Freebet ohne Einzahlung 2026 – die Gratiswette ist kein Geschenk, sondern eine Wette mit Kleingedrucktem

Updated Oktober 2026
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Stand: 30. Oktober 2026 – die Erlaubnisangaben der hier besprochenen Anbieter wurden gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder abgeglichen.

Ein leerer Wettschein aus Papier liegt neben einem Kugelschreiber und einer Tasse Kaffee auf einem Tisch, Aufnahme von oben.
Bet365 bewirbt für Neukunden „bis zu 100 € in Wett-Credits“; Gewinne enthalten den Einsatz der Wett-Credits nicht.

Eine Gratiswette klingt nach einem Geschenk, das keiner bezahlt. Tatsächlich bezahlt es fast immer der, der sie annimmt – nur nicht in Euro, sondern in Zeit, Quote und Bedingungen. Wer in Deutschland nach einer Freebet ohne Einzahlung sucht, findet sie bei Bet365 in der Form von Wett-Credits und bei bet-at-home in der Form einer Aktionswette auf den Weltmeistertitel. Bei beiden steht der Einsatz nicht im Gewinn. Das ist kein Detail am Rand, das ist die Kernmechanik: Die Wette darf etwas, das normale Wetten nicht dürfen – sie kostet erst einmal nichts –, und dafür zahlt sie im Gewinnfall den Einsatz nicht mit aus.

Was folgt daraus? Dass die interessante Zahl einer Gratiswette nicht ihre Höhe ist, sondern die Differenz zwischen dem, was auf dem Banner steht, und dem, was nach der Abrechnung auf dem Konto liegt. Merkur Bets wirbt mit 25 € Freebet für Neukunden ab 1 € Einzahlung. Winamax verdoppelt die erste Einzahlung bis 100 €. Bet365 spricht von „bis zu 100 €“. Drei verschiedene Zahlen, drei völlig verschiedene Konstruktionen – und keine davon ist mit der anderen vergleichbar, solange man nicht weiß, was der Anbieter für die Freigabe verlangt und ob der Einsatz im Gewinn steckt.

Wer die Suche startet, will meistens genau eines: wetten, ohne vorher Geld zu überweisen. Die Antwort darauf ist in Deutschland nicht „ja, hier ist der Anbieter“, sondern eine Kette von Bedingungen, die man vorher kennen sollte. Deshalb beginnt dieser Text nicht mit dem Angebot, sondern dort, wo legale Angebote in Deutschland überhaupt beginnen: bei der Erlaubnis. Erst wenn feststeht, wer Gratiswetten überhaupt bewerben darf, lohnt der Blick auf die, die es tun.

Erlaubnis zuerst: Warum die Whitelist für Freebet-Angebote in Deutschland den Ausschlag gibt

Die Gratiswette ist in Deutschland kein reines Marketingprodukt, sie ist ein Glücksspiel mit Preisnachlass. Dementsprechend gilt für sie dieselbe Schranke wie für jede Sportwette: Anbieten darf sie nur, wer eine Erlaubnis hat. Das ist die Konsequenz, die jede Suche nach einer Freebet ohne Einzahlung vor allen anderen Filtern treffen sollte – nicht weil eine Behörde das verlangt, sondern weil sich mit der Erlaubnis eine ganze Reihe praktischer Eigenschaften automatisch mitentscheidet.

Ein Fußball liegt auf dem Anstoßpunkt eines leeren Rasenplatzes in der Morgendämmerung, im Hintergrund eine leere Tribüne.
Das Willkommensangebot von Winamax verdoppelt die erste Einzahlung bis zu 100 € in Freebets, ohne Umsatzbedingungen für die Freebets.

Zuständig ist die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle (Saale), die den GlüStV 2021 vollzieht, der seit dem 1. Juli 2021 in Kraft ist. Sie erteilt die bundesweite Erlaubnis für die Veranstaltung und Vermittlung von Sportwetten im Internet und überwacht den Markt, einschließlich der Möglichkeit, Bußgelder zu verhängen. Der einzige verbindliche Test, ob ein Anbieter legal arbeitet, ist die offizielle Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV. Sie ist nicht das Marketing eines Verbandes, sie ist die Liste der Behörde selbst.

Der Stand dieser Liste vom 2. Oktober 2026 führt 30 Einträge. 27 davon sind Inhaber einer Sportwetten-Erlaubnis, zwei davon zusätzlich mit Pferdewetten, und drei Anbieter haben ausschließlich eine Pferdewetten-Erlaubnis. Diese Aufteilung ist wichtiger, als sie aussieht: Wer auf der Whitelist steht, ist nicht automatisch ein Sportwettenanbieter. Ein Anbieter mit reiner Pferdewetten- oder Automatenspiel-Erlaubnis darf keine Fußballwette annehmen, und eine Freebet auf ein Fußballspiel ist bei ihm kein reguläres Produkt.

Die Erlaubnis wird nicht auf ewig erteilt. Eine Erst-Erlaubnis läuft fünf Jahre. Die Whitelist nennt aber nur Erteilungsdaten und kein Enddatum – wer dort ein Datum liest und daraus ein Ablaufdatum ableitet, liest etwas hinein, das dort nicht steht. Und eine .de-Adresse beweist nichts: Alle gelisteten Domains sind .de-Domains, aber eine deutsche Domain darf sich jeder zulegen. Der Test ist der Eintrag, nicht die Endung.

Was folgt, wenn man einen Anbieter ohne Erlaubnis wählt? Nicht nur ein juristisches Risiko, sondern der Verlust eines ganzen Schutzapparats. Wer in Deutschland ohne Erlaubnis Sportwetten anbietet, veranstaltet unerlaubtes Glücksspiel. Eine Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder Malta hat in Deutschland keine Bedeutung. Die GGL hat am 17. September 2026 ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten gewarnt und dabei Platincasino als Beispiel genannt. Ein ausländisches Papier schützt nicht davor, dass ein deutscher Spieler bei Zahlungsproblemen, bei Streit über eine Auszahlung oder bei einer Kontosperrung niemanden findet, der zuständig wäre.

