern zahlen alle Wetten dieser beiden Auswahlen. Da es je Auswahlpaar genau einen Doppel gibt, ist das ein Doppel — bei sechs Auswahlen sind es also 15 mögliche Doppel, und genau eines davon wird gefüllt. Bei drei Treffern kommen die betroffenen Doppel und Dreier dazu: drei Paare, ein Dreier. Bei vier Treffern sind es sechs Doppel, vier Dreier, ein Vierer. Bei fünf Treffern laufen zehn Doppel, zehn Dreier, fünf Vierer, ein Fünfer. Bei sechs Treffern ist der Schein voll — alle 57 Wetten zahlen. Umgekehrt bedeutet das: Der Weg von „ich habe fünf von sechs richtig“ zu „ich habe sechs richtig“ ist kein gradueller, sondern ein Sprung über einen Sechser.

Wer die Trefferwahrscheinlichkeit mitdenkt, kommt zu einer unbequemen Größe. Ein Heinz aus sechs Auswahlen zu je 2,00 trifft statistisch drei richtig. Bei drei Treffern zahlt genau ein Dreier und ein Teil der Doppel. Von 57 gesetzten Wetten sind zwei im Gewinn. Die vielen kleinen Rückzahlungen sind kein Trostpreis, sie sind die mathematische Normalität dieses Formats — und sie sind der Grund, warum Systemwetten sich in der Erinnerung besser anfühlen als in der Auswertung.

Die Auszahlung einer einzelnen Linie

Die Formeln sind unspektakulär, und genau deshalb schaut kaum jemand hin. Der Rückfluss beträgt Einsatz × Quote, der Nettogewinn daraus Einsatz × (Quote − 1). Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Quoten der einzelnen Auswahlen zu einem Preis. In einem Heinz steht jede der 57 Wetten für sich, und obwohl die Auswahlen dieselben sind, hat jede Linie ihre eigene Länge: der Sechser trägt sechs Faktoren, das Doppel nur zwei.

Nur so erklärt sich, warum der Sechser allein oft mehr auszahlt als alle 56 übrigen Wetten zusammen. Der Sockel ist immer der Stückpreis, aber die Höhe der einzelnen Rückzahlung steigt exponentiell mit der Länge der Linie. Wer den Heinz spielt, spielt nicht 57 gleichwertige Wetten. Er spielt zwei üppige Wetten, die auf nichts stehen, was er im Griff hätte, und 55 kleine Wetten, die die Verluste des einen Fehlers managen. Bei einer Kombinationswette gilt dieselbe Multiplikation der Quoten für alle Auswahlen zusammen — die Kombiwette aus allen sechs wäre die eine lange Linie, die der Heinz in 57 Linien zerlegt.

Was ein Wettrechner zeigt und was er verschweigt

Ein Wettrechner addiert alle 57 Rückzahlungen und spuckt am Ende einen Endbetrag aus. Diesen Endbetrag gibt es aber nur, wenn alle sechs Auswahlen treffen. Das ist der wichtigste Satz zu Systemwettenrechnern überhaupt: Das angezeigte Optimum ist keine Prognose, sondern das obere Ende einer Spanne. Realistischer liest man den Rechner von der anderen Seite — was kommt bei vier Treffern heraus, was bei drei — und prüft, ob der Betrag in der Nähe des Einsatzes liegt oder meilenweit darunter.

Was der Rechner gar nicht bewerten kann: die Decke über dem Gewinn. Viele Anbieter begrenzen den Höchstgewinn pro Wettschein, und ein Heinz trifft solche Grenzen eher als eine Kombiwette, weil mehrere Linien desselben Scheins zusammenlaufen. Ein Volltreffer mit sechs Außenseitern ist keine Auszahlungsfrage, sondern eine Vertragsfrage. Genau dort prüft man vor dem Setzen, nicht danach.

