10 Euro Freebet ohne Einzahlung bei Sportwetten – was die Bedingungen wirklich bedeuten
Stand: 30. Oktober 2026. Die Erlaubnisangaben der besprochenen Anbieter wurden gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder abgeglichen.

Wer „10 Euro Freebet ohne Einzahlung“ in die Suchleiste tippt, hat eine sehr genaue Vorstellung davon, was gleich passieren soll: anmelden, zehn Euro geschenkt bekommen, ein Spiel tippen, im besten Fall mit Gewinn wieder gehen. Es gibt nur ein Problem an dieser Vorstellung, und es ist kein kleines. Bei allen zehn hier besprochenen Anbietern mit deutscher Sportwettenerlaubnis hängt jedes Gratisangebot an einer eigenen Einzahlung. Nicht an einer großen, aber an einer. Wer ohne siebzig Cent oder einen Euro vom eigenen Konto auskommen will, landet nicht bei einem günstigeren Anbieter, sondern bei einem anderen Markt.
Dazu kommt die zweite unangenehme Eigenschaft der Freebet, die kaum jemand beim ersten Lesen eines Bonusbanners bemerkt: Der Einsatz der Gratiswette ist kein Geld, das man einzahlt, und er kommt bei einem Gewinn auch nicht zurück. Gewinnt die Wette, wird der Gewinn abzüglich des Freebet-Einsatzes ausgezahlt. Bei einem Zehn-Euro-Schein auf eine Quote von 2,10 stehen am Ende also 11 € auf dem Konto, nicht 21 €. Das ist kein Trick eines bestimmten Buchmachers, sondern die Definition der Sache.
Und die dritte Eigenschaft ist die, die am seltensten im Werbetext steht: Der Satz „ohne OASIS“ ist kein Vorteil, sondern eine Herkunftsangabe. Ein Anbieter, der mit dem Fehlen der deutschen Sperrdatei wirbt, beschreibt damit nichts anderes als seine eigene Position außerhalb des Erlaubnisrahmens. Was das für das Konto, die Auszahlung und den Rechtsschutz bedeutet, steht in den nächsten Abschnitten — und es ist der Grund, warum diese Seite bei der Rechtslage anfängt und nicht bei den Angeboten.
Was das deutsche Erlaubnisregime für ein Gratisangebot bedeutet
Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle (Saale) vergibt seit dem 1. Juli 2021 unter dem GlüStV 2021 die bundesweite Erlaubnis, Sportwetten im Internet zu veranstalten und zu vermitteln, und sie überwacht diesen Markt einschließlich der Möglichkeit von Bußgeldern. Eine Steuerbehörde ist sie nicht; die Sportwettensteuer ist Sache des Finanzamts. Für eine Leserin heißt das: Es gibt eine Stelle, die man fragen kann, und es gibt eine Stelle, die Geld sehen will — nur sind es nicht dieselben.

Der einzige belastbare Test, ob ein Anbieter überhaupt Sportwetten anbieten darf, ist die amtliche Whitelist. Sie verzeichnet in der Fassung vom 2. Oktober 2026 genau dreißig Einträge: 27 Halter mit einer Sportwettenerlaubnis, von denen zwei auch Pferdewetten anbieten dürfen, sowie drei Halter, die ausschließlich Pferdewetten veranstalten dürfen. Jede dort gelistete Domain endet auf .de. Das ist die Regel, keine Empfehlung. Umgekehrt gilt: Eine .de-Adresse allein beweist gar nichts, denn Adressen kosten Geld und sagen über Papiere nichts.
Was auf so einer Whitelist steht, ist eine Erstgenehmigung, die fünf Jahre läuft, und die Liste nennt nur das Ausstellungsdatum. Ein Enddatum sucht man dort vergeblich, und man sollte es auch nicht dazuerfinden. Eine Sportwettenerlaubnis deckt außerdem nur die unter ihr gelistete Domain ab; ob ein Halter zusätzlich Slots, Poker oder virtuelle Automatenspiele anbieten darf, sind andere Erlaubnisse mit anderen Regeln, und keine davon macht aus einem Sportwettenangebot ein besseres.
Was erlaubt ist — und was auf einer legalen Plattform fehlt
Erlaubt sind Festquotenwetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon und auf Ereignisse innerhalb des Geschehens, als Einzel- oder Kombinationswette. Es gilt aber nicht „alles, was als Markt existiert“, sondern nur die Wettarten, die die Behörde in ihr Sportwettprogramm aufgenommen hat. Ein Anbieter mit deutscher Erlaubnis darf also nicht deshalb keinen Markt anbieten, weil er ihn nicht kennt, sondern weil er ihn nicht anbieten darf.

Bei Livewetten ist die Einschränkung am deutlichsten zu spüren. Während ein Ereignis läuft, sind nur Wetten auf das Endergebnis und auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine ähnliche Komponente in Sportarten möglich, in denen solche Ereignisse selten vorkommen. Nächstes Tor im Fußball: ja. Nächster Satz im Tennis: ja. Nächster Punkt im Tennis oder nächster Korb im Basketball: nein. Für jemanden, der Livemärkte gewohnt ist, fühlt sich das Angebot zeitweise leer an. Es ist trotzdem die Bedingung dafür, dass die Wette auf einer erlaubten Plattform steht.
Gesperrt sind Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige oder Amateure teilnehmen — in der Praxis der Behörde zählt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateursport. Ebenfalls gesperrt sind manipulationsanfällige Wetten sowie Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung, und Wetten auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse sind nicht zulässig. E-Sports fällt komplett heraus: Die Behörde stellt fest, dass Wetten auf E-Sports nicht möglich sind, weil E-Sports nicht als Sport anerkannt ist. Ein lizenziertes E-Sport-Wettangebot existiert in Deutschland nicht. Wer ein Gratisangebot mit E-Sport-Wetten bewirbt, hat kein deutsches Papier dafür.