Die zivilrechtliche Seite ist in Bewegung, und zwar in eine Richtung, die den Anbieter trifft, nicht den Spieler. Der Bundesgerichtshof hat dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit der Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht; der Kläger verlangt von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. Am 19. März 2026 hat Generalanwalt Nicholas Emiliou in der Rechtssache C-530/24 in seinen Schlussanträgen die Auffassung vertreten, dass unlizenzierte Anbieter grundsätzlich zur Rückzahlung verlorener Einsätze verpflichtet werden können – mit der Ausnahme, dass Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Das ist eine Rechtsmeinung, kein Urteil, und niemandem ist damit eine Rückzahlung zugesagt. Wer heute bei einem nicht erlaubten Anbieter spielt, sollte aber wissen, dass die Frage, ob verlorene Einsätze zurückgeholt werden können, gerade neu verhandelt wird – und dass sie sich auf genau die Konstellation bezieht, in der er sich befindet.

Der umgekehrte Fall ist ebenso nüchtern zu betrachten. Eine Whitelist-Erlaubnis bedeutet Rechtssicherheit, Spielerschutz und eine deutsche Aufsicht – sie bedeutet aber auch ein Einzahlungslimit von 1.000 € im Monat als Standard, eingeschränkte Live-Märkte, die vollständige Verifizierung des Kontos und Einzahlungen nur vom eigenen Zahlungskonto. Wer diese Bedingungen als Gängelung liest, hat den Mechanismus nicht verstanden: Es sind dieselben Regeln, die dem Spieler im Streitfall an seine Seite stellen, statt ihn allein mit einem Briefkasten in Übersee zu lassen.

Wie lang die Erlaubnisliste ist, die ein Anbieter zu erfüllen hat, ist also nicht die Frage. Die Frage ist, was dem Spieler bleibt, wenn sie fehlt.

Pflichten und Schutzregeln: Das Einzahlungslimit als Standard

Spielerschutz ist in der Wahrnehmung vieler Wettkunden ein Absatz im Fußbereich, der sich wegklicken lässt. Bei einer Freebet ist er der eigentliche Prüfstein, denn eine Gratiswette hat für den Anbieter nur dann Sinn, wenn sie einen neuen Kunden in einen regelmäßig spielenden Kunden verwandelt. Genau an dieser Stelle greifen die Schutzregeln – nicht gegen den Anbieter, sondern gegen den Effekt, den die Gratiswette auslösen soll. Wer diese Regeln kennt, weiß vorher, was nach dem Klick passiert.

Eine Messingwaage steht auf einer dunklen Holzplatte vor einem Fenster, durch das weiches Tageslicht fällt.
Das Regierungspräsidium Darmstadt erteilte der ODDSET Sportwetten GmbH mit Bescheid vom 15.12.2022 die Erlaubnis für Sportwetten im Internet und im stationären Vertrieb.

Teilnehmen darf man ab 18 Jahren. Bei jedem Anbieter gibt es genau ein Konto, und das Konto muss vollständig verifiziert werden. Vor der Verifizierung darf ein Anbieter das Spielen für höchstens 72 Stunden erlauben, mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen. Wer also in der ersten Stunde nach der Registrierung eine Wette platzieren und gewinnen will, kann das – an sein Geld kommt er in dieser Phase aber nicht.

Das Standard-Einzahlungslimit nach § 6c Abs. 1 GlüStV beträgt 1.000 € pro Kalendermonat, gerechnet über alle Anbieter hinweg, und wird über die LUGAS-Limitdatei vollzogen. Das ist der Punkt, an dem eine Gratiswette für manche Kunden unerheblich wird und für andere erst interessant: Ein Anbieter darf auf Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit ein höheres Limit für einen einzelnen Spieler setzen, bis 10.000 €, in einer weiteren Stufe 10.000 bis 30.000 € für höchstens 1 % seiner aktiven Spieler. Eine Selbsterklärung reicht dafür nicht, es braucht einen prüfbaren Nachweis. Ein Limit sinkt sofort, es steigt erst nach sieben Tagen. Wer also kurzfristig mehr setzen möchte, als LUGAS zulässt, kommt mit Warten nicht weit – die Erhöhung hat eine Wartezeit, die Senkung nicht.

Paralleles Spielen bei mehreren Anbietern ist über die Aktivitätsdatei untersagt. Das klingt für einen Neukunden nach einem fernen Problem, ist aber der Grund, warum Gratiswetten einander oft ausschließen: Wer die Neukundenaktion des einen Anbieters annimmt, kann dieselbe Idee nicht parallel bei drei oder vier weiteren durchziehen, ohne gegen die Regel zu verstoßen.

Das Sperrsystem OASIS wird bei der Registrierung und bei jedem Login abgefragt. Wer sich selbst sperrt und dabei einen Zeitraum nennt, bleibt mindestens drei Monate gesperrt; nennt er keinen, mindestens ein Jahr. Der Panikbutton löst eine sofortige Sperre von 24 Stunden aus. Diese Werkzeuge liegen außerhalb einer Gratiswette – eine laufende Sperre verschwindet nicht, weil ein Banner 100 € verspricht.

Das ist die konkrete Konsequenz der beiden Systeme: Offshore-Anbieter hängen weder an OASIS noch an LUGAS. Wer dort spielt, hat kein Einzahlungslimit, aber auch keine Bremse, die er selbst nicht mehr ziehen muss. Und er hat keinen Panikbutton, der 24 Stunden hält.

Ein Wort zur Reichweite all dessen: Die Einzahlungsgrenze, die Sperrdatei, die Steuer und die eingeschränkten Live-Märkte gelten für Anbieter, die über eine deutsche Erlaubnis verfügen. Ein Anbieter ohne Erlaubnis arbeitet nach eigenen Hausregeln. Wer das schön findet, muss die andere Seite mitlesen: Es gibt dann auch keine deutsche Stelle, an die man sich wenden kann.

Was eine Gratiswette wirklich kostet: Umsatzbedingungen, Mindestquote und der Einsatz, der fehlt

Begriffe und Mechanik: Was Freebets unterscheidbar macht

Eine Freebet ist eine Gratiswette, deren Einsatz nicht mit dem Gewinn zurückgezahlt wird und die an Bedingungen geknüpft ist. So schlicht steht es in der Sache, und so selten steht es auf einem Banner. Der Unterschied zu einer normalen Wette ist genau eine Position im Auszahlungsschein: Bei einer Wette mit eigenem Einsatz bekommt man Einsatz plus Gewinn. Bei einer Wette mit Freebet bekommt man den Gewinn, aber der Freebet-Einsatz bleibt beim Anbieter. Merkur Bets formuliert das in aller Klarheit: Bei einem Gewinn wird der Gewinn abzüglich des Freebet-Einsatzes ausgezahlt.

