Bitcoin-Wetten in Deutschland: kein erlaubter Anbieter nimmt Krypto

Updated Oktober 2026
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Stand: 30. Oktober 2026 — geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder in der Fassung vom 2. Oktober 2026.

Eine einzelne goldfarbene Münze ohne Prägung liegt auf einem dunklen Tisch, daneben ein ausgeschaltetes Smartphone.
Die Blockbelohnung bei Bitcoin halbiert sich alle 210.000 Blöcke, im Mittel entsteht etwa alle 10 Minuten ein neuer Block.

Wer auf „beste Wettanbieter mit Bitcoin“ sucht, geht davon aus, dass er eine Auswahl hat. In Deutschland hat er keine, jedenfalls nicht auf der Seite der Erlaubnis. Von den 30 Einträgen, die die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder in der Fassung vom 2. Oktober 2026 führt, nimmt kein einziger Krypto an — und zwar nicht, weil die Anbieter es versäumt hätten, sondern weil sie es nicht dürfen. Zahlungen dürfen bei einer deutschen Sportwetten-Erlaubnis nur von einem Zahlungskonto kommen, das auf den Namen des Spielers selbst läuft, bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut geführt wird und anonyme Zahlungsmittel ausschließt. Bitcoin ist das anonyme Zahlungsmittel, das dieser Satz meint. Damit ist die Frage, die diesen ganzen Markt trägt, schon beantwortet, und alles Weitere ist die Rechnung, die daraus folgt.

Was im Netz als Bitcoin-Wettangebot auftritt, liegt deshalb außerhalb der deutschen Aufsicht. Diese Seiten werben mit dem, was im erlaubten Markt fehlt: keine Verifizierung, keine Einzahlungsgrenze, keine Sperrdatei. Der Haken steckt im selben Satz. Wer dort wettet, verzichtet auf OASIS, auf LUGAS und auf jede deutsche Aufsichtsinstanz zugleich — und tauscht damit Spielerschutz gegen die Freiheit, mehr zu setzen, als er sollte. Das ist kein moralischer Hinweis, sondern der Kern der Entscheidung.

Zehn Wettanbieter stehen im Fokus: sechs davon mit einer deutschen Erlaubnis für Sportwetten, vier weitere ohne diese Zulassung. Die Auswahl berücksichtigt die staatliche Erlaubnis, die verfügbaren Zahlungsmittel, die Wettquoten und die Spielerrechte. Wer wissen möchte, was ein Wettanbieter ohne Erlaubnis bedeutet und welche Sicherheitsmechanismen dort entfallen, findet Details im Abschnitt „Was Bitcoin bei erlaubten deutschen Wettanbietern ausschließt“; wer lediglich einen Ort für seine Coins sucht, sollte vor einer Anmeldung prüfen, auf welche Absicherung er dabei verzichtet.

Was Bitcoin bei erlaubten deutschen Wettanbietern ausschließt

Die Regel, die den ganzen Krypto-Markt in Deutschland kippt, hat nichts mit Zahlen zu tun. Sie ist eine Kontoregel: Der Einsatz muss über ein Zahlungskonto laufen, das auf den Namen des Spielenden selbst lautet, geführt bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut. Anonyme Zahlungsmittel sind dabei ausgeschlossen. Kein Weg führt daran vorbei, und kein erlaubter Anbieter kann eine Ausnahme anbieten, ohne seine Erlaubnis aufs Spiel zu setzen.

Ein Notizbuch mit handgezeichneten Knoten und Linien liegt neben einem Bleistift auf einem Schreibtisch.
Die Maximalmenge von Bitcoin ist auf 21 Millionen Einheiten beschränkt.

Wer als Betreiber trotzdem Zahlungen in Bitcoin annimmt, verliert damit nicht nur die Kontoregel, sondern die Grundlage seiner Zulassung. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder vergibt die bundesweite Erlaubnis für das Veranstalten und Vermitteln von Sportwetten im Internet nach § 9a Abs. 1 Nr. 3 und § 27f Abs. 1 des Glücksspielstaatsvertrags 2021, der seit dem 1. Juli 2021 gilt; sie beaufsichtigt den Markt und verhängt Bußgelder nach § 28a. Der Whitelist, die § 9 Abs. 8 vorsieht, kommt dabei die Rolle des einzigen Prüfsteins zu: Was dort nicht steht, hat keine Erlaubnis für den deutschen Markt. Eine .de-Endung beweist nichts, und ein ausländisches Papier — Curaçao, Anjouan oder auch Malta — hat in Deutschland keine Wirkung.

Dass die Aufsicht diesen Punkt ernst nimmt, zeigen ihre eigenen Veröffentlichungen. Am 17. September 2026 warnte die Behörde Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten „wie etwa Platincasino“. Ein Marktwächter, der Namen nennt, tut das nicht zur Dekoration.

Wo der Bitcoin-Anbieter im Verfahren hängen bleibt

Der praktische Ablauf ist kurz und unspektakulär. Wer sich bei einem Whitelist-Anbieter registriert, gibt Namen, Geburtsdatum und Adresse an, weist sein Alter nach und bekommt eine Identitätsprüfung — vollständig, für jeden, ohne Ausnahme. Vorher darf der Anbieter nach § 6a höchstens 72 Stunden lang Spiel zu lassen, mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne jede Auszahlung. Wer an dieser Stelle merkt, dass er sich nicht ausweisen will, hat seine Antwort schon: Der erlaubte deutsche Markt ist kein Ort, an dem jemand ohne Papiere mitspielt.

Ein Vorhängeschloss hängt an einem Holztor, dahinter unscharf ein Garten im Abendlicht.
In Deutschland klärte erst das BMF-Schreiben vom 10. Mai 2022 die ertragsteuerliche Behandlung von Bitcoin; zuvor bestanden hierzu keine verbindlichen steuerlichen Regeln.

Erst danach stellt sich die Frage, mit welchem Geld bezahlt wird. Und weil die Antwort darauf feststeht, ist Bitcoin an dieser Stelle kein Thema mehr, sondern ein Ausschlusskriterium in die andere Richtung: Es gibt keinen erlaubten deutschen Sportwetten-Anbieter mit Bitcoin-Zahlung, und es wird keinen geben, solange die Kontoregel steht.