Für Cash Out findet sich weder im Gesetz noch in der Praxis der Behörde eine eigene Regel. Es ist damit keine erlaubte oder verbotene Wettart, sondern eine Funktion, die jeder Anbieter nach seinen eigenen Bedingungen gestaltet — und entsprechend unterschiedlich gestaltet er sie. Gewinne werden erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses ausgezahlt. Einen gesetzlichen Höchsteinsatz pro Wette gibt es im Sportwettenbereich nicht; die Grenzen, die ein Konto spürbar einengen, sitzen an einer anderen Stelle, nämlich beim Einzahlungslimit.
Wie die Sportwettensteuer aus einer Quote wird
Die Sportwettensteuer nach dem Rennwett- und Lotteriegesetz beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „geleisteter Einsatz minus Steuer selbst“. Das ergibt — sauber gerechnet — 5,03 % des tatsächlich eingezahlten Betrags, also 5,3 geteilt durch 105,3. Geschuldet wird sie vom Veranstalter der Wette, nicht von der Person, die tippt. Ob und wie ein Anbieter sie weitergibt, ist seine Entscheidung, und deshalb steht in jedem Bonusbanner ein anderer Preis als in dem des Nachbarn. Die Zahl gehört deshalb an einen konkreten Anbieter mit dessen eigenen Bedingungen, und die Formulierung „5,3 % des Einsatzes“ ist falsch; korrekt sind 5,3 % auf den Einsatz abzüglich der Steuer (rund 5 % des eingezahlten Betrags).
Wichtiger für die Entscheidung als der Steuersatz selbst: Die Steuer fällt auch bei Anbietern ohne deutsche Erlaubnis an. Sie ist kein Hinweis auf ein Papier. Ein Buchmacher außerhalb der Whitelist, der brav sein Steuerformular ausfüllt, bleibt ein Buchmacher außerhalb der Whitelist.
Warum „ohne OASIS“ kein Vorteil ist
An das bundesweite Sperrsystem OASIS sind nur Anbieter mit deutscher Erlaubnis angeschlossen, und ebenso an die Limitdatei LUGAS. Wer ohne Einzahlung und ohne Sperrdatei wirbt, beschreibt damit zwei Dinge gleichzeitig: Er prüft den Sperrstatus seiner Kunden nicht, und er kann es auch nicht. Die Selbstsperre, mit der man sich in Deutschland von allen lizenzierten Anbietern zugleich ausschließen kann, greift dort nicht. Sie ist auch nicht erzwingbar, weil sie schlicht nie abgefragt wird.
Das Angebot von Sportwetten an Menschen in Deutschland ohne deutsche Erlaubnis ist unerlaubtes Glücksspiel. Eine Erlaubnis aus Curaçao, Anjouan oder Malta hat in Deutschland keine Bedeutung, und die Behörde warnt Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten. Im September 2026 nannte sie in einer solchen Warnung ausdrücklich „wie etwa Platincasino“.
Im Strafrecht steht das Veranstalten nach § 284 StGB bei bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, die Werbung dafür bei bis zu einem Jahr, die Teilnahme nach § 285 StGB bei bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe. Verfolgungen einzelner Spielender sind nicht belegt — daraus folgt weder ein Freibrief noch ein Grund, mit dem Strafmaß zu drohen. Die Aufsicht greift praktisch über Untersagungsverfügungen, Zahlungs- und Netzwerksperren. Zivilgerichte haben in mehreren Fällen Anbieter ohne deutsche Erlaubnis zur Rückzahlung von Einsätzen verurteilt, und die Frage liegt seit dem 25. Juli 2024 beim Europäischen Gerichtshof: Der Bundesgerichtshof legte unter dem Aktenzeichen I ZR 90/23 die Frage vor, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht. Der Kläger verlangt von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. Der Generalanwalt des Gerichtshofs, Nicholas Emiliou, hält es in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 in der Rechtssache C-530/24 grundsätzlich für möglich, unlizenzierte Sportwettenanbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten — mit der Ausnahme, dass Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Ein Urteil ist das nicht, und zugesprochen ist damit niemandem etwas. Wer auf ein laufendes Verfahren als Geschäftsmodell setzt, verwechselt eine Rechtsfrage mit einer Zusage.
Nüchtern zusammengefasst: Der Anbieter außerhalb der Whitelist bietet höhere Limits, keine Verifizierung und keine Sperrdatei — und dafür keinen deutschen Rechtsschutz, keine OASIS- oder LUGAS-Anbindung und keine Stelle, die den Fall für einen prüft. Der Anbieter auf der Whitelist bietet Rechtssicherheit und einen Schutzrahmen, dafür 1.000 € Regelgrenze im Monat, ein eingeschränktes Liveprogramm, vollständige Verifizierung und Zahlungen nur vom eigenen Konto. Beides ist ein Paket. Man kann sich für eines entscheiden, aber nicht die Vorteile des einen mit den Vorteilen des anderen kombinieren.
## Bilden Sie sich ein Bild davon, was Gratisgeld nicht ändert
Der häufigste Gedanke beim Anblick eines Gratisangebots ist der, dass die Schutzregeln nun einmal für Leute mit Einsatz gelten und für einen geschenkten Schein nicht. Das Gegenteil ist der Fall. Ein Bonusbetrag liegt nicht außerhalb des Regimes, sondern innerhalb: Wer sich auf einer erlaubten Plattform anmeldet, durchläuft beim Registrieren und bei jedem Login dieselbe Prüfung, ob er im Sperrsystem geführt wird — auch dann, wenn er nie einen Euro eingezahlt hat.
Die harten Eckpunkte sind schnell aufgezählt. Die Teilnahme ist ab 18 Jahren erlaubt. Es gilt ein Konto pro Anbieter, und es gilt eine vollständige Verifizierung: Vor dem Abschluss dieser Prüfung darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden lang spielen lassen, mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne jede Auszahlung. Das ist keine Kulanzfrist, sondern die Grenze, bis zu der ein ungeprüftes Konto laufen darf.