Das Wort „kostenlos“ beschreibt also den Weg zur Wette, nicht die Wette selbst. Man riskiert kein eigenes Geld – richtig –, aber man verliert bei einem Treffer die Hälfte des Scheins, wenn man es auf den Einsatz bezieht. Bei einer Quote von 2,00 und 10 € Freebet gibt es 10 € Gewinn, nicht 20 €. Das ist die gesamte Mechanik, und sie ist keine Heimtücke, sie ist der Preis der Null-Einzahlung.

Sichtbar wird das erst, wenn die Wette nicht aufgeht. Dann ist nichts passiert – es war ohnehin kein eigenes Geld im Spiel. Der Freebet ist also asymmetrisch: Der Verlustfall ist schmerzlos, der Gewinnfall gedeckelt. Wer diesen Deckel nicht bemerkt, ärgert sich nach dem ersten Treffer.

Erwartungswert: Was eine Wette ohne Einzahlung real einbringt

Der Wert einer Freebet lässt sich schätzen, wenn man ihre Bedingungen kennt und weiß, wo der Buchmacher seinen Anteil nimmt. Setzt man eine Freebet von 10 € in einem Markt mit zwei Ausgängen und Quoten von je 1,90 ein, kommt zunächst der fehlende Einsatz zum Tragen: Der Freebet-Einsatz wird nicht mit ausgezahlt, es bleibt also ein Nettoertrag von 9 € übrig. Damit ist der Markt noch nicht eingerechnet.

Der Quotenschlüssel dieses Beispiels – also der Anteil aller Einsätze, den ein solcher Markt zurückzahlt – liegt bei eins geteilt durch die Summe von eins durch 1,90 und eins durch 1,90, das ergibt rund 95 %. Der Buchmacher behält davon rund 5 %. Setzt man diesen Faktor an, sinkt der durchschnittliche Wert einer 10-€-Freebet in diesem Markt auf etwa 8,55 €. Das ist der Erwartungswert über viele gleiche Wetten hinweg, kein Ergebnis einer einzelnen Wette. Wer die Wette gewinnt, bekommt mehr; wer sie verliert, bekommt nichts. Der Durchschnitt liegt irgendwo dazwischen.

Bei höheren Quoten steigt dieser Wert, aber die Trefferwahrscheinlichkeit sinkt im gleichen Maß. Die eigentliche Konsequenz ist eine andere: Wo der Anbieter eine Mindestquote verlangt, darf man sich die Quote nicht aussuchen, und wo er Umsatzbedingungen verlangt, wird der Wert nicht kleiner, sondern verschwindet ganz. Beides zusammen entscheidet, ob eine Gratiswette 8,55 € oder 0 € wert ist – und die Zahl auf dem Banner verrät nicht, welche der beiden es wird.

Bedingungen: Wie Umsatzvorgaben den Bonus steuern

Eine Gratiswette ohne Einzahlung kann manchmal sofort ausgezahlt werden, und manchmal gar nicht. Bet-at-home beendet das Angebot auf „Sieger der FIFA WM 2026“ mit dem Satz, dass Gewinne daraus keinen Umsatzbedingungen unterliegen. Winamax schreibt dasselbe für die Freebets des Willkommensangebots – Umsatzbedingungen für die Freebets gibt es dort nicht.

Der Haken sitzt dann woanders. Bei Winamax muss die Einzahlung selbst zur Auszahlung einmal umgesetzt werden, mit einer Obergrenze der Umsetzung von 100 € und einer Mindestquote von 1,05. Bei bpremium sind Bonusgewinne erst auszahlbar, wenn das Fünffache des Bonusbetrags und das Fünffache der zugehörigen Einzahlung bei Dezimalquoten ab 1,7 umgesetzt sind. Bei Wettstar muss der Neukundenbonus vor einer Auszahlung mindestens fünfmal für Wetten eingesetzt werden, und zwar innerhalb von 60 Tagen – danach verfällt der Bonusbetrag. Und bei Tiptorro heißt es für den Freebet selbst: 10 € müssen bis zum 28. Juni 2026 um 18:00 Uhr platziert sein.

Das sind vier völlig verschiedene Umsatzgerüste in einem Absatz, und genau da liegt das Problem. Die gesetzliche Grundlage kennt keine Bonusgrenze – der GlüStV setzt weder die Höhe noch die Umsatzbedingungen noch die Mindestquote einer Sportwetten-Aktion. Alles kommt aus den Regeln des Anbieters selbst. Was auf dem Banner „Freebet“ heißt, kann hier eine auszahlbare Prämie ohne Auflagen sein und dort eine Summe, die nach zwei Monaten verfällt, ohne dass man sie je in Euro gesehen hat.

Die Mindestquote ist dabei der oft übersehene, aber wirksamste Regler. Sie sagt nicht „wette ein wenig“, sie sagt „setze auf Nichtfavoriten oder auf Kombinationen“. Wer eine Mindestquote von 1,80 einhalten muss, kann keine Wette auf einen klaren Favoriten platzieren, um den Bonus billig abzuräumen. Bei Tipwin müssen Wettscheine eine Quote von mindestens 1,80 tragen. Bei bpremium liegt sie bei 1,7. Bei Winamax bei 1,05 – ein Unterschied, der nicht kosmetisch ist, sondern die Wahl der Wette vorschreibt. Je höher die Mindestquote, desto teurer wird das Abarbeiten, weil der Buchmacher in höheren Quoten selten bessere Wertchancen bietet.

Dazu gesellt sich ein dritter Regler, der Fristen heißt: die Aktivierung, die Platzierung und die Nutzung. Bei Merkur Bets muss die Freebet aus dem Merkur Bets Club innerhalb von drei Tagen unter „Meine Boni“ aktiviert werden und verfällt, wenn sie nicht innerhalb von sieben Tagen nach Erhalt genutzt wird. Wer nach einer stressigen Woche das Konto öffnet, findet dort nichts mehr. Das ist kein Versehen, das ist die Konstruktion.

Und dann ist da noch die Verifikation. Bei Tipwin erhalten nur verifizierte Konten den Bonus; wird vor der Verifizierung eingezahlt, kann er erst mit der nächsten Einzahlung beansprucht werden. Ein Kunde, der in Vorfreude auf die 100 % Einzahlungsbonus beim ersten Mal Geld überweist, hat im Zweifel eine Gratiswette, die auf die nächste Überweisung wartet. Ein Satz in den Geschäftsbedingungen, der den Anbieter in Ruhe lässt und dem Kunden einen zweiten Vorgang aufzwingt.