Was die Aufforderung „ohne OASIS“ verschweigt

Die Suche nach Angeboten „ohne OASIS“ ist die Suche nach einem Markt, in dem es keine Spielsperre gibt. Man muss das nur einmal aussprechen, um zu sehen, was daran ein Angebot sein soll. OASIS nach §§ 8 und 8a ist das bundesweite Sperrsystem, das bei der Registrierung und bei jedem Login abgefragt wird. Wer sich dort sperren lässt, ist gesperrt — bei jedem erlaubten Anbieter, an jedem Tag, bis die Sperre endet, und eine Sperre von Dauer läuft mindestens ein Jahr, bei einem selbst benannten Zeitraum mindestens drei Monate. Eine Seite ohne OASIS-Anbindung hat davon nichts. Sie sieht denselben Spieler, der sich dort hat sperren lassen, und lässt ihn weiter spielen.

Genau das ist die Logik hinter jeder Werbung mit fehlender Anbindung. Der Schutz, den man dabei verliert, hätte nicht dem Anbieter gegolten, sondern dem Spieler. Dasselbe Muster trägt die Bewegung zu LUGAS, das ich im Abschnitt zum Einzahlungslimit und den Spielerrechten genauer auseinandernehme.

Die Rückzahlungsfrage nach den Schlussanträgen vom 19. März 2026

Für Spieler, die bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis Geld verloren haben, steht seit 2024 ein Weg nach Luxemburg offen. Der Bundesgerichtshof legte dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 unter dem Aktenzeichen I ZR 90/23 die Frage vor, ob die Dienstleistungsfreiheit der Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht; der Kläger verlangt von Tipico mehr als 3.700 € zurück, die er zwischen 2013 und 2018 verzockt hat. Am 19. März 2026 hielt Generalanwalt Nicholas Emiliou in seinen Schlussanträgen in der Rechtssache C-530/24 grundsätzlich für möglich, unlizenzierte Sportwettenanbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten — mit einer Ausnahme: Behörden haben zugesichert, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen.

Zwei Dinge sollte man daraus nicht lesen. Erstens keine Zusage: Schlussanträge sind nicht das Urteil, und ein Recht, das ein Gericht einem Spieler zubilligt, ist noch kein Betrag auf dessen Konto. Zweitens kein Argument für Bitcoin. Wer auf einer Seite ohne Erlaubnis mit Coins setzt, hat am Ende womöglich einen Rückzahlungsanspruch gegen eine Gesellschaft in Übersee — und dieser Anspruch ist ungefähr so viel wert wie die Aussicht, ihn durchzusetzen.

Warum die deutsche Erlaubnis nicht Schutz gegen alles ist

Der Whitelist-Markt kostet ebenfalls. Das Einzahlungslimit von 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg, Live-Wetten nur auf das Endergebnis oder das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine ähnliche Komponente in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten sind, die Pflicht zum eigenen Konto, der Verzicht auf Wetten, die die Behörde nicht freigegeben hat. Ein Spieler, der nach Bitcoin sucht, sucht meist genau das, was diese Liste verbietet: eine Grenze, die nicht greift.

Für den Vergleich heißt das: Die deutschen Anbieter verlieren diesen Punkt nicht knapp, sie verlieren ihn deutlich. Ein nächstes Tor im Fußball oder ein nächster Satz im Tennis bleiben erlaubt, ein nächster Punkt im Tennis oder ein nächster Korb im Basketball nicht. Wetten auf Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren sind gesperrt — in der Praxis der Behörde zählt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateurbereich —, ebenso Wetten auf regelwidriges Verhalten und dessen Sanktionierung sowie auf soziale oder politische Ereignisse. E-Sport ist nach der Haltung der Behörde kein Sport und damit für erlaubte Sportwetten gar nicht vorhanden. Wer vor allem exotische Live-Märkte will, findet sie in diesem Markt nicht.

Und Bitcoin? Bleibt draußen. Nicht weil es zu exotisch wäre, sondern weil es anonym ist.

Was passiert, wenn die Sperre einmal fällt

Der Punkt, an dem die deutsche Aufsicht spürbar wird, ist selten die Anmeldung. Es ist der Tag, an dem jemand aufhören will. Auf einer eigenen Sperrseite lässt sich eine Spielpause eintragen, und bei einem Anbieter mit Anbindung gilt sie bei allen — über das Sperrsystem OASIS. Fehlt diese Anbindung, bleibt nur die Bitte an einen Support-Mitarbeiter, der vielleicht mitspielt. Der Panikbutton nach § 6i Abs. 3, der einen sofortigen Block für 24 Stunden auslöst, existiert dort ebenso wenig wie ein bundesweites Sperrsystem. Das ist der Moment, in dem sich zeigt, was der Krypto-Vorteil gekostet hat.

Einzahlungslimit und Spielerrechte: was ohne deutsche Aufsicht verschwindet

Der Schutz der deutschen Sportwetten hängt an drei Dateien und einer Regel, und alle vier sind unsichtbar, solange nichts schiefgeht. Die erste ist OASIS, das Sperrsystem nach §§ 8 und 8a, das bei jeder Registrierung und bei jedem Login abgefragt wird. Die zweite ist die Limitdatei LUGAS, die das Einzahlungslimit von 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg durchsetzt — nach § 6c Abs. 1 der Standardwert, nicht der Wunschwert. Die dritte ist die Aktivitätsdatei, über die paralleles Spielen nach § 6h untersagt wird. Die Regel ist der Panikbutton nach § 6i Abs. 3, ein sofortiger Block für 24 Stunden.

Auf einer Seite ohne deutsche Erlaubnis ist keine dieser Einrichtungen vorhanden. Nicht abgeschaltet — es gibt sie dort nicht, weil sie deutsche Aufsichtseinrichtungen sind. Der Spieler merkt das im Alltag wenig, im Ernstfall vollständig.

Warum das Limit nicht nur eine Grenze ist

Man kann das monatliche Einzahlungslimit als Bevormundung lesen, und viele tun es. Die schärfere Lesart: Es ist die einzige Zahl auf dieser Seite, die den Spieler vor sich selbst schützt, und sie ist mit 1.000 € im Monat über alle Anbieter hinweg genau deshalb so unangenehm, weil sie sich nicht durch einen zweiten Account umgehen lässt. Genau das ist der Unterschied zwischen einer Grenze und freundlichen Worten.