Einordnung: warum der Heinz 57 heißt und mehr als eine Kombiwette ist

Der Name stammt von den 57 enthaltenen Mehrfachwetten — 15 Doppel, 20 Dreier, 15 Vierer, 6 Fünfer und der eine Sechser. Die Bezeichnung ist kein Marketing-Einfall, sondern eine Beschreibung: Full-Cover heißt, dass keine mögliche Mehrfachwette über die sechs Auswahlen fehlt. Bei sieben Auswahlen im Super Heinz sind es 120 Wetten, bei acht im Goliath 247 — dieselbe Mechanik, ein wachsender Rücken.

Was ein Heinz nicht ist: eine Kombiwette. Eine Kombiwette über sechs Auswahlen ist eine einzige Wette mit einer einzigen Quote, und sie ist genau dann gewonnen, wenn alle sechs Auswahlen treffen. Der Heinz ist die Zerlegung desselben Vorgangs in alle Teilmengen ab zwei. Das erklärt den Einsatz, das erklärt die vielen kleinen Rückzahlungen und das erklärt, warum ein Heinz trotz einzelner Fehler noch etwas auszahlen kann. Es erklärt nicht, warum er häufiger „etwas zahlt“ — „etwas“ ist bei drei Treffern von 57 oft der Bruchteil des Einsatzes.

Die praktische Konsequenz aus dieser Struktur liegt in der Auswahl. Sobald zwei Auswahlen der sechs sich gegenseitig widersprechen können — ein Team gewinnt das Spiel und kein Spieler dieses Teams trifft —, sind die Teilmengen dieser beiden Auswahlen nahezu wertlos. Ein Heinz belohnt Auswahlen, die unabhängig sein können oder sich wenigstens nicht ausschließen. Das ist die einzige Konstruktionsarbeit, die dem Setzen vorausgeht.

Wo die Steuer im Heinz landet

Auf jeden Einsatz in Deutschland fällt die Sportwettensteuer nach §§ 16-25 Rennwett- und Lotteriegesetz an: 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz, der bezahlt wird, abzüglich der Steuer selbst“ nach §§ 17, 18. Auf den eingezahlten Betrag gerechnet sind das rund 5,03 % (5,3 / 105,3). Schuldner ist der Veranstalter der Wette, nicht der Spieler — das ergibt sich aus § 19.

Wer die Steuer wirtschaftlich trägt, ist deshalb von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich. Die Sportwetten-AGB von Interwetten in der Version 1.1 mit Stand 07.07.2021 halten in Teil G Nr. 8 fest, dass Interwetten die Sportwettensteuer trägt und bei Wetten einen Quotenabschlag von 5,3 % vornimmt. Das ist im Heinz kein Detail: Ein Quotenabschlag wirkt auf der Ebene der Quote, also in jeder der 57 Linien, und damit mehrfach auf denselben Einsatz. Wer bei 1 € Einsatz 57 Linien spielt, zahlt den Abschlag nicht einmal, sondern in jeder Linie, in der er sich auswirkt. Und noch etwas ist an dieser Stelle festzuhalten: Ob und wie ein Anbieter die Steuer weitergibt, entscheidet er selbst — und Steuer gezahlt zu haben ist kein Nachweis einer Erlaubnis, denn die Steuer trifft auch unerlaubte Anbieter.

Sportingbet nennt in seinen Wettregeln eine Steuer von „5% des Wetteinsatzes“ nach § 17 des Rennwett- und Lotteriegesetzes und behält bei gewonnenen Wetten 5 % des Bruttogewinns, also Einsatz × Quote, vom Gewinn ein. Zwei Prozentangaben derselben Zahl, aber nicht dieselbe Bemessungsgrundlage: Der eine Anbieter greift am Einsatz an, der andere am Gewinn. Bei einer Linie, die 1 € auf 2,00 setzt, ist Bruttogewinn 2 €, und 5 % davon sind 10 Cent. Bei einer Linie, die außerhalb der Erlaubnispflichtigkeit anonym bleibt, wäre das eine andere Rechnung — nur kommt sie in Deutschland nach § 6b Abs. 4 nicht in Frage, weil anonyme Zahlungsmittel ausgeschlossen sind.