Das Einzahlungslimit beträgt über alle Anbieter hinweg 1.000 € pro Kalendermonat und wird über die Limitdatei LUGAS durchgesetzt. Ein Anbieter, dessen Erlaubnis es vorsieht, darf für einen einzelnen Kunden eine höhere Grenze eintragen — bis 10.000 €, und 10.000 bis 30.000 € für höchstens 1 % seiner aktiven Spielenden — aber nur gegen einen prüfbaren Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Eine Selbstauskunft dafür reicht nicht. Eine Absenkung wirkt sofort, eine Anhebung erst nach sieben Tagen. Ein Gratisangebot ändert daran nichts: Die Null steht in der Rechnung nicht anders da als jeder andere Betrag.
Paralleles Spielen bei mehreren Anbietern ist über die Aktivitätsdatei gesperrt. Die Selbstsperre über OASIS läuft mindestens drei Monate, wenn man eine Frist benennt, ansonsten mindestens ein Jahr. Der Panikbutton löst eine sofortige 24-stündige Sperre aus. Wer sich selbst sperren will, kann das jederzeit tun — die Entscheidung ist nicht an einen aktiven Bonus gebunden.
Zwei Punkte werden in Werbetexten gern umgedreht. Erstens: Ein Anbieter ohne deutsche Erlaubnis ist an OASIS und LUGAS nicht angeschlossen. Seine höheren Limits sind kein Zeichen von Freiheit, sondern der fehlende Mechanismus. Zweitens: Spieler- und Casino-Erlaubnisse sind getrennte Papiere mit getrennten Regeln. Wo eine Casino-Erlaubnis ein Limit setzt, ist damit für das Sportwettenangebot nichts gesagt, und umgekehrt.
Geld auf einem lizenzierten Konto liegt auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto. Bei einer Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Arbeitstagen ohne Gebühren ausgezahlt. Für jemanden, der zehn Euro Gratisgeld liegen lässt, klingt das nach einer Kleinigkeit. Für jemanden, der drei Monate später 400 € dort stehen hat, ist es der Unterschied zwischen einer Überweisung und einem Insolvenzverfahren.
Was eine Freebet ist und was ein Wett-Credit unterscheidet
Zwei Wörter, die in der Werbung ähnlich klingen und im Konto unterschiedlich wirken. Eine Freebet — im Deutschen auch Gratiswette, Freiwette oder Freebet — ist ein Wetttguthaben, mit dem man eine Wette platziert, ohne eigenes Geld einzusetzen. Der Einsatz gehört dabei nicht dem Spielenden; er wird vom Anbieter gestellt. Deshalb wird er bei einem Gewinn nicht ausgezahlt. Bei einer Wette mit 10 € Freebet auf eine Quote von 2,10 ergibt sich ein Auszahlungsbetrag von 21 €, von dem der gestellte Einsatz abgezogen wird: 11 € landen auf dem Konto. Der Gewinn der Wette beträgt 11 €, nicht 21 €, und die Differenz ist kein Abschlag, sondern die Natur des Instruments.
Ein Wett-Credit ist in der Praxis dasselbe Werkzeug mit einem anderen Etikett. Bei Bet365 steht für Neukunden „bis zu 100 € in Wett-Credits“, und die Freigabe erfolgt nach Abrechnung von Wetten im Wert der qualifizierenden Einzahlung. Auch dort gilt: Gewinne enthalten den Einsatz der Wett-Credits nicht. Wer den Unterschied zwischen „Freebet“ und „Wett-Credit“ für einen inhaltlichen hält, hat ihn in den Bedingungen gesucht und nicht gefunden.
Bonusgeld ist der dritte Fall und der, bei dem es teuer wird. Anders als eine Freebet hat Bonusgeld einen Wert, der ausgezahlt werden kann — aber erst, nachdem er umgesetzt wurde. Die Umsatzbedingung legt fest, wie oft ein Betrag vor einer Auszahlung als Einsatz gespielt werden muss, die Mindestquote legt fest, welche Wetten dabei überhaupt mitzählen, und die Frist legt fest, bis wann das erledigt sein muss. Was danach übrig ist, gehört einem wirklich. Alles davor ist ein Guthaben mit Bedingungen.
Die vier Schrauben, an denen ein Gratisangebot hängt
Die erste Schraube ist der Umsatz. Er entscheidet, wie oft ein Betrag durch das Wettprogramm muss. Erstaunlich viele Angebote mit freundlicher Überschrift haben hohe Faktoren und enge Quotenfenster; ein Faktor ohne Quote ist deshalb nur die halbe Information.
Die zweite ist die Mindestquote. Sie ist der Filter, der entscheidet, ob eine platzierte Wette überhaupt zum Umsatz zählt. Bei einem Anbieter mit 1,80 als Schwelle sind die knappen Favoriten-Quoten von 1,20 nicht dabei, und wer es trotzdem versucht, spielt umsonst. Die dritte ist die Frist: Sie verwandelt ein Guthaben in eine Deadline, und eine Deadline ist der Punkt, an dem ein entspanntes Angebot zu einem Zeitproblem wird.
Die vierte ist der Höchstgewinn. Manche Angebote begrenzen, was aus einem Freibetrag überhaupt herauskommen kann. Ein Angebot ohne Obergrenze ist an dieser Stelle besser als eines mit — unabhängig davon, wie hoch die Zahl im Banner gedruckt ist.
Was eine Freebet in einem Zwei-Weg-Markt im Schnitt wert ist
Ein Beispiel rechnet die Sache klarer als jede Beschreibung. Angenommen werden zehn Euro Gratiswette, deren Einsatz nicht mit ausgezahlt wird, auf einen Zwei-Weg-Markt mit Quoten von je 1,90. Solche Wahrscheinlichkeiten sind Annahmen, keine Kurse einer bestimmten Begegnung, und beide Ausgänge sind mit 1,90 gleich behandelt.
Aus den beiden Quoten folgt eine Auszahlungsquote des Marktes von 1 geteilt durch die Summe aus einem Neunzehntel und einem Neunzehntel, also rund 95 %. Der Rest, knapp über 5 Prozentpunkte, ist das, was der Markt pro gesetztem Euro zusammen behält. Bei einem Gewinn zahlt die Freebet das Neunzehnfache des Einsatzes zurück, also 19 €, von denen der Einsatz abgezogen wird: 9 € Gewinn. Eine verlorene Wette bringt null. Im Schnitt bleibt damit ein Wert, der je nach Gewinnwahrscheinlichkeit des Tipps irgendwo zwischen etwa 4 € und 7 € liegt — bei einem ausgeglichenen Tipp von rund 50 % liegt er nahe bei 5 €, bei einem chancenreicheren, entsprechend schwächer besetzten Tipp darüber, bei einem Favoritentipp darunter.