Klauselwerk: Worauf beim Cashout und bei Ausschlüssen zu achten ist

Cashout ist eine der beliebtesten Funktionen im Sportwettenmarkt und gleichzeitig die Funktion, die einer Gratiswette konsequent fehlt. Bei Interwetten ist Cashout für Freebets und Bonusgeld ausdrücklich nicht verfügbar. Bei Sportingbet gilt Cashout nur für Einzel- und Kombiwetten, nicht bei als FreeBet abgeschlossenen Wetten. Bei Merkur Bets ist bei einer mit Freebet platzierten Wette kein Cashout möglich. Bei Winamax ist Cashout ebenfalls nicht möglich für Wetten, die mit Freebets platziert wurden.

Wenn man die vier Sätze nebeneinanderlegt, ergibt sich ein Muster, das in keinem Banner steht: Die Freebet ist eine Wette, die man nicht mehr loswird. Kein Ausstieg, kein Teilverkauf, keine Rettung, wenn es nach zehn Minuten schlecht aussieht. Wer diesem Risiko im Liveverlauf ausgesetzt sein will und wem die Absicherung wichtig ist, verliert sie genau dort, wo er sie am ehesten brauchte.

Dazu kommen Ausschlüsse auf der Seite der Gewinne. Sofern nichts anderes angegeben ist, sind Angebote bei bpremium nur einmal nutzbar. Der Winamax-Willkommensbonus gilt einmal pro Kunde, IP-Adresse, Gerät, Haushalt und Bankkarte oder Bankkonto. Bei Tipwin gilt der Bonus einmal je Person, Konto, Haushalt, Zahlungsmittel, Gerät und IP-Adresse. Das ist keine Betrugsbekämpfung im luftleeren Raum: Es verhindert das Durchschleifen desselben Angebots durch einen Haushalt, in dem mehrere Menschen gerne wetten. Wer mit seinem Mitbewohner gemeinsam einsteigt, muss damit rechnen, dass nur einer den Bonus bekommt.

Und die Auszahlung selbst hat Bedingungen. Bei Tipwin ist eine Auszahlung erst nach Erfüllung der Umsatzbedingungen des Willkommensbonus möglich, wenn bei einer weiteren Einzahlung noch ein Restguthaben von mehr als 1 € auf dem Konto liegt; dabei müssen alle gespielten Ereignisse abgeschlossen sein. Das ist die unangenehme Version einer Sperre: Geld ist auf dem Konto, es sieht verfügbar aus, und es bewegt sich nicht, solange die Ereignisse laufen.

Der Anbieter kann auch zurücknehmen. Interwetten behält sich laut seinen Sportsbook-Regeln vor, Cash-Out-Angebote ohne vorherige Ankündigung zu widerrufen oder zu deaktivieren. Das ist eine Klausel über eine Funktion, die für Freebet-Kunden ohnehin nicht existiert – aber sie zeigt, wie einseitig die Bedingungen tendenziell gebaut sind.

Abgaben: Der Anteil der Wettsteuer am Ergebnis

Die Sportwettensteuer ist in den §§ 16 bis 25 des Rennwett- und Lotteriegesetzes geregelt und beträgt 5,3 % von der Bemessungsgrundlage „der entrichtete Einsatz minus die Steuer selbst“. Umgerechnet sind das rund 5,03 % des eingezahlten Betrags. Das klingt nach einer Feinheit, ist aber der Unterschied zwischen einer richtigen und einer falschen Zahl: „5,3 % des Einsatzes“ stimmt nicht, weil die Steuer in ihre eigene Bemessungsgrundlage eingerechnet wird. Wer den Satz falsch zitiert, rechnet danach falsch weiter.

Wichtiger für den Leser ist, wer die Steuer schuldet: der Veranstalter der Wette, nicht der Wettende. § 19 RennwLottG weist die Steuer dem Organisator zu. Ob und wie ein Anbieter sie an seine Kunden weitergibt, entscheidet er selbst – und dazu kann man nur die Bedingungen des jeweiligen Anbieters lesen, nicht eine allgemeine Regel annehmen. Eine zweite Konsequenz hat mit dem Papier nichts zu tun: Die Steuer fällt auch bei unerlaubten Anbietern an. Eine gezahlte Wettsteuer ist kein Nachweis einer Erlaubnis.

Und der Vollständigkeit halber, weil es regelmäßig als Schreckenssatz auftaucht: Die Ertragsteuer auf Gewinne privater Wettender ist auf Primärebene nicht geklärt, dazu gehört eine Beratung, keine Vermutung aus einem Ratgebertext.

Der Vergleich: zehn Anbieter mit deutscher Erlaubnis, nach Bedingungen sortiert statt nach Schlagzeile

Wer Gratiswetten vergleicht, indem er die Zahlen auf den Bannern sortiert, sortiert nach der uninteressantesten Größe. 100 € Freebet bei 7-fachem Umsatz auf Einzahlung plus Bonus ist eine andere Aktion als 25 € Freebet, die beim ersten Verlust erstattet werden. Ein Vergleich muss deshalb vorne mit dem beginnen, was den Zugang entscheidet – der Erlaubnis –, und danach die Bedingungen nebeneinanderlegen.

Dafür gibt es für die gründliche Prüfung nur zwei Quellen: die Whitelist der GGL, um zu sehen, wer überhaupt darf, und die Geschäftsbedingungen des Anbieters, um zu sehen, was das Angebot verlangt. Eine Demo-, Werbe- oder Agenturseite kann beides nicht ersetzen, weil sie typischerweise genau die Sätze weglässt, die den Unterschied machen: die Mindestquote, die Frist und die Frage, ob der Einsatz im Gewinn enthalten ist.