ODDSET erhebt laut AGB bei Kunden mit Wohnsitz in Deutschland eine Gebühr von 5 % als Quotenabschlag auf den Bruttogewinn einer gewonnenen Wette; nach Abzug ergibt sich der für die Auszahlung maßgebliche Nettogewinn. Damit stehen drei Modelle nebeneinander: Steuer selbst getragen mit Quotenabschlag, Steuer auf den Einsatz mit Abzug am Gewinn, Gebühr auf den Bruttogewinn. Für einen Heinz mit seinen vielen kleinen Rückzahlungen ist das der Unterschied zwischen einem Zehner, der zurückkommt, und einem, der knapp zurückkommt.

Was der Heinz rechnerisch auszahlt — eine Beispielrechnung

Die Zahlen hier sind bewusst erfunden, weil sie keine Preisangabe ersetzen sollen: drei Auswahlen zu je 1 € pro Linie, mit Dezimalquoten von 1,50, 2,00 und 2,50. Der Rückfluss einer einzelnen Linie beträgt Einsatz × Quote.

Ein Dreifach aus allen drei Auswahlen zahlt 1 × 1,50 × 2,00 × 2,50 — das ergibt 7,50 €. Nimmt man je zwei der Auswahlen, kommt man nicht auf die kürzeste, sondern auf drei verschiedene Linien: 1 × 1,50 × 2,00 = 3,00 €, 1 × 1,50 × 2,50 = 3,75 € und 1 × 2,00 × 2,50 = 5,00 €. Das sind zusammen 11,75 €. Der kleinste Fall, die drei Doppel aus zwei Auswahlen, wären 1,50 €, 2,00 € und 2,50 €, zusammen 6,00 €.

Der springende Punkt liegt in der Gesamtsumme bei Volltreffer: In diesem Beispiel kommen bei drei von drei Treffern 7,50 € + 11,75 € + 6,00 € = 25,25 € zurück, bei 4 € Gesamteinsatz. Der Rückfluss übertrifft den Einsatz um mehr als das Sechsfache — unter der Annahme, dass jede der drei Linienklassen genau einmal gewinnt und keine weitere Linie entsteht, weil es bei drei Auswahlen ja nur einen Dreifach gibt. Wäre die Bandbreite das Entscheidende, läge sie bei drei Treffern zwischen 25,25 € und dem Nichts, das bei zwei verlorenen Auswahlen bleibt. Und weil die dritte Auswahl mit Quote 2,50 alle drei Linien trägt, in denen sie steckt, steht oder fällt dieses Beispiel an genau einer Quote. Das ist keine gute Wette und keine schlechte — es ist die Mechanik, die vor der Auswahlentscheidung bekannt sein sollte.

Einordnung der zehn Anbieter

Anbieter Status / Inhaber Sportwetten-Erlaubnis seit
LeoVegas GGL Whitelist / LVSports Limited 21.10.2024
NEO.bet GGL Whitelist / Greenvest Betting Limited 09.10.2020
Sportingbet GGL Whitelist / Sportingbet (Deutschland) Limited 09.10.2020
Betway GGL Whitelist / Betway Limited 09.03.2021
ODDSET GGL Whitelist / Oddset Sportwetten GmbH 18.11.2020
bet-at-home GGL Whitelist / Bet-at-home.com Internet Limited 02.11.2020
Sportwetten.de GGL Whitelist / NetX Betting Limited 19.11.2020
Bet3000 GGL Whitelist / I.B.C. Sportsbetting Limited 22.04.2026
Tiptorro GGL Whitelist / Torro Tec Limited 30.06.2021
Interwetten GGL Whitelist / Interwetten Gaming Limited 02.11.2020

Sechs der zehn Häuser hier sind seit 2020 oder 2021 dabei, und ihre Erlaubnisnummern sind inzwischen erneuert worden. Aus der Erlaubnis folgt der Rahmen: Die Angaben stammen aus der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder mit dem Stand vom 2. Oktober 2026. Die Liste verzeichnet nur Erteilungsdaten, kein Enddatum — wer wissen will, ob eine Erlaubnis noch läuft, schaut in die aktuell veröffentlichte Whitelist und nirgends sonst. Das Erstdatum sagt außerdem nur etwas über den Markteintritt in Deutschland, nicht über Quoten, nicht über Systemwetten und nicht über den Umgang mit der Sportwettensteuer.