Der Kern der Sache liegt in der Gewichtung: Nach oben hin wächst der Gewinn nur mit der Quote, nach unten hin frisst die Auszahlungsquote des Marktes einen festen Anteil weg. Ein Zehn-Euro-Instrument ist deshalb weder zehn Euro noch null wert, sondern einen Bruchteil davon, und dieser Bruchteil hängt daran, was man damit spielt. Über viele solcher Wetten gemittelt ist das der erwartbare Wert des Instruments. Ein einzelner Tipp kann deutlich besser ausgehen — als Zusage für einen bestimmten Schein ist die Zahl wertlos.
## Was die Anbieterdarstellung zeigt
Die Tabelle ordnet die zehn besprochenen Anbieter in der Reihenfolge, in der sie unten einzeln besprochen werden. In der ersten Spalte steht jeweils der Betreiber, den die Whitelist hinter der Marke führt; ein Name hier bedeutet nicht, dass derselbe Name hinter einem Casino der Marke steht.
| Anbieter | Betreiber laut Whitelist | Sportwettenerlaubnis |
|---|---|---|
| Betano | Betkick Sportsbetting Limited (San Giljan, Malta) | seit 19.02.2021 |
| Sportingbet | Sportingbet (Deutschland) Limited | seit 09.10.2020 |
| Wettarena | I.B.C. Sportsbetting Limited | seit 09.10.2020 |
| Winamax | WINAMAX (Société anonyme) | seit 29.06.2021 |
| NEO.bet | Greenvest Betting Limited | seit 09.10.2020 |
| AdmiralBet | Greentube Betting Malta Limited | seit 09.10.2020 |
| Interwetten | Interwetten Gaming Limited | seit 02.11.2020 |
| bet-at-home | Bet-at-home.com Internet Limited | seit 02.11.2020 |
| Tipico | Tipico Co. Limited | seit 09.10.2020 |
| MERKUR BETS | Merkur Bets Malta Limited | seit 06.11.2023 |
Acht der zehn Erlaubnisse liegen in einem Fenster von sieben Wochen im Herbst 2020 — der Marktstart und seine engste Stelle. Fünf Erstgenehmigungen datieren auf den 9. Oktober 2020, drei auf den 2. November 2020. Zu diesem Zeitpunkt war das GlüStV 2021 noch nicht in Kraft; die Erlaubnisse sind auf den Rahmen hin ausgestellt worden, der dann kam.
Die beiden Spätstarter sind die interessanteren Einträge. Winamax kam am 29. Juni 2021 dazu, wenige Tage vor Inkrafttreten des Staatsvertrags am 1. Juli 2021, und MERKUR BETS, der jüngste Eintrag, erst am 6. November 2023. Ein junges Datum heißt hier weniger Routine und mehr Prüfung: Bei einem Newcomer war der Aufbau der Reibungspunkt, nicht der Wettbewerb um ein bestehendes Papier.
Die erste Folgeerlaubnis liegt bei allen zehn Anbietern zwischen dem 8. Dezember 2022 und dem 22. Dezember 2022, bis auf AdmiralBet, der auf den 13. Dezember 2022 folgen ließ und am 29. Juli 2024 eine weitere Folgeerlaubnis nachschob. Das Muster ist aufschlussreich: Nach gut zwei Jahren Laufzeit wurde die erste Erlaubnisrunde überprüft und verlängert — im selben Jahreszeitraum, in dem sich 2022 mehrere Anbieterbewegungen in Deutschland abspielten. In welchem genauen Verhältnis der Betreibername zum Namen der Marke steht, ergibt sich aus der Liste nicht; maßgeblich ist der im Sportwetteneintrag geführte Inhaber.
Für die Frage dieser Seite ist die Tabelle vor allem ein Negativbefund. Kein Eintrag in der Whitelist enthält eine Offerte, keine Angabe zu Bonusbedingungen, kein Gratisangebot. Eine Erlaubnis sagt, dass ein Anbieter Sportwetten anbieten darf. Ob er dabei zehn Euro verschenkt oder verlangt, dass man vorher einen Euro einzahlt, ist eine völlig andere Frage — und nur die betreibt jemand, der bei einem Anbieter ohne Papier auf der Suche ist.
## Wie sich das Gratisangebot im Wettbewerb schlägt
Bei allen zehn Anbietern hängt das Neukundenangebot an einer eigenen Einzahlung. Das ist keine Ausrede für die Angebote, sondern die Struktur des Marktes, und die Unterschiede zwischen den zehn liegen nicht darin, ob eingezahlt werden muss, sondern darin, was danach aus dem Guthaben wird.
Die glatteste Konstruktion hat Winamax: Die erste Einzahlung wird bis zu 100 € in Freebets verdoppelt, und für diese Freebets gelten keine Umsatzbedingungen. Die Einzahlung selbst muss für eine Auszahlung einmal umgesetzt werden, mit einer Obergrenze der Umsetzung von 100 € und einer Mindestquote von 1,05. Cashout-Wetten und stornierte Wetten zählen dabei nicht mit. Weitere zeitliche Bedingungen nennt Winamax nicht. Das Angebot gilt einmal pro Kunde, IP-Adresse, Gerät, Haushalt und Bankkarte oder Bankkonto. Für den Aufwand von einer Einzahlung und einem Wettschein mit Quote 1,05 ist das der schlankste Weg im Feld — der Haken liegt nicht in der Bedingung, sondern in der Höhe: Ohne größere Einzahlung bleibt die Gratissumme klein, und 100 € erreicht nur, wer 100 € bewegt.