Sie ist aber nicht starr. Ein Anbieter, dessen Erlaubnis es zulässt, kann für einen einzelnen Spieler ein höheres Limit setzen — bis 10.000 €, für höchstens 1 % seiner aktiven Spieler sogar zwischen 10.000 € und 30.000 € — allerdings nur gegen einen belastbaren Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Eine Selbstauskunft genügt dafür nicht. Eine Herabsetzung wirkt sofort, eine Erhöhung erst nach sieben Tagen. Das ist der Weg, den Spieler mit größerem Budget real gehen können, und er führt über Nachweise, nicht über eine Sperrdatei, die man umgeht.

Was „ohne LUGAS“ und „ohne OASIS“ praktisch bedeuten

Bei Bitcoin-Angeboten tauchen beide Begriffe als Verkaufsargument auf, und sie bedeuten dasselbe wie „ohne Einzahlungslimit“ und „ohne Sperre für gesperrte Spieler“. Wer auf einer Seite ohne LUGAS-Anbindung 3.000 € im Monat einzahlt, wird von keiner deutschen Stelle gebremst; ob ihn die Seite selbst bremst, entscheiden deren eigene Bedingungen. Wer dort weiterspielt, obwohl er sich bei einem erlaubten Anbieter bereits hat sperren lassen, wird nicht erkannt.

Dass das nicht theoretisch ist, sagt die Behörde selbst. Sie erinnert nicht ohne Grund regelmäßig daran, dass Angebote ohne Erlaubnis unerlaubtes Glücksspiel sind. Auf ihrer Whitelist in der Fassung vom 2. Oktober 2026 stehen 30 Einträge: 27 Inhaber mit einer Sportwetten-Erlaubnis, zwei davon zusätzlich für Pferdewetten, und drei Inhaber ausschließlich für Pferdewetten. Diese 27 sind der gesamte erlaubte Sportwettenmarkt des Landes. Daran gemessen ist jedes Bitcoin-Angebot eine Insel.

Der Preis der Anonymität, in Verlusten gerechnet

Hier lohnt ein zweiter Blick auf einen Punkt, der in der Krypto-Werbung nie auftaucht: die Kursschwankung. Bei einem Anbieter mit Erlaubnis läuft der Einsatz über ein Konto und ist in Euro, was auch immer die Wette selbst tut. Bei Bitcoin-Wetten liegt zwischen Einzahlung und Auszahlung ein Kursrisiko, das der Spieler nicht beeinflussen kann und das sich zu seinem Sportrisiko addiert. Ein Guthaben, das in Coins liegt, während der Kurs fällt, verliert doppelt: durch verlorene Wetten und durch verlorene Kaufkraft.

Dazu kommt ein Punkt, der in diesem Markt selten offen steht. Bitcoin-Transaktionen sind dauerhaft und pseudonym in der Blockchain gespeichert. Dauerhaft heißt, dass sie sich nicht zurückholen lassen; pseudonym heißt nicht anonym, sondern nur, dass der Name nicht direkt danebensteht. Wer seine Adresse einmal mit seiner Person verknüpft hat, hat sie dauerhaft verknüpft. Für einen Spieler, der gerade deshalb Krypto gewählt hat, um keine Spur zu hinterlassen, ist das die unangenehmste Eigenschaft dieser Technik.

Die Steuerfrage, die vor der Wette kommt

In Deutschland war die ertragsteuerliche Behandlung von Bitcoin lange ungeklärt; erst das Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 10. Mai 2022 brachte verbindliche Regeln. Das ist für einen Spieler ein Nebenschauplatz mit Folgen: Wer Coins hält, tauscht, einzahlt oder auszahlt, hat steuerlich mehr zu erklären als den Einsatz auf ein Fußballspiel. Der Europäische Gerichtshof hatte immerhin schon am 22. Oktober 2015 in der Rechtssache Hedqvist entschieden, dass beim Kauf und Verkauf von Bitcoin-Einheiten keine Mehrwertsteuer anfällt. Das nimmt einen Teil der Frage weg, nicht alle.

Wichtig ist die Abgrenzung: Das ist die steuerliche Behandlung der Coins, nicht der Wetten. Und wer hier Genauigkeit will, fragt eine Steuerberatung statt einer Wettseite — Krypto-Gewinne und Wettverluste sind zwei verschiedene Töpfe mit zwei verschiedenen Regeln.

Wo ein Spieler sich selbst prüfen kann

Zwei Dinge lassen sich ohne jede Vorarbeit nachschauen. Ob ein Anbieter eine Erlaubnis hat, steht ausschließlich in der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder — dort wird der Inhaber der Erlaubnis neben der Domain geführt, für die sie gilt. Ob die Seite Krypto nimmt, ergibt sich aus den Zahlungswegen, die ihre eigenen Bedingungen auflisten. Beides dauert zwei Minuten und ersetzt jede Empfehlung, die man in einem Forum liest.

Der zweite Blick gilt dem, was der Spieler selbst an Schutz will. Wer sein Einzahlungslimit, seine Sperrmöglichkeit und den Panikbutton als Teil des Angebots begreift, findet sie in Deutschland, aber ohne Bitcoin. Wer sie für unnötig hält, sollte vorher wissen, dass er sie mit dieser Entscheidung vollständig abwählt — und nicht nur einen Zahlungsweg.

Blockchain, Anonymität und was davon das Glücksspielrecht interessiert

Bitcoin ist von einer Idee getragen, die das deutsche Wettrecht stumpf ignoriert. Das Netzwerk startete am 3. Januar 2009 mit der Schöpfung der ersten 50 Bitcoin im Genesisblock. Das zugrunde liegende Konzept wurde unter dem Pseudonym „Satoshi Nakamoto“ veröffentlicht, das Whitepaper trägt den Titel „Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash System“ und wird auf den 1. Oktober 2008 datiert. Die Menge ist begrenzt, ein Zahlungsmittel ohne Bank und ohne Mittelsmann — für viele ist genau das der Punkt.

Für die Frage nach einem Wettanbieter mit Bitcoin spielt davon wenig eine Rolle. Interessant ist ein einziger Satz aus dem ganzen Konzept: anonyme Zahlungsmittel sind bei erlaubten deutschen Sportwetten nicht zulässig. Ob die Technik dahinter elegant ist, ob sie dezentral ist, ob sie funktioniert — das ändert an diesem Satz nichts.