Zwei Einträge fallen aus der Reihe. Bet3000 steht erst seit dem 22. April 2026 mit Erstdatum in der Liste. Wer nach einem langen Nachweis sucht, findet ihn dort nicht — wer nach einem Anbieter sucht, der gerade seine deutsche Zulassung bekommen hat, findet ihn. Das ist kein Qualitätsurteil, sondern eine Lesehilfe für die Whitelist.

Die zehn Anbieter mit deutscher Sportwetten-Erlaubnis

Alle zehn Häuser stehen für ihre Sportwetten-Domain auf der Whitelist. Das ist die Gemeinsamkeit und zugleich die Grenze des Vergleichs: Die Whitelist prüft die Erlaubnis, nicht das Wettprogramm. Ob ein Anbieter einen Heinz, einen Super Heinz oder einen Goliath im Sportwettprogramm führt, ist dort nicht verzeichnet. Ein Systemwetten-Wettschein ist eine Produktentscheidung des Anbieters, kein Erlaubnismerkmal — wer sie will, prüft sie im Wettschein selbst, bevor er Geld setzt.

LeoVegas — Erlaubnis seit Oktober 2024

Für die Sportwetten-Domain wird als Betreiberin die LVSports Limited geführt, mit einer Erlaubnis für Sportwetten seit dem 21.10.2024 und für virtuelle Automatenspiele seit dem 27.02.2023. Ein Erstdatum aus dem Jahr 2024 ist in dieser Runde eines der jüngsten der zehn und liegt trotzdem schon zwei Jahre zurück. Auffällig ist, dass Sportwetten und virtuelle Automatenspiele zeitlich auseinanderfallen: Die Slots-Erlaubnis ist älter als die Sportwetten-Erlaubnis, was bei einigen Häusern der Fall ist und keine Bedeutung für die Sportwetten-Domain hat. Ein Casino-Permit ist ein anderes Permit mit anderen Regeln — es sagt über den Wettschein nichts.

Was bleibt, wenn man die Zeile zu Ende liest: LeoVegas hat den Sportwetten-Arm später aufgesetzt als den Casino-Arm. Für einen Heinz-Spieler ist das weder Vor- noch Nachteil, es erklärt aber, warum das Haus in Gesprächen vor allem als Casino-Anbieter auftaucht. Wer ausschließlich Systemwetten beim Fußball spielen will, bekommt hier den Rahmen eines Anbieters, dessen deutsche Geschichte mit Slots begann. Das ist die Sorte Erlaubnis, die Sicherheit gibt und über das Produkt nichts verspricht.

NEO.bet — Live-Quoten, Cashout und Teil-Cashout

Für die Domain wird die Greenvest Betting Limited als Betreiberin geführt, Erstdatum 09.10.2020, Folgeerlaubnis vom 22.12.2022. Zu den Funktionen der App zählen nach Angaben des Entwicklers Live-Quoten und Live-Wetten sowie Cashout und Teil-Cashout. Das ist insofern relevant, als ein Heinz ein Systemwetten-Schein ist und nicht jede Cashout-Funktion jeden Scheintyp deckt — bei mehreren Anbietern in dieser Liste ist Cashout ausdrücklich auf Einzel- und Kombiwetten beschränkt. Wer einen laufenden Systemwetten-Schein vorzeitig schließen will, muss deshalb den konkret angebotenen Scheintyp prüfen und nicht die allgemeine Cashout-Zusage im App-Text.