Anbieter Eintrag auf der Whitelist der GGL Inhaber der Sportwetten-Erlaubnis Sportwetten-Erlaubnis seit
Interwetten Sportwetten Interwetten Gaming Limited 02.11.2020
ODDSET Sportwetten Oddset Sportwetten GmbH 18.11.2020
Tiptorro Sportwetten Torro Tec Limited 30.06.2021
Tipico Sportwetten Tipico Co. Limited 09.10.2020
bpremium Sportwetten Ladbrokes (Deutschland) Limited 09.10.2020
bet-at-home Sportwetten Bet-at-home.com Internet Limited 02.11.2020
Merkur Bets Sportwetten Merkur Bets Malta Limited 06.11.2023
LeoVegas Sportwetten LVSports Limited 21.10.2024
Bet3000 Sportwetten I.B.C. Sportsbetting Limited 22.04.2026
VBet Sportwetten SCGO Limited 05.12.2023

Die Spalte mit dem Erlaubnisdatum ist keine Rangfolge und auch keine Aussage über Erfahrung oder Qualität – sie zeigt, wie lange der Anbieter schon im regulierten deutschen Markt arbeitet, und das ist bei Streitfragen nicht völlig gleichgültig. Wer seit 2020 unter deutscher Aufsicht steht, hat Jahre hinter sich, in denen Aufsicht, Beschwerden und Bedingungen bereits aufeinander eingespielt sind. Bet3000 ist erst seit dem 22. April 2026 gelistet, LeoVegas seit dem 21. Oktober 2024.

Die Tabelle legt offen, was auf einem Vergleichsportal mit Sternchen gern verschwindet: dass hinter jeder Domain ein anderer Rechtsträger steht, teils mit Sitz in Malta. Das ist kein Mangel, sondern der Normalfall des regulierten Markts – die Erlaubnis bindet den Inhaber an deutsches Recht, und über die Whitelist ist er greifbar. Der Spieler braucht den Namen des Inhabers nicht, um zu wetten, aber er braucht ihn, um zu erkennen, wem er im Streitfall gegenübersitzt.

Die Rangfolge, die dieser Text vergibt, richtet sich deshalb nicht nach der Bonushöhe, sondern nach dem Verhältnis von versprochenem Betrag zu den Bedingungen, unter denen er freikommt. Ein Anbieter, der eine Gratiswette ohne Umsatzbedingungen auszahlt, kann mit 10 € mehr wert sein als ein Anbieter mit 100 € und einer Mindestquote von 1,80. Größe und Wert sind zwei verschiedene Dinge.

Interwetten: Rücknahmeklauseln bei Cashout-Funktionen

Interwetten ist seit dem 2. November 2020 auf der Whitelist geführt, die Nachfolge-Erlaubnis datiert vom 27. Dezember 2022. Inhaber ist die Interwetten Gaming Limited. Der Anbieter gehört damit zur ersten Welle regulierter Sportwetten in Deutschland – zu denen, die 2020 von Anfang an dabei waren.

Was auffällt, liegt nicht beim Bonus, sondern bei der Rücknahme. Die Sportsbook-Regeln behalten dem Anbieter vor, Cash-Out-Angebote ohne vorherige Ankündigung zu widerrufen oder zu deaktivieren. Für Freebets und Bonusgeld ist Cash-Out ohnehin nicht verfügbar. Das ist ein Stück Bedingungen, das man kennen sollte, bevor man sich auf eine In-Play-Strategie einlässt: Eine Funktion, auf die man sich im Live-Moment verlässt, ist genau dann nicht verlässlich, wenn der Anbieter sie am dringendsten braucht.

Für den Freebet-Vergleich heißt das: Interwetten ist ein Haus mit langer deutscher Erlaubnis und einem Produkt, dessen Ausstiegsmöglichkeiten enger sind, als der Live-Markt suggeriert. Wer gern vorzeitig aussteigt, muss das einplanen.

Der Punkt, der hier hängen bleibt, ist die Rücknahmeklausel: Ein Live-Ausstieg ist bei diesem Anbieter kein verbrieftes Recht, sondern eine Funktion auf Abruf, und Freebet-Kunden haben sie von vornherein nicht.

ODDSET: Dokumentation des regulatorischen Wegs

ODDSET wird seit dem 18. November 2020 auf der Whitelist geführt, die Nachfolge-Erlaubnis stammt vom 15. Dezember 2022. Inhaber ist die Oddset Sportwetten GmbH. Das Regierungspräsidium Darmstadt hat dieser Gesellschaft mit Bescheid vom 15.12.2022 die Erlaubnis für Sportwetten im Internet und im stationären Vertrieb erteilt; Aufsichtsbehörde ist die GGL mit Sitz am Hansering 15 in 06108 Halle (Saale).

Bemerkenswert ist an diesem Eintrag, wie ein Erlaubnisweg dokumentiert wird: Ein Bescheid einer Landesbehörde, ein Aufsichtswechsel zur gemeinsamen Behörde der Länder, ein stationäres Vertriebsnetz. Das ist die deutscheste Form eines Wettanbieters, die es gibt.

Für die Gratiswette ist die relevante Folge eine andere. Eine lange und saubere Erlaubnis sagt nichts darüber, ob und in welcher Höhe ODDSET eine Freebet bewirbt. Wer eine Gratiswette sucht, prüft bei diesem Anbieter das aktuelle Sportwettprogramm und die Aktionsbedingungen selbst – die Whitelist hilft bei der Erlaubnisfrage, nicht bei der Angebotsfrage.

Der Ertrag dieses Eintrags steht außerhalb des Vergleichs: Er markiert, wo die regulierte Geschichte in Deutschland beginnt, und liefert den Beweis, dass die beiden Fragen – „darf dieser Anbieter?“ und „was gibt er mir?“ – getrennt zu stellen sind.

Tiptorro: Identitätsprüfung von App und Erlaubnisinhaber

Tiptorro steht seit dem 30. Juni 2021 auf der Whitelist, die Nachfolge-Erlaubnis datiert vom 27. Dezember 2022. Inhaber ist die Torro Tec Limited mit Sitz in Malta. Die Tiptorro-App wird im App Store von dieser Gesellschaft angeboten, die sich dort selbst als behördlich zugelassener Sportwettveranstalter unter Aufsicht der GGL beschreibt.

Der Kanal ist hier das Produkt. Wer Tiptorro nutzt, nutzt in erster Linie eine App, und die installiert er über einen Store, der eine Entwicklerangabe trägt. Dass der Name des Entwicklers im Store mit dem Namen des Whitelist-Inhabers übereinstimmt, ist der erste Test in einer Frage, die sonst leicht aus dem Blick gerät: Ist die App auf dem Telefon tatsächlich die des erlaubten Anbieters und nicht eine Nachbildung mit ähnlichem Namen? Der Anbieter auf der Whitelist löst das nicht ab.

Daraus folgt die einzige praktische Prüfregel, die man aus diesem Eintrag mitnehmen kann: Der Inhaber der Erlaubnis steht in der Whitelist, und der Entwickler der App steht im Store. Stimmen die beiden Namen nicht überein, hat man nicht den erlaubten Anbieter vor sich, sondern eine Verwechslung.