Warum die Blockchain nicht anonym ist, sondern pseudonym

Der technische Teil ist schnell erzählt und wird in der Werbung gern verschwiegen. Nach dem ersten Warenaustausch am 22. Mai 2010, bei dem zwei Pizzen gegen 10.000 Bitcoin getauscht wurden, hat sich das Netzwerk mit einer festen Regel weitergebaut: Alle 210.000 Blöcke halbiert sich die Blockbelohnung, und im Mittel entsteht etwa alle zehn Minuten ein neuer Block. Die Belohnung lag bis November 2012 bei 50 Bitcoin, bis Juli 2016 bei 25, bis Mai 2020 bei 12,5 und bis April 2024 bei 6,25; seither werden 3,125 Bitcoin pro neuem Block ausgezahlt. Die Maximalmenge ist auf 21 Millionen Einheiten begrenzt — was absehbar dazu führt, dass die Belohnung irgendwann endet und Gebühren die Rolle übernehmen.

Was davon für einen Spieler zählt, ist die Buchführung. Jede Transaktion steht in einer Kette, die niemand löschen kann. Pseudonym heißt: Adresse statt Name. Es heißt nicht, dass die Zuordnung unmöglich ist — im Gegenteil, jede Verknüpfung, die einmal entsteht, entsteht dauerhaft. Wer sein Spiel anonym halten will, verwechselt Pseudonymität mit Anonymität, und das ist die falscheste aller Verwechslungen, wenn es um Geld geht.

Was mit 5 € oder 100 € losgeht

Kleine Einsätze und Krypto sind eine unbequeme Kombination, und es lohnt, das an einem Rechenbeispiel zu zeigen, ohne eine Zahl zu erfinden. Wer 5 € oder 100 € in Coins einzahlt, zahlt für die Übertragung die Gebühren des Netzes, und bei kleineren Beträgen fällt die Auszahlung auf der Betreiberseite oft zusätzlich mit Mindestgrenzen zusammen. Dazu kommt der Kursweg über Einzahlung, Spiel und Auszahlung. Bei einem Einzahlungslimit von 1.000 € im Monat, dem deutschen Standard, ist die Vergleichsgrundlage dagegen einfach: ein Betrag in Euro, keine Wechselkursmarge, kein Netzwerkentgelt. Je kleiner der Einsatz, desto schlechter schneidet der Umweg über Coins ab.

Für den Spieltrieb ist der Unterschied ähnlich unangenehm. Ein Guthaben in Euro hat einen Preis, den man sofort erkennt. Ein Guthaben in Coins fühlt sich nach einem Kontostand an, und diese Unschärfe ist niemandem zuträglich, der sein Ausgabeverhalten im Blick behalten will.

Der Kurs als Wetten-auf-die-Wette

Wer in Coins spielt, setzt zweimal. Einmal auf das Ergebnis des Spiels, einmal auf den Kurs bis zur Auszahlung. Der zweite Markt steht offen, ohne Grenze, ohne Sperrmöglichkeit und ohne Auszeit. Kein deutscher Anbieter kann daran etwas verbessern, weil er das Krypto-Geschäft nicht anbieten darf; kein Anbieter ohne Erlaubnis hat einen Grund, darauf hinzuweisen. Der Hinweis bleibt bei dieser Seite, wo er hingehört.

Praktisch bedeutet das: Ein Gewinn, der in Coins ausgezahlt wird, ist ein Gewinn in Coins zum Zeitpunkt der Auszahlung, und sein Wert ist danach nicht mehr der des Wettscheins. Wer gelegentlich kleine Beträge spielt, merkt davon wenig. Wer größere Beträge über einige Wochen bewegt, merkt es deutlich, und dann zu seinem Nachteil, weil der Kurs nicht nach Plan läuft.

Wie eine Auszahlung in Coins abläuft und was daran hängt

Auszahlungen sind der Punkt, an dem der Unterschied zwischen einer deutschen Erlaubnis und einem Offshore-Anbieter am härtesten wird. Bei einem Anbieter mit deutscher Erlaubnis liegen die Spielergelder auf einem treuhänderisch geführten, insolvenzgeschützten Konto; wird ein Konto geschlossen, wird das Guthaben nach § 6b Abs. 6 und 7 innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausbezahlt. Das ist keine Wohltat, sondern eine Pflicht, deren Einhaltung die Behörde überwacht.

Bei einem Anbieter ohne Erlaubnis hängt alles an dessen eigenen Bedingungen. Wann eine Auszahlung bearbeitet wird, ob Gebühren anfallen, ob zusätzliche Prüfungen verlangt werden, ob es Obergrenzen gibt — all das steht in den Nutzungsbedingungen des jeweiligen Betreibers und nirgends sonst. Wer dort einzahlt, sollte den Abschnitt zur Auszahlung vor der ersten Einzahlung lesen, nicht danach. Nicht weil jede dieser Bedingungen unfair wäre, sondern weil es für den Spieler der einzige Ort ist, an dem Verbindliches steht.

Was ein Wallet leisten muss und was nicht

Für den Zahlungsweg über Coins gehört ein eigenes Wallet dazu. Die eine Eigenschaft, die zählt, liegt außerhalb des Wettgeschäfts: Wer die Zugangsdaten hinterlegt hat, hat die Coins. Daneben gibt es eine Eigenart der Technik, die man kennen sollte — das Netzwerk kennt kein OASIS und keine Sperre. Coins, die einmal abgeflossen sind, kommen nicht wieder zurück, und auch der größte Anbietervergleich ändert das nicht. Die clevere Frage lautet deshalb nicht, welches Wallet ein Anbieter verlangt, sondern ob man überhaupt ein zweites Konto braucht, auf dem Geld liegt, das man auch direkt auf das eigene Konto einzahlen könnte.

Wer die Wahl hat, hat mit der Konto-Überweisung ein Verfahren, das den Einsatz auf seinen Namen festhält, den Betrag nachvollziehbar macht und bei Streit den Weg erhält. Wer das aufgeben will, muss sich überlegen, wofür — und die Antwort darf nicht lauten, dass es bequemer ist.

Die zehn Anbieter mit Bitcoin im Vergleich

Zur Einordnung, vor jeder Bewertung: In Deutschland zählt nicht, was ein Anbieter selbst über seine Erlaubnis schreibt, sondern was in der Whitelist steht. Die Liste verzeichnet nur den Inhaber der Erlaubnis neben der Domain, für die sie gilt — und eine erste Erlaubnis für Sportwetten läuft fünf Jahre nach § 4c Abs. 1. Ein Enddatum führt die Liste nicht. Was ausdrücklich aus der Liste folgt und was nicht, hält die folgende Übersicht fest: sechs Inhaber einer Sportwetten-Erlaubnis in der Fassung vom 2. Oktober 2026, und vier Anbieter, die dort nicht stehen.