Die Folgeerlaubnis von Ende 2022 zeigt ein Haus, das die Lizenzpflicht ernst genommen und verlängert hat — inzwischen die Regel unter den deutschen Anbietern, nicht die Ausnahme. Für ein Laufzeit-Argument taugt das Erstdatum von 2020 nur begrenzt: Fünf Jahre nach § 4c Abs. 1 ist die erste Erlaubnis ohnehin abgelaufen, und die Whitelist zeigt keine Enddaten. Interessant für den Heinz-Spieler ist an NEO.bet also nicht das Datum, sondern die Live-Schiene: Wer Auswahlen erst während des Spiels bilden will, braucht Live-Quoten — nur eben auf die zugelassenen Wettarten beschränkt, also auf das Endergebnis oder das nächste Tor beziehungsweise den nächsten Satz.

Sportingbet — Cashout nur für Einzel- und Kombiwetten

Als Betreiberin steht die Sportingbet (Deutschland) Limited mit Erstdatum 09.10.2020 und Folgeerlaubnis vom 21.12.2022 in der Liste. In den Wettregeln nennt das Haus eine Steuer von „5% des Wetteinsatzes“ nach § 17 des Rennwett- und Lotteriegesetzes und behält bei gewonnenen Wetten 5 % des Bruttogewinns ein. Der Höchstgewinn beträgt nach den Nutzungsbedingungen 100.000 € pro Sportwette, und innerhalb von sieben Tagen gilt eine Obergrenze von 250.000 € Nettogewinn ohne Einsätze, darüber hinaus besteht keine Auszahlungspflicht.

Für den Heinz ist die Cashout-Regel die entscheidende Zeile: Cash Out ist nur bei Einzel- und Kombiwetten möglich, nicht bei Systemwetten und nicht bei als FreeBet abgeschlossenen Wetten; der Betrag richtet sich nach den aktuellen Quoten und wird erst nach Wettauswertung gutgeschrieben. Ein Heinz lässt sich hier also nicht vorzeitig schließen. Wer das Format mit Cashout-Reserve plant, plant an diesem Anbieter an der Realität vorbei. Die Gewinndeckel sind bei 57 Linien desselben Scheins ebenfalls kein Papier: Ein Heinz bündelt viele Rückzahlungen aus einem Vorgang, und genau solche Summen laufen in eine Wochenobergrenze hinein. Wer mit sechs Außenseitern liebäugelt, setzt hier auf einen Schein, der im Volltreffer in eine Vertragsregel hineinläuft statt in eine Auszahlung.

Betway — Cashout über „Meine Wetten“

Als Betreiberin wird die Betway Limited geführt, Erlaubnis seit 09.03.2021, Folgeerlaubnis vom 23.12.2022. Beim Cashout erscheint das grüne Symbol unter „Meine Wetten“; der Wert der Wette wird angezeigt, ausgezahlt werden kann der gesamte Betrag oder ein Teil. Dazu bietet das Haus einen Wettkonfigurator für Fußballspiele, der Auswahlen aus verschiedenen Partien kombiniert.

Der Konfigurator verdient einen zweiten Blick, weil er genau die Arbeit macht, die einen Heinz gefährlich macht: Er kombiniert Auswahlen quer über Partien — und entscheidet damit, ob die sechs Auswahlen eines Heinz unabhängig genug sind, um sinnvoll alle 57 Teilmengen zu tragen. Widersprüchliche Auswahlen sind der stille Killer: Ein Team, das gewinnen soll, und gleichzeitig eine Torwette auf einen Spieler desselben Teams, ist keine Diversifikation, sondern ein doppeltes Risiko. Ob der Konfigurator einen Heinz anbietet, ist dem App-Text nicht zu entnehmen — der Wettschein selbst beantwortet das. Betways Profil bleibt das eines Hauses mit vielen Live-Optionen am Spieltag und einer Cashout-Funktion, die man beim Einsatzplan für einen Systemwetten-Schein trotzdem zuerst prüfen sollte.