Der Nutzen dieses Eintrags liegt genau dort: Er zeigt, dass mobile Zugänge einen zusätzlichen Prüfschritt erzeugen, den ein Browserzugang nicht hat.

Tipico: Kontext der Rechtsgeschichte bei Altfällen

Tipico steht seit dem 9. Oktober 2020 auf der Whitelist, die Nachfolge-Erlaubnis datiert vom 9. Dezember 2022. Inhaber ist die Tipico Co. Limited mit Sitz im Portomaso Business Tower in San Ġiljan auf Malta; das Unternehmen wurde 2004 von Oliver Voigt, Dieter Pawlik und Mladen Pavlovic zusammen mit dem Rechtsanwalt Wolfgang Kuentzle gegründet.

Es ist schwer, über Tipico zu schreiben, ohne auf die Klage zu kommen – und das ist hier kein Abschweifen, sondern der zweite Teil des Bildes. Tipico ist der Anbieter, über den der Bundesgerichtshof dem EuGH am 25. Juli 2024 die Frage vorgelegt hat (Az. I ZR 90/23), und der Name im Verfahren C-530/24, in dem der Generalanwalt am 19. März 2026 die Rückzahlung verlorener Einsätze für grundsätzlich möglich hielt. Das Verfahren betrifft die Jahre vor der Erlaubnis und damit nicht den heutigen regulierten Betrieb. Genau deshalb gehört es hierhin: Es ist der Beleg, dass die Zeit der unklaren Zustände nachwirkt, während die Gegenwart eine andere ist.

Für den Freebet-Vergleich folgt daraus etwas Nüchternes: Tipico ist heute eine erlaubte Adresse wie jede andere auf dieser Liste, und die juristische Aufmerksamkeit, die auf dem Namen liegt, sagt nichts über die Konditionen einer Gratiswette.

Der eigentliche Befund: Der Markenname trägt hier eine Rechtsgeschichte mit sich, die seinen aktuellen Betrieb nicht beschreibt – wer die beiden verwechselt, vergleicht die Gegenwart mit einem Archiv.

bpremium: Transparenz bei Bonus und Mindestquote

bpremium steht seit dem 9. Oktober 2020 auf der Whitelist, Nachfolge-Erlaubnis vom 21. Dezember 2022; Inhaber ist die Ladbrokes (Deutschland) Limited. Hinter dem Namen steht also ein Konzern, der im britischen und deutschen Markt seit Langem zum Inventar gehört.

Die Bonusbedingungen sind hier so klar wie an wenigen anderen Stellen. Bonusgewinne können laut den Nutzungsbedingungen erst ausgezahlt werden, nachdem das Fünffache des Bonusbetrags und das Fünffache der zugehörigen Einzahlung bei Dezimalquoten ab 1,7 umgesetzt wurden. Und: Angebote sind, sofern nicht anders angegeben, nur einmal nutzbar.

Zwei Größen statt einer – das ist die wichtigste Lektion dieses Eintrags. Bei Winamax hängt der Umsatz an der Einzahlung allein, bei bpremium an Bonus plus Einzahlung. Wer die Zahl „100 %“ liest und daraus ableitet, man müsse doppelt so viel setzen wie erhalten, unterschätzt den Vorgang, weil die zweite Größe mitläuft. Die Mindestquote von 1,7 ist der zweite Regler: Sie schließt Favoritenwetten aus, mit denen man den Umsatz billig erledigen würde.

Der Befund: Die Bedingungen sind hier ungewöhnlich transparent formuliert, und ein Bonusgewinner, der sie erst nach dem Auszahlungsversuch studiert, hat den Umsatzauftrag bereits angenommen.

bet-at-home: Nutzen von Turnier-Aktionen mit festen Fristen

bet-at-home steht seit dem 2. November 2020 auf der Whitelist, Nachfolge-Erlaubnis vom 22. Dezember 2022; Inhaber ist die Bet-at-home.com Internet Limited. Das Haus gehört zur Startaufstellung des regulierten Markts.

Sein Freebet-Beispiel ist eine 10-€-Gratiswette auf „Sieger der FIFA WM 2026“. Sie galt für Neukunden mit Wohnsitz in Deutschland, die sich ab dem 9. Juni 2026 über den Promotion-Link registrierten; die Wette musste bis zum 28. Juni 2026 um 18:00 Uhr platziert sein. Gewinne daraus unterliegen keinen Umsatzbedingungen.

Das ist die sauberste Konstruktion im ganzen Vergleich: eine Gratiswette ohne Umsatzbedingung auf ein Turnier mit einem festen Endpunkt. Und sie zeigt trotzdem, wie Bedingungen in der Praxis funktionieren. Wer sich am 29. Juni registrierte, hatte nie eine Chance, weil das Fenster drei Wochen breit war und mit dem Anpfiff schloss. Wer sich am ersten Tag registrierte und die Wette bis zum 28. Juni stehen ließ, stand vor einer Entscheidung, die er aus den Bedingungen nicht ableiten konnte. Und wer laut Bedingungen aus dem Ausland zugesehen hätte, wäre ebenfalls draußen gewesen – der Wohnsitz in Deutschland war Teil der Teilnahmebedingung.

Der Punkt hier ist der Fristcharakter einer Gratiswette: Sie ist ein Angebot mit Verfallsdatum, und ihr Wert sinkt mit jedem Tag, an dem man sich nicht entscheidet.

Merkur Bets: Joker-Optionen und Club-Voraussetzungen

Merkur Bets steht seit dem 6. November 2023 auf der Whitelist; Inhaber ist die Merkur Bets Malta Limited. Das Haus ist damit deutlich jünger im regulierten Markt als die meisten anderen hier.

Die Bonusstruktur ist eine Mischung. Laut Mitteilung vom 14. Oktober 2024 erhielten Neukunden bei einer Ersteinzahlung ab 1 € eine Freebet über 25 €. Zusätzlich wird bei der ersten qualifizierenden Kombiwette, wenn sie verloren geht, der Einsatz bis 75 € als Freebet erstattet – sofern vor der Wette die Option „Neukunden-JokerBet“ gewählt wurde. Hier liegt die praktischste aller Fallen: Die Erstattung ist an eine Option gebunden, die aktiv gewählt werden muss, und die Auswahl muss vor der Wette passieren. Wer eine ordentliche Kombi baut und dann feststellt, dass er den Joker nicht gesetzt hat, bekommt nichts.