Wettanbieter Whitelist-Status und Inhaber der Erlaubnis Erlaubnis für Sportwetten seit
bpremium eingetragen — Ladbrokes (Deutschland) Limited 09.10.2020, Folgeerlaubnis 21.12.2022
888sport eingetragen — 888 Germany Limited 30.06.2021, Folgeerlaubnis 15.12.2022
Winamax eingetragen — WINAMAX (Société anonyme) 29.06.2021, Folgeerlaubnis 08.12.2022
Sportingbet eingetragen — Sportingbet (Deutschland) Limited 09.10.2020, Folgeerlaubnis 21.12.2022
bet3000 eingetragen — I.B.C. Sportsbetting Limited 22.04.2026
Tiptorro eingetragen — Torro Tec Limited 30.06.2021, Folgeerlaubnis 27.12.2022
Playzilla nicht eingetragen — keine deutsche Erlaubnis —
RocketPlay nicht eingetragen — keine deutsche Erlaubnis —
22Bet nicht eingetragen — keine deutsche Erlaubnis —
Sportaza nicht eingetragen — keine deutsche Erlaubnis —

Die elf Monate zwischen dem jüngsten und dem ältesten Erlaubnisdatum sind kein Qualitätsmaßstab, aber sie erzählen etwas über den Markt. bet3000 hat seine Sportwetten-Erlaubnis am 22. April 2026 erstmals erhalten und steht damit als Jüngster in einer Reihe von Häusern, die 2020 und 2021 gestartet sind. Alle sechs tragen dieselbe Aufsicht, dieselben Zahlungsregeln und dasselbe Einzahlungslimit von 1.000 € im Monat über alle Anbieter hinweg. Genau darum ist der Bitcoin-Vergleich in dieser Gruppe eine Frage ohne zwei Seiten: Keiner von ihnen nimmt Coins, keiner darf es, und keiner wird es durch ein Bonusangebot ausgleichen.

Die vier unteren Zeilen gehören zu einem anderen Rechtsraum. Sie stehen dort, weil deutsche Spieler ihnen begegnen, nicht weil sie zur Wahl stünden. Ihr Sportwetten-Angebot richtet sich an Spieler in Deutschland, ohne dass eine deutsche Erlaubnis dafür vorliegt — was nach § 4 Abs. 1 des Glücksspielstaatsvertrags unerlaubtes Glücksspiel ist. Ein Papier aus Curaçao oder Anjouan ändert daran nichts. Wie teuer dieses Geschäft für den Veranstalter werden kann, steht im Strafgesetzbuch: § 284 stellt das Veranstalten unter Strafe bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe, die Werbung dafür bis zu einem Jahr, die Teilnahme nach § 285 bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe. Verfolgungen einzelner Spieler sind nicht belegt — daraus wird aber weder eine Erlaubnis noch eine Drohung, die man ausmalen sollte.

Wie die sechs Häuser mit Erlaubnis im Einzelnen aufgestellt sind, steht im Folgenden. Die Reihenfolge ist die der Übersicht und sagt nichts über ein Krypto-Angebot, denn dieses Thema existiert für keinen von ihnen.

bpremium: die älteste Erlaubnis im Feld und keine Spur von Krypto

bpremium steht in der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder als Domain mit einer Sportwetten-Erlaubnis. Als Inhaber führt die Liste die Ladbrokes (Deutschland) Limited. Das Erlaubnisdatum 09.10.2020 macht bpremium zu einem der beiden ältesten Häuser in dieser Gruppe, die Folgeerlaubnis stammt vom 21.12.2022. Interessant ist dabei die Konstruktion dahinter: Derselbe Inhaber trägt nach der Übersicht der erlaubten Anbieter neben bpremium auch die Marke partypoker für Online-Poker und Virtuelle Automatenspiele, jeweils erstmals am 10. November 2022.

Das ist mehr als eine Randnotiz, denn es zeigt, wie Lizenzen in diesem Markt geschnitten sind. Wer bei bpremium Sportwetten spielt, wettet auf der Grundlage der Sportwetten-Erlaubnis; die Poker- und Automatenspiel-Erlaubnisse desselben Halters sind andere Erlaubnisse mit anderen Regeln. Ein Sportwetten-Angebot wird davon nicht besser oder schlechter, aber es wird auch nicht durch eine Erlaubnis abgedeckt, die für etwas anderes gilt. Wer die Whitelist liest, sollte deshalb tun, was sie verlangt: den Inhaber neben der Domain prüfen, für die die Erlaubnis gilt.

Wer bei bpremium mit einer deutschen Erlaubnis spielt, tut das mit den Zahlungswegen, die dessen Bedingungen auflisten — und Krypto gehört nicht dazu. Das ist kein Mangel des Hauses, sondern die Bedingung, unter der es überhaupt eine Erlaubnis bekommen hat. Der Aufsichtsrahmen gibt hier den Ton vor: eigene Zahlungskonto-Regel, eigene Einzahlungsgrenze, volle Verifizierung. Für einen Spieler, der genau das nicht will, ist bpremium ohne Belang. Für einen Spieler, der vor allem ein Haus mit langer Erlaubnishistorie und klaren Zahlungswegen sucht, ist es eine naheliegende erste Adresse.

888sport: aufsichtlich unauffällig, für Krypto irrelevant

Bei 888sport führt die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (Stand 2. Oktober 2026) die 888 Germany Limited als Inhaber der Sportwetten-Erlaubnis für die Domain 888sport. Die Erlaubnis wurde erstmals am 30.06.2021 erteilt, gefolgt von einer Folgeerlaubnis am 15.12.2022. Dahinter steht die 888 Holdings PLC mit Sitz in Gibraltar als Holdinggesellschaft der 888-Gruppe, zu der 888sport gehört; die Aktie notiert seit September 2005 an der London Stock Exchange.

Börsennotierung ist kein Spielerschutz, und man sollte sie nicht dafür halten. Sie ist trotzdem ein brauchbarer Hinweis auf etwas anderes: ein Unternehmen, das Berichtspflichten gegenüber einem Kapitalmarkt hat und dessen Vorgänge deshalb nicht vollständig im Dunkeln liegen. Sicherheit im Sinne des Glücksspielrechts entsteht daraus nicht — die entsteht in Deutschland aus der Erlaubnis, und für 888sport ist sie über die Whitelist belegt.