ODDSET — 5 % Gebühr auf den Bruttogewinn

Die Oddset Sportwetten GmbH steht seit 18.11.2020 als Betreiberin in der Liste, mit Folgeerlaubnis vom 15.12.2022. Laut den Allgemeinen Geschäftsbedingungen erhebt das Haus bei Kunden mit Wohnsitz in Deutschland eine Gebühr von 5 % als Quotenabschlag auf den Bruttogewinn einer gewonnenen Wette; nach Abzug dieser Gebühr ergibt sich der für die Auszahlung maßgebliche Nettogewinn.

Die Bemessungsgrundlage ist der Bruttogewinn, also Einsatz × Quote. Bei einem Heinz ist das ein Unterschied mit Hebel: Jede der 57 Linien, die gewinnt, wird einzeln mit einem Brutto gerechnet, und jede trägt dieselbe Mechanik. Kleine Rückzahlungen bleiben klein, aber die Gebühr sitzt in jeder von ihnen. Wer die drei Steuermodelle der deutschen Anbieter nebeneinanderstellt — Steuer selbst getragen, Steuer auf den Einsatz, Gebühr auf den Bruttogewinn —, sieht, dass die Prozentzahlen sich ähneln und die Bemessungsgrundlagen nicht. Der Bruttogewinn ist die größere Basis als der Einsatz. Und weil der Bruttogewinn einer Linie mit der Länge der Linie steigt, wächst die Gebühr im Heinz genau dort, wo der Gewinn interessant würde.

bet-at-home — Erlaubnis mit längerer Vorgeschichte

Geführt wird die Bet-at-home.com Internet Limited mit Erlaubnis für Sportwetten seit dem 02.11.2020, einer Folgeerlaubnis vom 22.12.2022 und einer Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele seit dem 28.12.2022. Damit gehört das Haus zu den Anbietern, deren Daten in der Liste über mehrere Jahre fortgeschrieben wurden.

Was die Datenreihe aussagt, ist unspektakulär und deshalb brauchbar: Die Sportwetten-Erlaubnis kam vor der Slots-Erlaubnis, und die Fortschreibung 2022 betrifft beide Bereiche. Für einen Systemwetten-Spieler ist das die Routinezone der Whitelist — keine junge Zulassung, keine Besonderheit, ein Haus, das seit fünf Jahren im regulierten deutschen Rahmen arbeitet. Ein Heinz lässt sich dort spielen, wenn der Wettschein es hergibt; das Erlaubnisbild hilft bei dieser Entscheidung nicht weiter. Wer nach einem Argument jenseits der Erlaubnis sucht — Quotenabschlag, Höchstgewinn, Cashout bei Systemwetten —, wird in der Whitelist nicht fündig, und das gilt für jede Zeile der Tabelle. Die Liste sagt, wer darf. Alles andere ist Produktleistung.

Sportwetten.de — Bonusumsatz von der ersten bis zur letzten Linie

Betreiberin ist die NetX Betting Limited, Erlaubnis für Sportwetten seit dem 19.11.2020, Folgeerlaubnis vom 16.12.2022. Beim Willkommensangebot muss der eingezahlte Betrag einfach und der Bonusbetrag sechsfach mit Einsätzen auf Sportwetten umgesetzt werden, wobei nur Wetten mit einer Mindestgesamtquote von 2,00 pro Wettschein zulässig sind; bei 100 € Einzahlung und 100 € Bonus ergibt sich ein Gesamtumsatz von 700 €.

Diese Umsatzbedingung ist für Systemwetten-Spieler eine der aufschlussreichsten Zahlen in der ganzen Liste. Ein Heinz ist nach dieser Regel im Prinzip zulässig, sofern der Schein die Mindestgesamtquote von 2,00 pro Wettschein erreicht. Ob die Quote dabei auf die Gesamtquote des Scheins oder auf etwas anderes zielt, entscheidet die Formulierung, und wer einen 57-Linien-Schein mit Bonuszahlungsmitteln spielt, sollte sich das vorher ansehen: 700 € Umsatz sind bei einem Heinz mit 1 € pro Linie keine unerreichbare Größe, aber die Mindestquote pro Wettschein filtert kurze Quoten konsequent aus. Genau genommen ist hier der Bonus am ehesten ein Argument für ein Haus mit klaren Umsatzregeln und gegen die Annahme, Systemwetten ließen sich „nebenbei“ umsetzen — die Umsatzbedingung trifft einen jedenfalls nicht anders als jede Kombiwette.