Anders liegt die Sache bei bpremium. Dort können Bonusgewinne aus Sportwetten erst ausgezahlt werden, nachdem das Fünffache des Bonusbetrags und zusätzlich das Fünffache der zugehörigen Einzahlung bei Dezimalquoten ab 1,7 gespielt wurde. Zwei Umsatzstufen statt einer, dazu ein Quotenfenster, das einen Teil des Programms ausschließt: Wer beides zusammenzählt, spielt deutlich mehr als den doppelten Betrag, den ein Angebot mit einer Stufe verlangt. Angebote sind dort, sofern nicht anders angegeben, nur einmal nutzbar. Ein Zehn-Euro-Angebot in diesem Rahmen hat einen erheblichen Annahmeaufwand, der vor der Einzahlung auf der Uhr steht.
Noch eine Stufe darüber liegt Tipwin. Der Willkommensbonus beträgt 100 % der Einzahlung bis höchstens 100 €, und Einzahlung plus Bonus müssen vor einer Auszahlung mindestens siebenmal in Sport- und Livewetten umgesetzt werden. Je Wettschein zählen höchstens 100 €, und nur Wettscheine mit einer Quote von mindestens 1,80. Bei 200 € aus Einzahlung und Bonus und einem maximal verwertbaren Schein von 100 € sind das grob gerechnet mindestens vierzehn Scheine von je 100 €, alle mit Quote ab 1,80. Die Frist nennt Tipwin nicht. Dazu kommt: Bonus gibt es nur für verifizierte Konten, und wer vor der Verifizierung einzahlt, kann ihn erst mit der nächsten Einzahlung beanspruchen. Wetten mit angenommenem Ticketrückkauf zählen nicht zum Umsatz, und der Bonus gilt einmal je Person, Konto, Haushalt, Zahlungsmittel, Gerät und IP-Adresse.
Ein dritter Weg steht bei bet365: Neukunden wird „bis zu 100 € in Wett-Credits“ geboten, freigegeben nach Abrechnung von Wetten im Wert der qualifizierenden Einzahlung, und Gewinne enthalten den Einsatz der Wett-Credits nicht. Der Kniff liegt in der Freigabe statt in einem Umsatzfaktor — die Credits kommen in Tranchen, während man ohnehin spielt. Dass derselbe Anbieter zusätzlich einen Boost für den Wetten-Konfigurator bei 3 oder mehr Auswahlen und kombinierten Quoten ab 2,00 anbietet und einen Gewinn-Boost für Kombiwetten, dessen Prozentsatz von der Zahl der Auswahlen abhängt, ist die zweite Seite derselben Werbung: Die Gratisgabe ist der Einstieg, das Produkt daneben ist der Grund, wieso Kombiwetten beliebt bleiben sollen.
Zwischen diesen Enden verteilen sich die übrigen Konstruktionen, und sie unterscheiden sich weniger in der Höhe als in der Form. Bei MERKUR BETS führte der Weg über eine kleine Hürde: laut Mitteilung vom 14. Oktober 2024 gab es bei einer Ersteinzahlung ab 1 € eine Freebet über 25 €, und verlor die erste qualifizierende Kombiwette, wurde der Einsatz bis 75 € als Freebet erstattet, sofern vor der Wette die Option „Neukunden-JokerBet“ gewählt wurde. Zusätzlich schüttete der MERKUR BETS CLUB für Kombi- oder Betbuilder-Wetten mit mindestens drei Auswahlen und einer Gesamtquote ab 4,00 bei wöchentlich mindestens 25 € Einsatz am Montag der Folgewoche eine Freebet über 5 € aus; diese Aktion lief vom 9. Juni 2025 bis 14. Juli 2025. Zwei Wege also, und wer beim ersten Mal die Option im Wettschein nicht anhakt, hat den Erstattungsweg verpasst, ohne dass ein Fehler angezeigt worden wäre.
Bei bet-at-home war das Gratisangebot an ein Ereignis gebunden: Die 10-€-Gratiswette auf „Sieger der FIFA WM 2026“ richtete sich an Neukunden mit Wohnsitz in Deutschland, die sich ab dem 9. Juni 2026 über den Promotion-Link registrierten; die Wette musste bis zum 28. Juni 2026 um 18:00 Uhr platziert werden, und Gewinne daraus unterlagen keinen Umsatzbedingungen. Zehn Euro Gratiswette, eine Zwei-Wochen-Frist, kein Umsatz — für jemanden, der ohnehin tippt, das klarste Angebot der Liste. Es ist allerdings abgelaufen, und wer es heute sucht, sucht es vergeblich. Genau das ist die Bremse an aktionsgebundenen Gratiswetten: Sie existieren solange, wie eine Turnierphase dauert.
Wettstar schließlich packt zwei Töpfe zusammen: insgesamt bis zu 40 € Neukundenbonus, davon 20 € nach der Anmeldung und dazu ein Einzahlungsbonus von 100 % der Einzahlung bis höchstens 20 € bei einer Mindesteinzahlung von 1 €. Beide Bonusbeträge sind nicht auszahlbar. Vor einer Auszahlung muss der Bonus mindestens fünfmal für Wetten eingesetzt werden, und zwar innerhalb von 60 Tagen; danach verfällt der Bonusbetrag. Das Angebot gilt nur für Personen ohne bestehendes Wettstar-Konto. Die 20 € nach der Anmeldung klingen nach einem Gratisangebot ohne Einzahlung, und das sind sie auch — nur ist der Betrag per Definition nicht auszahlbar, sondern nur zum Wetten da.
Der Vergleich der zehn Anbieter in einer Zeile lautet nicht „wer gibt am meisten“, sondern „wie viel Weg liegt zwischen dem Guthaben und dem eigenen Konto“. Winamax ohne Freebet-Umsatz und bet365 mit Freigabe statt Faktor sind an dieser Stelle die schlanken Wege, Tipwin und bpremium die mit dem längsten Rückweg.
## Was der Neukundenbonus wert ist, wenn er an einen Umsatz gebunden ist
Nehmen wir den Bonus, der am häufigsten beworben wird: ein Bonus über 100 €, der fünfmal umgesetzt werden muss. Der Umsatz beträgt 500 € — bei einem Bonus, der auf die Einzahlung wartet, verdoppelt sich das sofort auf 1.000 €, was die Angelegenheit in eine andere Größenklasse hebt. Ausgehend von fünf Wetten von je 100 € kostet das bei einer angenommenen Marge von 5 % im Schnitt rund 25 €. Das ist der erwartbare Preis des Umsatzes, keine Garantie und keine Zahl für einen einzelnen Schein.