Für die Krypto-Frage bedeutet das schlicht nichts. 888sport nimmt auf dem deutschen Sportwetten-Markt keine Coins, weil es keine nehmen darf, und dieselbe Regel des Zahlungskontos auf den eigenen Namen gilt hier wie bei jedem anderen Haus mit Erlaubnis. Wer den Anbieter wegen Bitcoin ins Auge gefasst hat, hat den falschen Kandidaten.

Winamax: eine der ersten Erlaubnisse, regulär seit 2021

Winamax geht auf eine der frühesten Erlaubnisse in dieser Gruppe zurück. Das Regierungspräsidium Darmstadt erteilte der WINAMAX SA am 29.06.2021 eine Erlaubnis für Online-Sportwetten und verlängerte sie mit Bescheid vom 08.12.2022. Beaufsichtigt wird das Unternehmen von der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder, die das Erlaubnisdatum auch in ihrer Whitelist in der Fassung vom 2. Oktober 2026 führt.

Wer sich den Aufbau der Liste vor Augen führt, erkennt an Winamax ein Muster, das für den ganzen oberen Teil dieser Übersicht gilt. Eine Erste Erlaubnis für Sportwetten läuft nach § 4c Abs. 1 fünf Jahre. Vor diesem Hintergrund sind die Folgeerlaubnisse von 2022 keine Formalie, sondern der Punkt, an dem der Verwaltungsapparat einen Anbieter zum zweiten Mal angeschaut hat, bevor er ihn weitermachen ließ.

Auf dieser Grundlage ist Winamax ein Haus für Spieler, die im strukturierten deutschen Rahmen bleiben wollen. Das Zahlungsverkehr verbietet Krypto, die Verifizierung ist für jeden Pflicht, und wer bei einem anderen Anbieter gesperrt ist, wird es über OASIS auch hier sein. Als Ort für Coins ist Winamax damit die falsche Adresse, als Ort für jemanden, der nüchterne Zahlungswege und wenig Überraschungen sucht, die richtige.

Sportingbet: zwei Erlaubnisse, die man nicht verwechseln sollte

Bei Sportingbet führt die Whitelist die Sportingbet (Deutschland) Limited als Inhaber. Im Impressum des Unternehmens stehen die behördliche Erlaubnis zum Veranstalten von Sportwetten vom 21.12.2022 und eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele vom 15.11.2022; Aufsichtsbehörde ist in beiden Fällen die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder. Für den Whitelist-Eintrag vom 2. Oktober 2026 ist das Erlaubnisdatum der Sportwetten-Erlaubnis der maßgebliche Wert, als Folgeerlaubnis vom 21.12.2022 geführt.

Zwei Erlaubnisse bei einem Haus sind kein Zeichen von zwei Ausnahmen, sondern von zwei getrennten Rechtsrahmen. Wer Sportwetten spielt, bewegt sich in einem Regelkreis mit Einzahlungslimit und Zahlungskonto-Regel; wer virtuelle Automatenspiele spielt, in einem anderen mit eigenen Regeln. Die Zahlungskonto-Regel ist bei beiden dieselbe, und sie schließt Coins weiterhin aus. Der Unterschied liegt in den Spielformen, nicht im Geldweg.

Damit ist Sportingbet in dieser Vergleichsgruppe das Beispiel dafür, dass ein Haus mehrere Erlaubnisarten haben kann und die Krypto-Frage davon unberührt bleibt. Wer ein Haus sucht, das Sportwetten und Automatenspiele unter einer deutschen Aufsicht anbietet, findet hier eines. Nur das Bitcoin-Thema löst das nicht, und es soll es auch nicht.

bet3000: jüngste Sportwetten-Erlaubnis im Feld

bet3000 ist der Jüngste in dieser Gruppe. Als Veranstalter der Sportwetten unter bet3000 führt die Liste der GGL (Stand 2. Oktober 2026) die I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Lyons Range Court, Flat Nr. 1, Triq Bisazza, SLM 1640, Sliema, Malta. Die Erlaubnis für die Domain ist dort mit dem Erstdatum 22. April 2026 verzeichnet.

Dieses Datum ist die interessanteste Zahl der Übersicht. Es bedeutet, dass die Behörde 2026 noch neue Erlaubnisse für Sportwetten erteilt hat, dass der Markt also nicht geschlossen ist und sich die Zahl der zugelassenen Häuser in Deutschland durchaus noch verändern kann. Zugleich erinnert es daran, wie jung ein Eintrag sein darf, bevor er die Whitelist erreicht: Zwischen Antrag, Prüfung und Eintrag liegen Vorgänge, die ein Spieler nicht sieht, und deshalb ist die Liste kein Archiv der Marktgeschichte, sondern eine Momentaufnahme.

Wer prüfen will, ob ein Haus eine Erlaubnis hat, wird hier fündig, indem er den Inhaber neben der Domain nachschlägt — die Liste führt keine Enddaten, und sie führt nur die Domain, für die die Erlaubnis gilt. Für einen Spieler, der Wert auf einen frisch geprüften Aufsichtsweg legt und ohnehin in Euro einzahlt, ist bet3000 der naheliegende Testfall für die eigene Neugier. Wer Coins will, bleibt bei jedem dieser sechs Häuser ohne Antwort.

Tiptorro: Whitelist bestätigt, App-Vertrieb über Malta

Tiptorro tritt überwiegend mobil auf. Die App wird im App Store von der Torro Tec Limited mit Sitz in Malta angeboten; das Unternehmen beschreibt sich dort als behördlich zugelassener Sportwettveranstalter unter Aufsicht der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder. Für tiptorro führt die behördliche Übersicht (Stand 2. Oktober 2026) die Torro Tec Limited mit einer Sportwetten-Erlaubnis mit Erstdatum 30.06.2021 und einer Folgeerlaubnis vom 27.12.2022.

Die Sitzfrage verunsichert viele Spieler, und hier gilt dieselbe Antwort wie für jeden ausländischen Inhaber einer deutschen Erlaubnis. Der Sitz einer Gesellschaft entscheidet nicht über den Schutz; entscheidend ist, ob der Inhaber in der Whitelist steht und für welche Domain. Steht er dort, greifen Aufsicht, Zahlungsregeln, Einzahlungslimit, Sperrsystem und Panikbutton — genau wie bei einem Haus, dessen Betreibergesellschaft in Deutschland sitzt. Malta ist in diesem Zusammenhang kein Warnsignal, ein fehlender Whitelist-Eintrag wäre eines.