Dazu kommt der Merkur Bets Club, der für Kombiwetten oder Betbuilder mit mindestens drei Auswahlen und einer Gesamtquote von mindestens 4,00 bei einem Wocheneinsatz von mindestens 25 € am Montag der Folgewoche eine Freebet über 5 € ausschüttete; die Aktion lief vom 9. Juni 2025 bis 14. Juli 2025. Das ist eine Gratiswette über die Wette, nicht über die Einzahlung, und die Kombination aus Quote ab 4,00 und Wocheneinsatz macht sie zu einem Programm für Kunden mit regelmäßigem Volumen.

Bei der Freebet selbst gelten drei Einschränkungen, die zusammen das Bild formen: Sie muss innerhalb von drei Tagen unter „Meine Boni“ aktiviert werden und verfällt nach sieben Tagen ohne Nutzung. Sie gilt nur für Einzel- oder Kombinationswetten, System- und Mehrwegwetten sind nicht zulässig. Und bei einem Gewinn wird der Gewinn abzüglich des Freebet-Einsatzes ausgezahlt; auch bei Wetten mit Quotenboost darf sie nicht verwendet werden.

Was das Haus sonst noch anbietet, gehört in die Bewertung hinein: Der Kombi-Boost gibt ab fünf Auswahlen einen Prozentbonus auf den Gewinn, 5 % bei fünf Auswahlen, je weiterer Auswahl einen Prozentpunkt mehr, höchstens 30 % ab 30 Auswahlen, mit einer Mindestquote von 1,21 je Auswahl; Live-Wetten mit Boost sind grundsätzlich nicht erlaubt.

Der Befund: Hier trifft eine junge Erlaubnis auf ein Programm, das ohne regelmäßigen Einsatz und ohne vorausschauende Klicks wenig abwirft.

LeoVegas: Unterscheidung zwischen Casino- und Sportangebot

LeoVegas steht für die Domain Leovegas.de seit dem 21. Oktober 2024 mit einer Sportwetten-Erlaubnis auf der Whitelist; Inhaber ist die LVSports Limited. Für virtuelle Automatenspiele ist dieselbe Betreiberin bereits seit dem 27. Februar 2023 gelistet.

Diese zwei Daten sind mehr als eine Fußnote. Sie zeigen, dass Casino und Sportwetten zwei getrennte Erlaubnisse sind, die zu verschiedenen Zeitpunkten erteilt werden und verschiedenen Regeln unterliegen. Der Anbieter ist in Deutschland also zuerst mit Automatenspielen aufgetreten und erst später mit Sportwetten. Wer eine Freebet auf ein Fußballspiel sucht, ist auf der Sportwetten-Seite richtig – und nicht dort, wo das Casino beworben wird.

Ob daran ein Nachteil hängt, ist damit nicht gesagt. Eine spätere Sportwetten-Erlaubnis bedeutet einen kürzeren Zeitraum, in dem das Sportbuch unter deutscher Aufsicht Bedingungen, Beschwerden und Nachbesserungen gesammelt hat. Das ist keine Wertung, aber ein Hinweis darauf, worauf man bei einem Vergleich achten kann.

Der Punkt, der hier zu ziehen ist: Eine Marke mit langer Casino-Erlaubnis und kurzer Sportwetten-Erlaubnis lädt dazu ein, die beiden Angebote zu verwechseln. Für die Gratiswette zählt allein die Sportwetten-Seite.

Bet3000: Markteinstieg und Prüfaufwand bei neuen Lizenzen

Bet3000 ist der jüngste Eintrag in dieser Aufstellung: Die GGL verzeichnet die Erlaubnis für Bet3000.de mit dem Erstdatum 22. April 2026. Als Veranstalter führt die Whitelist die I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Slyema auf Malta, Lyons Range Court, Flat Nr. 1, Triq Bisazza.

Ein so frischer Eintrag ist für einen Gratiswetten-Vergleich eine relevante Information, weil die Neukundengewinnung bei einem Markteintritt typischerweise am lautesten beworben wird – und weil ein Anbieter, der eben erst gestartet ist, seine Aktionsbedingungen noch nicht über Jahre an die Marktrealität angepasst hat. Weder das eine noch das andere ist ein Qualitätsurteil; es beschreibt, wo im Lebenszyklus ein Anbieter steht.

In der Tabelle fällt Bet3000 als einziger Eintrag mit einem Erlaubnisdatum aus diesem Frühjahr auf. Wer ihn in die Auswahl nimmt, tut das mit einem Anbieter, dessen deutsches Sportbuch noch keine zwei Jahre unter Aufsicht steht.

Der Befund: Bei einem so jungen Eintrag lohnt der genaue Blick in die Bedingungen mehr als bei einem Haus, dessen Regeln seit Jahren dieselben sind – nicht weil der Anbieter schlechter wäre, sondern weil weniger Vergleichsmaterial existiert.

VBet: Geltungsbereich der Whitelist nach Domains

VBet steht für die Domain Vbet.de seit dem 5. Dezember 2023 mit einer Sportwetten-Erlaubnis auf der Whitelist; Veranstalterin ist die SCGO Limited mit Sitz im Luxe Pavilion, 2nd Level, Diamonds International Building, Portomaso, STJ 4010, St. Julian’s, Malta.

Der Sitz in einem Geschäftsturm auf Malta ist nichts Besonderes in dieser Liste – drei der hier besprochenen Anbieter sitzen dort. Bemerkenswert ist eher, dass die Whitelist nur das Sportwetten-Angebot der jeweiligen Domain abbildet und keine Aussage über eine Marke als Ganzes trifft. Ein Anbieter kann unter derselben Marke noch in anderen Ländern mit anderen Lizenzen auftreten; für den deutschen Kunden zählt ausschließlich, was unter der gelisteten .de-Domain geschieht. Die Erlaubnis ist domaingebunden, nicht markengebunden.

Für den Freebet-Vergleich heißt das: Wer VBet wählt, wählt das deutsche Sportbuch der SCGO Limited, mit allen Rechten und Pflichten des GlüStV – und nicht irgendein internationales Angebot desselben Namens.

Der Punkt, der bleibt: Die Whitelist ist eine Liste von Domains und Inhabern, keine Liste von Marken. Wer in einem Forum von einem guten VBet-Angebot liest, hat damit noch keinen Beleg, dass es unter Vbet.de gilt.