Ordentlich sieht die Sache bei einem Angebot mit 1,80er Mindestquote aus. Wer die Schwelle mit knappen Favoriten von 1,00 bis 1,20 unterlaufen will, spielt den Umsatz nicht zusammen — die Wetten zählen gar nicht. Dann fliegen Einsatz und Bonus ins Leere, und der Ärger ist größer als der Bonus.
Interessant wird es, wenn man beide Enden zusammenrechnet. Ein Zehn-Euro-Angebot bringt einen Bruchteil davon — weniger als die Hälfte bei ausgeglichenem Tipp — während die Umsatzbedingung einen Aufwand von einem halben Hundert Euro verlangt. Das Verhältnis zwischen dem, was man bekommt, und dem, was man tun muss, ist selten so schief wie bei kleinen Gratisangeboten. Wer die Wahl hat, nimmt einen kleineren Bonus mit einer einzigen Umsatzstufe vor einem großen mit zwei — und liest zuerst die Frist, dann den Faktor, dann die Quote.
## Die zehn Anbieter im Einzelnen
Die Reihenfolge ist die der Setzung, nicht die einer Rangliste. Jeder Eintrag endet mit dem, was unter dem Strich bleibt.
Betano: die früheste Erlaubnis im Feld
Betano wird auf der Whitelist als Angebot von Betano geführt, Inhaber ist Betkick Sportsbetting Limited mit Sitz in San Giljan, Malta. Die Erstgenehmigung datiert auf den 19. Februar 2021, die Folgeerlaubnis auf den 16. Dezember 2022. Betano war also nicht beim Marktstart dabei, sondern kam in der zweiten Welle, noch bevor die erste Erlaubnisrunde die Fünf-Jahres-Marke erreichte.
Zum Neukundenangebot trägt Betano in den hier ausgewerteten Quellen nichts bei, und das ist für diese Seite eine relevante Leerstelle. Wer wissen will, was ein möglicher Willkommensbonus verlangt, findet die Angaben im Bonusbereich von Betano selbst — dort stehen Umsatzbedingungen, Mindestquote und Frist, und genau diese drei Zeilen entscheiden, ob sich der Aufwand lohnt.
Unterm Strich: Ein sauberer Eintrag mit einer der frühesten Zweitgenehmigungen im Feld; wer ein Angebot sucht, muss sich die Bedingungen dort selbst holen.
Sportingbet: starkes Produkt, überraschender Ausschluss beim Cash Out
Sportingbet wird als Angebot von Sportingbet geführt, Inhaber ist die Sportingbet (Deutschland) Limited, mit Erstgenehmigung vom 9. Oktober 2020 und Folgeerlaubnis vom 21. Dezember 2022 — ein Anbieter der ersten Stunde.
Bei Cash Out gibt es eine Einschränkung, die man kennen sollte: möglich nur bei Einzel- und Kombiwetten, nicht bei Systemwetten und nicht bei Wetten, die als Freebet abgeschlossen wurden. Der Betrag richtet sich nach den aktuellen Quoten und wird erst nach Wettauswertung gutgeschrieben. Wer eine Gratiswette über Cash Out früher beenden möchte, kommt an dieser Stelle nicht durch — die Funktion greift genau bei der Wette nicht, für die man sie am liebsten hätte.
Unterm Strich: Eine gute Adresse für Systemwetten-Spieler, die auf Cash Out ohnehin verzichten; wer eine Freebet absichern will, wird hier enttäuscht.
Wettarena: der Name hinter dem Namen
Wettarena wird als Angebot von Wettarena geführt. Die Marke wird laut den Allgemeinen Geschäftsbedingungen von der I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in 20, Lyons Range Court Flat Nru.1 Triq Bisazza, Sliema SLM 1640, Malta, angeboten; die Erstgenehmigung datiert auf den 9. Oktober 2020, die Folgeerlaubnis auf den 15. Dezember 2022.
Für die Frage dieser Seite ist Wettarena damit vor allem ein Beispiel für die Trennung von Marke und Betreiber: Der Cachet eines deutschen Namens auf der Seite sagt nichts über die Gesellschaft, die das Papier hält und in Malta sitzt. Wer im Streitfall wissen will, wen er verklagt, findet die Antwort in den Bedingungen, nicht im Markennamen.
Unterm Strich: Ein unauffälliger, aber vollständig belegter Eintrag — die Prüfung der Bedingungen ist hier die eigentliche Arbeit.
Winamax: das schlankste Neukundenangebot ohne Freebet-Umsatz
Winamax wird als Angebot von Winamax geführt, Inhaber ist die WINAMAX (Société anonyme), Erstgenehmigung vom 29. Juni 2021, Folgeerlaubnis vom 8. Dezember 2022 — wenige Tage vor Inkrafttreten des GlüStV 2021.
Das Willkommensangebot verdoppelt die erste Einzahlung bis zu 100 € in Freebets, ohne Umsatzbedingungen für die Freebets. Die Einzahlung selbst muss zur Auszahlung einmal umgesetzt werden, Obergrenze der Umsetzung 100 €, Mindestquote 1,05. Cashout-Wetten und stornierte Wetten zählen nicht; weitere zeitliche Bedingungen bestehen laut Winamax nicht. Das Angebot gilt einmal pro Kunde, IP-Adresse, Gerät, Haushalt und Bankkarte oder Bankkonto.
Der Cashout erlaubt vollständige oder teilweise vorzeitige Beendigung bei Einzel-, Kombi- und MyMatch-Wetten, ausgezahlt aber erst, nachdem alle Auswahlen der Wette beendet sind. Bei Torschützenwetten, Systemwetten, Langzeitwetten und mit Freebets platzierten Wetten ist er nicht möglich — die beiden Anbieter mit Cash Out im Vergleich sperren es ausgerechnet dort, wo das Gratisgeld liegt, und das ist zu ähnlich, um Zufall zu sein.