Für Spieler, die vor allem auf dem Smartphone wetten, ist ein Anbieter mit App-Fokus attraktiv, weil die Bedienung dort schlicht wichtiger ist als am Schreibtisch. An der Krypto-Frage ändert das nichts: Auch Tiptorro zahlt und nimmt in Euro, weil das die Bedingung seiner Erlaubnis ist.

Ab hier wechselt die Betrachtung die Rechtsordnung. Die folgenden vier Anbieter stehen nicht in der Whitelist und haben keine deutsche Erlaubnis für Sportwetten. Was ich über sie schreibe, betrifft ihr Angebot und ihre Angaben — nicht die Frage, ob man dort spielen sollte. Die Antwort darauf gibt das Glücksspielrecht, nicht der Geschmack.

Playzilla: Live-Wetten und virtuelle Sportwetten ohne deutsche Erlaubnis

Playzilla bietet nach eigenen Angaben auf der eigenen Webseite einen Sportsbook-Bereich mit Live-Wetten und virtuellen Sportwetten an. In der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder steht der Anbieter nicht: Es gibt keine deutsche Sportwetten-Erlaubnis, und eine Verbindung zu OASIS oder LUGAS besteht nicht. Als Lizenz nennen Drittquellen eine solche aus Curaçao, die in Deutschland keine Bedeutung hat. Für Spieler in Deutschland ist das Angebot damit unerlaubtes Glücksspiel.

Was bleibt, ist die Abwägung. Ein Sportsbook mit Live-Wetten ist ein funktionierendes Produkt für Spieler, die während eines Spiels ein- und aussteigen wollen — im deutschen erlaubten Rahmen geht das nur auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine vergleichbare, seltene Komponente, nicht aber auf jeden nächsten Punkt oder Korb. Wer genau diese Tiefe sucht, findet sie bei Anbietern außerhalb der Whitelist, und er zahlt dafür mit dem Verzicht auf jede deutsche Schutzmechanik: kein Einzahlungslimit, keine Sperrdatei, kein Panikbutton, kein deutscher Rechtsweg bei Streit.

Die Erlaubnis, die auf dem Papier steht, hilft dabei nicht. Eine Lizenz aus Curaçao regelt ein Verhältnis zwischen einem Betreiber und einer Aufsichtsbehörde auf der anderen Seite der Welt, nicht das Verhältnis zwischen einem Spieler in Deutschland und dem Geld, das er auf ein Spiel gesetzt hat.

RocketPlay: Betreiber mit Sitz in Curaçao, ohne Whitelist-Eintrag

RocketPlay wird nach eigenen Angaben von der Scores55 Tech B.V. betrieben, einer Gesellschaft mit Sitz in Curaçao und der Registrierungsnummer 162990. In der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder steht der Anbieter nicht: keine deutsche Sportwetten-Erlaubnis, keine Verbindung zu OASIS oder LUGAS. Als Lizenz nennen Drittquellen eine aus Curaçao, die für den deutschen Markt keine Bedeutung hat. Für Spieler in Deutschland ist das ein unerlaubtes Glücksspielangebot.

An dieser Stelle lohnt die Frage, was die Registrierungsnummer eigentlich zeigt. Sie belegt, dass eine Gesellschaft existiert und registriert ist. Sie belegt nicht, dass eine Aufsichtsbehörde das Wettangebot prüft, dass Spielergelder treuhänderisch liegen, dass ein Streitfall in Deutschland verhandelbar wäre. Genau diese drei Punkte sind es aber, die einen Anbieter für einen Spieler berechenbar machen.

Wer RocketPlay ausprobieren will, sollte zumindest wissen, wogegen er sich entscheidet. Es gibt keine Instanz in Deutschland, an die man sich wenden kann, wenn eine Auszahlung ausbleibt oder ein Konto gesperrt wird, und die Nutzungsbedingungen des Betreibers sind der einzige Ort, an dem Verbindliches steht. Vor der ersten Einzahlung zu lesen, was zu Auszahlung, Limits und Kontosperren dort steht, ist keine Vorsicht, sondern die normale Sorgfalt — bei einem Haus ohne Whitelist-Eintrag erst recht.

22Bet: breites Sportangebot, keine deutsche Erlaubnis

22Bet führt auf der eigenen Webseite einen Sportwetten-Bereich mit Wetten unter anderem auf Fußball, Eishockey, Biathlon, Baseball und Boxen. In der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder steht das Angebot nicht: keine deutsche Sportwetten-Erlaubnis, keine OASIS- oder LUGAS-Anbindung. Als Lizenz nennen Drittquellen eine aus Curaçao, die in Deutschland keine Bedeutung hat. Für Spieler in Deutschland ist das unerlaubtes Glücksspiel.

Die Bandbreite des Sportangebots ist der Grund, warum solche Seiten überhaupt bekannt werden. Wer sich für Biathlon oder Boxen interessiert, merkt schnell, dass der erlaubte deutsche Live-Markt auf wenige Komponenten begrenzt ist und dass ein Katalog, der alles führt, nur außerhalb der Whitelist existiert. Das ist eine echte Abwägung und keine Kleinigkeit.

Sie ändert nur nichts an dem, was ein Spieler dabei aufgibt. Die Aufsicht, die ein deutsches Haus regelmäßig prüft, existiert hier nicht. Der Stand der Dinge ist deshalb nicht der, dass 22Bet ein schlechteres Produkt hätte, sondern der, dass kein deutscher Weg zu einer Rückforderung führt, wenn etwas schiefgeht.

Sportaza: Anjouan-Lizenz, kein deutscher Eintrag

Sportaza gibt in der Fußzeile an, von der Regierung der Autonomen Insel Anjouan, Union der Komoren, lizenziert und reguliert zu sein, und nennt die Lizenznummer ALSI-202606064-FI2. Als Lizenz nennen Drittquellen eine solche aus Anjouan, die in Deutschland keine Bedeutung hat.