Bet3000 — deutsche Erlaubnis seit April 2026

Als Veranstalter der Sportwetten wird die I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Sliema, Malta geführt; die Erlaubnis ist mit Erstdatum 22. April 2026 verzeichnet. Das ist der jüngste Eintrag dieser Runde und der einzige aus dem Jahr, das auf die Whitelist-Aufnahme folgt.

Wer einem Anbieter unterstellt, er habe 2026 neu angefangen, unterstellt einen Prozess, in den fünf Jahre Vorbereitung passen. Der Whitelist-Eintrag datiert die Erlaubnis für diese Domain, nicht die Existenz des Unternehmens. Für einen Heinz-Spieler ist diese Zeile vor allem beim Vergleich mit den Anbietern von 2020 und 2021 nützlich: Er kann sehen, dass der Erlaubnisstand keine Altersfrage ist, sondern eine Frage des Domäneneintrags, und dass ein junges Erstdatum nicht automatisch ein junges Produkt bedeutet. Was es bedeutet, steht in der Tabelle und sonst nirgends.

Tiptorro — Systemwetten ausdrücklich im Angebot

Als Betreiberin steht die Torro Tec Limited in der Liste, Erstdatum 30.06.2021, Folgeerlaubnis vom 27.12.2022. Bei Tiptorro können Tipps vor Spielbeginn und live als Einzel-, Kombinations-, Mehrweg- und Systemwetten abgegeben werden; solange das Ticket offen ist, ist ein Rückkaufangebot als Cashout und Teil-Cashout möglich.

Von den zehn Häusern dieser Übersicht ist Tiptorro das einzige, bei dem die Systemwette ausdrücklich als eigene Wettform im App-Angebot genannt wird. Das ist der Grund, warum dieses Haus für einen Heinz-Spieler ganz oben in der Prüfliste steht. Systemwette ist die Oberkategorie, unter die ein Heinz fällt — ob dieser konkrete Schein mit sechs Auswahlen und 57 Linien gebaut werden kann, bleibt eine Frage des Wettscheins. Die Cashout-Regel ist danach ein zweites starkes Argument: dass der Rückkauf auch für Systemwetten beschrieben wird, ist an dieser Stelle die Ausnahme, nicht die Regel. Wer die Option schätzt, einen laufenden Systemwetten-Schein früher zu schließen, plant hier auf einer Grundlage, die in dieser Liste nicht überall gegeben ist.

Interwetten — Quotenabschlag von 5,3 % ausdrücklich in den AGB

Die Interwetten Gaming Limited ist mit Erlaubnis für Sportwetten seit dem 02.11.2020 geführt, Folgeerlaubnis vom 27.12.2022. Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen für Sportwetten des Hauses in der Version 1.1 mit Stand 07.07.2021 halten in Teil G Nr. 8 fest, dass Interwetten die Sportwettensteuer trägt und bei Wetten einen Quotenabschlag von 5,3 % vornimmt.

Gut zwei Dutzend Häuser schweigen zu diesem Punkt, Interwetten schreibt ihn in den Vertrag. Für einen Heinz-Spieler ist das mehr als eine Randnotiz, weil der Abschlag an der Quote ansetzt und Quoten in jeder der 57 Linien stecken — er wirkt also nicht auf einen Einsatz, sondern auf ein ganzes Linienbündel. Ein Quotenabschlag senkt jeden Faktor einer Linie leicht, und alle Faktoren einer Linie multiplizieren sich. Sichtbar wird das an kleinen Linien kaum, an den langen aber schon. Ob das unterm Strich teurer ist als eine Gebühr auf den Bruttogewinn des Nachbarhauses, hängt daran, wie oft man gewinnt: Die Gebühr schlägt nur bei Gewinn zu, der Quotenabschlag bei jedem Einsatz. Genau diese Unterscheidung entscheidet mehr als der Name des Anbieters.