Unterm Strich: Der ehrlichste Gratisweg im Feld, weil auf der Freebet kein Umsatz liegt — es bleibt nur der eigene Anteil, den man selbst bewegt.
NEO.bet: eine Erlaubnis der ersten Stunde, ein Betreiber mit eigener Geschichte
NEO.bet wird als Angebot von NEO.bet geführt; auf der Whitelist steht als Betreiberin die Greenvest Betting Limited, mit einer Sportwettenerlaubnis seit dem 9. Oktober 2020 und einer Folgeerlaubnis vom 22. Dezember 2022. Die Marke trat also mit einer Gesellschaft aus der ersten Runde an und erweiterte ihre Papiere Ende 2022.
Zum Neukundenangebot gibt es in den ausgewerteten Quellen keine Angaben. Wer prüfen will, ob dort aktuell eine Gratiswette läuft, liest die Aktionsbedingungen auf der Plattform selbst — und achtet auf Umsatzbedingungen, Mindestquote und Frist, denn diese drei stehen zwischen einem Guthaben und einer Auszahlung.
Unterm Strich: Eine der etablierten Erlaubnisse mit einer Zweitgenehmigung Ende 2022; das Angebot muss man sich dort selbst ansehen.
AdmiralBet: das dichteste Papierpaket der zehn
AdmiralBet wird als Angebot von AdmiralBet geführt, Betreiberin ist die Greentube Betting Malta Limited. Die Sportwettenerlaubnis läuft seit dem 9. Oktober 2020, mit Folgeerlaubnissen vom 13. Dezember 2022 und vom 29. Juli 2024; für virtuelle Automatenspiele auf slots.admiralbet.de besteht eine Erlaubnis seit dem 28. September 2022.
Das ist der einzige Anbieter im Feld, der im Sportwettenbereich zwei Folgeerlaubnisse vorweisen kann und zusätzlich eine ausdrückliche Casino-Erlaubnis auf einer eigenen Domain. Genau hier liegt die Trennung, die man beim Lesen der Angebote nicht durcheinanderbringen darf: Die Casino-Erlaubnis gilt für slots.admiralbet.de, nicht für das Sportwettenangebot — und sie sagt nichts über Willkommensangebote beim Wetten. Ein Bonus für Automatenspiele ist kein Wettbonus.
Unterm Strich: Verwaltungsaufwand auf der einen Seite, saubere Trennung auf der anderen — mehrfach geprüft zu sein ist ein Vorteil, wenn man weiß, welches Papier wofür gilt.
Interwetten: feinjustierbarer Cash Out, mit Widerrufsvorbehalt
Interwetten wird als Angebot von Interwetten geführt, Inhaber ist die Interwetten Gaming Limited, Erstgenehmigung vom 2. November 2020, Folgeerlaubnis vom 27. Dezember 2022.
Bei Cash Out findet sich eine Bedingung, die man in den Produktbeschreibungen selten liest: Laut den Sportsbook-Regeln kann Interwetten Cash-Out-Angebote ohne vorherige Ankündigung widerrufen oder deaktivieren. Für Freebets und Bonusgeld ist Cash Out nicht verfügbar. Wer Cash Out als festen Bestandteil seiner Strategie einplant, plant in diesem Fall mit einem Werkzeug, das der Anbieter jederzeit wegnehmen kann. Das ist kein Makel am Papier, aber ein reales Risiko für die Kalkulation.
Unterm Strich: Cash Out hier nichts, worauf ein Plan gebaut werden kann; wer es als Notausgang braucht, sollte die Bedingungen vorher lesen.
bet-at-home: reifer Anbieter mit einem jung verstorbenen Angebot
bet-at-home wird als Angebot von bet-at-home geführt, Inhaber ist die Bet-at-home.com Internet Limited, Erstgenehmigung vom 2. November 2020, Folgeerlaubnis vom 22. Dezember 2022 — eine der beiden Erlaubnisse vom selben Tag.
Das Gratisangebot, das diese Seite im Kern beschreibt, kam von hier: die 10-€-Gratiswette auf „Sieger der FIFA WM 2026“ für Neukunden mit Wohnsitz in Deutschland, die sich ab dem 9. Juni 2026 über den Promotion-Link registrierten, platziert bis zum 28. Juni 2026 um 18:00 Uhr, ohne Umsatzbedingungen auf die Gewinne. Zehn Euro auf den Weltmeister, zwei Wochen Fenster, keine Umsatzbedingung — so sieht ein Angebot aus, für das man nur ein Konto und einen Tipp braucht. Und es ist immer noch ein Angebot mit einer Einzahlung, denn ohne Konto läuft nichts.
Unterm Strich: Der beste Nachweis dafür, dass Gratiswetten bei lizenzierten Anbietern existieren — und dass sie an ein Ereignis und einen Kalender gebunden sind.
Tipico: etabliertes Papier und ein offenes Gerichtsverfahren
Tipico wird als Angebot von Tipico geführt, Betreiberin ist die Tipico Co. Limited mit Sitz im Portomaso Business Tower in San Ġiljan auf Malta; gegründet wurde sie im Jahr 2004 von Oliver Voigt, Dieter Pawlik und Mladen Pavlovic gemeinsam mit dem Rechtsanwalt Wolfgang Kuentzle. Die Sportwettenerlaubnis läuft seit dem 9. Oktober 2020, die Folgeerlaubnis datiert auf den 9. Dezember 2022.
Auf dieses Unternehmen bezieht sich auch der Fall, der beim Europäischen Gerichtshof liegt: Der Kläger des Verfahrens vor dem Bundesgerichtshof fordert von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. Das betrifft die Zeit vor der heutigen Erlaubnis, und es ist der Grund, warum die Rückzahlungsfrage derzeit überhaupt so breit diskutiert wird. Zu klären ist, wie der Generalanwalt anklingen ließ, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht.
Ein Neukundenangebot ist in den ausgewerteten Quellen für Tipico nicht belegt. Ob dort eine Gratiswette oder ein Einzahlungsbonus läuft, zeigt die Aktionsseite des Anbieters.