Ein kleiner Inselstaat als Aufsicht ist im Kern eine Formalie mit Siegel. Er belegt, dass irgendwo eine Gebühr bezahlt und eine Registrierung vorgenommen wurde. Er belegt nicht, dass jemand ein Wettprogramm prüft, Spielergelder sichert oder eine Beschwerde eines Spielers aus Deutschland verfolgt. Wer also glaubt, die Lizenznummer ALSI-202606064-FI2 sei das, was in Deutschland eine Whitelist ist, verwechselt die Struktur zweier völlig verschiedener Systeme.

Der praktische Rat klingt banal und ist der wichtigste dieser vier Zeilen: Wer unbedingt dort spielen will, sollte den Betrag so wählen, dass sein Verlust keine offene Rechnung hinterlässt. Ein Anbieter ohne deutsche Erlaubnis ist für sein Geld selbst verantwortlich, nicht für das eines Spielers.

Was beim Wettschein mit Bitcoin am Ende übrig bleibt

Die Frage nach dem besten Anbieter mit Bitcoin beantwortet sich in Deutschland über eine Liste, und diese Liste hat eine Lücke dort, wo das Schlagwort steht. Sechs Häuser mit deutscher Sportwetten-Erlaubnis in der Fassung vom 2. Oktober 2026, kein einziges davon mit Krypto-Zahlung, und daneben vier Anbieter ohne deutsche Erlaubnis, deren Bitcoin-Angebot genau der Grund für ihre Abwesenheit von der Liste ist. Das ist die Ausgangslage, und sie ist nicht kompliziert.

Was der erlaubte Weg kostet, lässt sich konkret benennen. Einzahlungen nur vom eigenen Zahlungskonto, ein Limit von 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg, volle Verifizierung vor dem Spiel, Live-Wetten nur auf wenige Komponenten, kein E-Sport, keine Amateur- und Minderjährigenveranstaltungen. Dafür: Solvenzschutz für das Guthaben, Auszahlung innerhalb von fünf Werktagen nach Kontoschließung ohne Gebühren, OASIS, LUGAS, Panikbutton, eine Aufsicht mit Bußgeldkompetenz, und eine Adresse, an die man sich wendet.

Was der Offshore-Weg kostet, steht in derselben Sprache. Kein Einzahlungslimit, das von einer deutschen Stelle kommt, keine Anbindung an das Sperrsystem, keine OASIS-Prüfung bei Login, kein Panikbutton, kein deutscher Anspruch auf das Guthaben, und ein Kursrisiko, das zwischen Einzahlung und Auszahlung auf dem eigenen Geld liegt. Dazu die Steuerfrage, die in Deutschland erst mit dem Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 10. Mai 2022 verbindlich beantwortet wurde — ein Spieler, der in Coins hantiert, erklärt mehr als nur seinen Einsatz.

Man kann sich in dieser Abwägung für die Freiheit entscheiden. Nur sollte man wissen, dass es keine Freiheit ohne Rechnung ist. Wer 200 € im Monat spielt und dabei wissen will, wo sein Geld liegt und wer es im Zweifel herausgibt, ist bei einem Haus mit deutscher Erlaubnis richtig. Wer mehr setzen will, als das Limit von 1.000 € im Monat über alle Anbieter hinweg erlaubt, und dafür die Aufsicht aufgeben mag, findet seinen Weg außerhalb der Whitelist — mit allen Konsequenzen, die im Abschnitt zu Blockchain, Anonymität und dem Glücksspielrecht und im Abschnitt zum Einzahlungslimit stehen.

Der letzte Hinweis gilt der Reihenfolge. Wer bei einer der vier Seiten ohne deutsche Erlaubnis einzahlt, hat sein Geld vergeben, bevor er den Wettschein ausgefüllt hat. Deshalb gehört der Blick in die Whitelist vor die erste Einzahlung, und das gilt auch dann, wenn die Werbung mit dem Gegenteil wirbt.

Häufige Fragen zu Wettanbietern mit Bitcoin

Akzeptiert ein Wettanbieter mit deutscher Erlaubnis Bitcoin, und wie lässt sich das prüfen?

Kein Anbieter mit deutscher Sportwetten-Erlaubnis nimmt Krypto an. Erlaubte Zahlungen müssen von einem Zahlungskonto auf den Namen des Spielenden kommen und anonyme Zahlungsmittel sind ausgeschlossen. Ob ein Haus eine Erlaubnis hat, zeigt allein die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder: Dort steht der Inhaber neben der Domain, für die seine Erlaubnis gilt.

Warum sind anonyme Zahlungsmittel bei Sportwetten in Deutschland nicht zulässig?

Die Erlaubnis knüpft Zahlungen an ein Konto, das auf den Spielenden selbst lautet und bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut geführt wird. Damit soll nachvollziehbar bleiben, wessen Geld gesetzt wird. Bitcoin erfüllt diese Bedingung nicht, und kein Anbieter mit Erlaubnis kann eine Ausnahme anbieten, ohne seine Zulassung zu gefährden.

Was fehlt Anbietern ohne deutsche Erlaubnis bei Bitcoin-Wetten an Schutz?

Ohne deutsche Erlaubnis fehlen die Anbindung an das Sperrsystem OASIS, das Einzahlungslimit nach LUGAS, der Panikbutton und der insolvenzgeschützte Treuhandweg für das Guthaben. Dazu kommt der Verlust des deutschen Rechtswegs. Der Verlust dieser Einrichtungen trifft nicht den Anbieter, sondern den Spieler, der sich auf sie verlassen hat.

Was besagen die Schlussanträge des EuGH-Generalanwalts vom 19. März 2026 zur Rückzahlung von Einsätzen?

Generalanwalt Nicholas Emiliou hält in der Rechtssache C-530/24 grundsätzlich für möglich, unlizenzierte Sportwettenanbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten — ausgenommen, Behörden haben zugesichert, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Schlussanträge sind kein Urteil. Der Bundesgerichtshof hatte die Frage am 25. Juli 2024 unter dem Aktenzeichen I ZR 90/23 vorgelegt.

Wie wirkt sich die Sportwettensteuer von 5,3 % auf Quote und Auszahlung aus?

Die Sportwettensteuer nach §§ 16 bis 25 des Rennwett- und Lotteriegesetzes beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz minus Steuer“, also rund 5,03 % des eingezahlten Betrags. Schuldner ist der Veranstalter, nicht der Spieler. Ob und wie er sie an die Quote weitergibt, entscheidet er nach seinen eigenen Bedingungen.

Inhalt erstellt vom Team «NHL-Wetten»