Häufige Fragen zu Heinz- und Super-Heinz-Wetten

Was ist eine Heinz-Wette, und woher kommt der Name?

Ein Heinz bündelt sechs Auswahlen und deckt alle Kombinationen daraus ab dem Doppel ab. Daraus entstehen 57 einzelne Mehrfachwetten: fünfzehn Doppel, zwanzig Dreier, fünfzehn Vierer, sechs Fünfer und ein Sechser. Der Name kommt von dieser Zahl 57, die dem englischen Werbeslogan einer ehemaligen Konservenfabrik entlehnt ist. Der Gesamteinsatz ist die Stückzahl mal der Einsatz pro Linie.

Wie unterscheidet sich die Super-Heinz-Wette vom Heinz?

Der Super Heinz setzt eine siebte Auswahl obendrauf und kommt damit auf 120 kombinierte Wetten statt 57. Dieselbe Grundstruktur, dieselbe Abdeckung aller Teilmengen, nur ein größerer Rücken. Beide gehören zu den Full-Cover-Wetten; der Goliath mit acht Auswahlen und 247 Wetten ist die nächste Stufe. Mit dem siebten Tipp steigt der Gesamteinsatz stärker als die Zahl der Auswahlen.

Wie viele Auswahlen müssen gewinnen, damit etwas zurückgezahlt wird?

Mindestens zwei. Mit einer einzigen gewonnenen Auswahl lässt sich kein Doppel bilden, und im Heinz gibt es nichts Kleineres als ein Doppel. Bei zwei Treffern wird genau ein Doppel ausgezahlt, bei drei Treffern kommt ein Dreier dazu, bei vier Treffern ein Vierer. Erst bei sechs Treffern zahlen alle 57 Linien. Unterhalb von zwei Treffern ist der gesamte Einsatz verloren.

Wie ermittelt ein Wettrechner den Gesamteinsatz eines Heinz?

Er multipliziert den Einsatz pro Linie mit der Zahl der enthaltenen Wetten. Beim Heinz sind das 57 Linien, beim Super Heinz 120, beim Goliath 247. Bei 1 € pro Linie ergibt ein Heinz also 57 € Gesamteinsatz. Dazu addiert der Rechner danach die erwarteten Rückzahlungen der einzelnen Linien — und zeigt damit das Ergebnis für die Annahme, dass alle Auswahlen treffen.

Wie wirkt sich die Sportwettensteuer in Höhe von 5,3 % auf den Gewinn aus?

Die Steuer nach §§ 16-25 Rennwett- und Lotteriegesetz beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“, also rund 5,03 % des eingezahlten Betrags, und der Veranstalter schuldet sie nach § 19, nicht der Spieler. Ob ein Anbieter sie weitergibt, steht in seinen eigenen Bedingungen: Interwetten nennt einen Quotenabschlag von 5,3 %, ODDSET eine Gebühr von 5 % auf den Bruttogewinn, Sportingbet eine Steuer von „5% des Wetteinsatzes“ mit 5 % Abzug am Bruttogewinn gewonnener Wetten. Die Zahlen ähneln sich, die Bemessungsgrundlagen nicht.

Woran erkennt man, ob ein Anbieter für Heinz-Wetten auf der Whitelist steht?

Auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder, abrufbar auf deren Website, wird geprüft, ob die konkrete .de-Domain unter der Sportwetten-Erlaubnis geführt wird — nicht der Betreibername und nicht das Firmensitzland, denn eine .de-Adresse allein beweist nichts. Die Liste zeigt Erteilungsdaten, kein Enddatum. Eine Curaçao-, Anjouan- oder Malta-Erlaubnis hat für Sportwetten in Deutschland keine Wirkung.

Inhalt erstellt vom Team «NHL-Wetten»