Unterm Strich: Ein erfahrener Anbieter mit einem Verfahren im Rücken — wer heute dort spielt, spielt auf einer Whitelist-Position, aber in einem Markt, dessen Spielregeln der Gerichtshof noch auslegt.
MERKUR BETS: das jüngste Papier und mehrere Wege zum Gratisgeld
MERKUR BETS wird als Angebot von MERKUR BETS geführt, Betreiberin ist die Merkur Bets Malta Limited; die Erstgenehmigung datiert auf den 6. November 2023 und ist damit die jüngste im Feld.
Zum Neukundenbonus gibt es mehrere Angaben. Laut Mitteilung vom 14. Oktober 2024 bot MERKUR BETS bei einer Ersteinzahlung ab 1 € eine Freebet über 25 €; verlor die erste qualifizierende Kombiwette, wurde der Einsatz bis 75 € als Freebet erstattet, sofern vor der Wette die Option „Neukunden-JokerBet“ gewählt wurde. Diese Freebet musste innerhalb von 3 Tagen unter „Meine Boni“ aktiviert werden und verfällt, wenn sie nicht innerhalb von 7 Tagen nach Erhalt genutzt wird; zulässig sind nur Einzel- oder Kombinationswetten, System- und Mehrwegwetten nicht. Bei einer mit Freebet platzierten Wette ist kein Cashout möglich, bei einem Gewinn wird der Gewinn abzüglich des Freebet-Einsatzes ausgezahlt, und für Wetten mit Quotenboost gilt die Freebet nicht.
Dazu kam der MERKUR BETS CLUB: Für Kombi- oder Betbuilder-Wetten mit mindestens drei Auswahlen und einer Gesamtquote ab 4,00 bei einem Wocheneinsatz von mindestens 25 € gab es am Montag der Folgewoche eine Freebet über 5 €; die Aktion lief vom 9. Juni 2025 bis 14. Juli 2025. Der Kombi-Boost gibt ab fünf Auswahlen einen Prozentbonus auf den Gewinn: 5 % bei fünf Auswahlen, je weiterer Auswahl ein Prozentpunkt mehr, höchstens 30 % ab 30 Auswahlen, bei einer Mindestquote je Auswahl von 1,21; Live-Wetten mit Boost sind grundsätzlich nicht erlaubt. Fünf Auswahlen für 5 % klingt weniger nach Mechanik als nach Losentscheid — rechnerisch muss eine Kombination richtig laufen, nur damit der Zuschlag ein Zwanzigstel des Gewinns erreicht.
Die Fristen sind hier das Bestimmende: drei Tage zum Aktivieren, sieben Tage zum Verwenden, dazu eine wöchentliche Sperrfrist für den Club-Bonus.
Unterm Strich: Die kürzeste Erlaubnis und die engsten Fristen — hier entscheidet der Kalender, ob ein Gratisgeld überhaupt ankommt.
Häufig gestellte Fragen
Was ist eine Freebet und worin unterscheidet sie sich von Bonusgeld?
Eine Freebet ist ein Wetttguthaben, dessen Einsatz der Anbieter stellt. Bei einem Gewinn wird dieser Einsatz nicht mit ausgezahlt. Bonusgeld dagegen ist umsatzgebunden: Es kann ausgezahlt werden, aber erst, nachdem es nach den Bedingungen des Anbieters mehrfach als Einsatz gespielt wurde, meist innerhalb einer Frist und ab einer Mindestquote.
Wird der Einsatz einer Freebet bei einem Gewinn mit ausgezahlt?
Nein. Bei einer Wette mit 10 € Freebet auf Quote 2,10 ergibt sich ein Auszahlungsbetrag von 21 €, von dem der gestellte Einsatz von 10 € abgezogen wird. Auf dem Konto landen 11 €. Der Gewinn der Wette beträgt also 11 €, nicht 21 €, und das ist keine Abweichung, sondern die Eigenschaft des Instruments.
Gibt es bei lizenzierten Anbietern in Deutschland tatsächlich Freebets ohne vorherige Einzahlung?
Bei den hier besprochenen zehn Anbietern mit Whitelist-Erlaubnis hängt jedes Neukundenangebot an einer Einzahlung. Merkur Bets verlangte eine Ersteinzahlung ab 1 €, Wettstar eine ab 1 €, Tipwin einen Betrag bis 100 €. Ein Gratisangebot ohne jede Einzahlung findet sich in diesem Kreis nicht.
Welche Rolle spielen Mindestquote und Umsatzbedingungen für die Auszahlung?
Die Mindestquote entscheidet, welche platzierten Wetten überhaupt zum Umsatz zählen; Tipwin verlangt mindestens 1,80, bpremium mindestens 1,7, Winamax für die Umsetzung der Einzahlung 1,05. Die Umsatzbedingung legt fest, wie oft ein Betrag gespielt werden muss: bei Tipwin das Siebenfache von Einzahlung und Bonus, bei bpremium je das Fünffache von Bonus und Einzahlung.
Was bedeutet der Zusatz „ohne OASIS“ und welche Folgen hat er?
Er bedeutet, dass der Anbieter an das bundesweite Sperrsystem OASIS nicht angeschlossen ist und den Sperrstatus seiner Kunden nicht prüft. Eine Selbstsperre greift dort nicht, ebenso wenig die Anbindung an die Limitdatei LUGAS. Erlaubte Anbieter sind an beide Systeme angeschlossen, Anbieter ohne deutsche Erlaubnis an keines.
Wie wirkt sich die Sportwettensteuer von 5,3 % auf Quote und Gewinn einer Freebet aus?
Die Steuer beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz minus Steuer selbst“, also rund 5,03 % des tatsächlich gezahlten Betrags, und wird vom Veranstalter der Wette geschuldet, nicht von der Person, die tippt. Ob und wie sie in die Quoten eingerechnet wird, entscheidet jeder Anbieter nach seinen eigenen Bedingungen. Die Steuer fällt auch bei Anbietern ohne deutsche Erlaubnis an und beweist daher nichts über ein Papier.
Bonus – NHL-Wetten
Inhalt erstellt vom Team «NHL-Wetten»