Eine Gratiswette einordnen, bevor man sie annimmt: die Reihenfolge, in der man prüft

Wer den ganzen Text bis hierher gelesen hat, kennt alle Regler – aber nicht ihre Reihenfolge. Genau die ist praktisch entscheidend, denn eine Prüfung, die bei der Bonushöhe beginnt, ist bereits verloren. Man prüft von außen nach innen.

Zuerst die Erlaubnis. Steht die Domain des Anbieters mit einer Sportwetten-Erlaubnis auf der Whitelist der GGL? Steht dort ein Treffer, ist der Anbieter reguliert, und der Fall ist erledigt. Steht dort kein Treffer, ist alles Weitere akademisch.

Dann das Konto. Ist es vollständig verifiziert? Bei Tipwin erhalten nur verifizierte Konten den Bonus, und eine Einzahlung vor der Verifikation kann dazu führen, dass er erst beim nächsten Mal gezählt wird. Ein Klick in die Konto-Einstellungen vor der Einzahlung spart einen zweiten Vorgang.

Dann die Zahlungsart. Einzahlungen sind nur von einem eigenen Zahlungskonto bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut erlaubt; anonyme Zahlungsmittel sind ausgeschlossen. Das ist der Mechanismus, der Krypto und anonyme Prepaid-Karten aus dem erlaubten deutschen Sportwetten heraushält. Bei Betway qualifiziert eine Einzahlung per Skrill nur für die Willkommens-Freiwette, nicht für den Einzahlungsbonus; Trustly-Auszahlungen werden nur auf ein Konto auf den Namen des Kunden ausgezahlt und setzen eine vorherige Trustly-Einzahlung voraus. Wer also glaubt, die Zahlungsart sei Geschmackssache, erfährt hier, dass sie über die Eignung für den Bonus mitentscheidet.

Dann der Umsatzauftrag. Steht im Angebot eine Zahl oder nicht? Findet man „fünfmal“ oder „siebenmal“, fragt man als Nächstes: fünfmal von was? Bei Wettstar ist es der Bonusbetrag, fünfmal innerhalb von 60 Tagen. Bei bpremium ist es das Fünffache des Bonusbetrags plus das Fünffache der zugehörigen Einzahlung bei Quoten ab 1,7. Bei Tipwin ist es die Summe aus Einzahlung und Bonus, siebenmal, höchstens 100 € je Wettschein, und nur Wettscheine mit einer Quote von mindestens 1,80 zählen. Bei Winamax ist es die Einzahlung, einmal, mit einer Obergrenze der Umsetzung von 100 € und einer Mindestquote von 1,05.

Dann die Mindestquote. Sie bestimmt, auf welche Wetten der Umsatz überhaupt angerechnet wird, und damit, ob man mit Favoriten arbeiten kann oder nicht. Je höher sie steht, desto teurer wird das Abarbeiten.

Dann die Fristen. Aktivierung, Platzierung, Nutzung. Bei Merkur Bets sind drei Tage für die Aktivierung und sieben Tage für die Nutzung zwei Zahlen, die eng beieinanderliegen. Bei Tiptorro war es ein Zeitfenster bis zum 28. Juni 2026 um 18:00 Uhr. Ein Angebot ohne Frist ist die Ausnahme, nicht die Regel.

Dann die Ausschlüsse. Was ist nicht erlaubt? Bei Merkur Bets: keine System- und Mehrwegwetten, kein Quotenboost. Bei zahlreichen Anbietern: kein Cashout auf eine mit Freebet platzierte Wette. Bei bpremium: nur einmal nutzbar. Bei Tipwin: Ticketrückkauf zählt nicht zum Umsatz.

Und ganz am Ende, wenn all das passt, die Bonushöhe. Sie steht auf dem Banner, weil sie verkauft – und weil sie beim Prüfen am wenigsten wert ist.

Diese Reihenfolge ist die Antwort auf die Frage, die am Anfang dieses Textes stand. Eine Gratiswette in Deutschland findet man weniger, indem man Angebotslisten durchsucht, als indem man in der richtigen Ordnung prüft. Wer das tut, entdeckt schnell, dass die beste Freebet in Deutschland selten die mit dem höchsten Betrag ist: Es ist die, deren Bedingungen man am schnellsten erfüllen kann, ohne einen Betrag zu setzen, den man ohne Bonus nie setzen würde.

Häufige Fragen zu Freebet ohne Einzahlung

Gibt es bei einem erlaubten deutschen Anbieter überhaupt eine Gratiswette ohne Einzahlung?

Ja, in Form einer Aktionswette oder von Wett-Credits, nicht als Bargeld. Bet-at-home bot etwa eine 10-€-Gratiswette auf den Weltmeistertitel für Neukunden mit Wohnsitz in Deutschland, Merkur Bets eine Freebet über 25 € bei einer Ersteinzahlung ab 1 €. Entscheidend ist, dass nur Anbieter auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder solche Aktionen bewerben dürfen.

Wird der Einsatz einer Gratiswette zusammen mit dem Gewinn ausgezahlt?

Nein, das ist der Kern des Produkts. Der Einsatz der Gratiswette wird nicht mit dem Gewinn ausgezahlt; bei Merkur Bets heißt es ausdrücklich, dass bei einem Gewinn der Gewinn abzüglich des Freebet-Einsatzes ausgezahlt wird. Bei einer Quote von 2,00 und 10 € Freebet bleiben also 10 € statt 20 €, weil die ursprünglichen 10 € nicht zum Guthaben gehören.

Was bedeuten Umsatzbedingungen und Mindestquote bei einer Gratiswette?

Umsatzbedingungen legen fest, wie oft die Guthaben aus dem Angebot vor einer Auszahlung in Wetten eingesetzt werden müssen. Die Mindestquote legt fest, wie hoch die Quoten dieser Wetten sein müssen. Beides kommt ausschließlich aus den Bedingungen des Anbieters – das GlüStV setzt weder Höhe noch Umsatz noch Mindestquote einer Sportwetten-Aktion.

Wie wirkt sich die Sportwettensteuer von 5,3 % auf einen Freebet-Gewinn aus?

Die Steuer trifft den Veranstalter, nicht den Spieler: § 19 RennwLottG weist sie dem Organisator der Wette zu, sie beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz minus Steuer selbst“. Ob ein Anbieter sie an Kunden weitergibt, entscheidet er in seinen eigenen Bedingungen – eine allgemeine Weitergabe an Wettende lässt sich daraus nicht ableiten.

Woran erkenne ich, ob ein Anbieter mit Gratiswette auf der Whitelist steht?

An der offiziellen Whitelist der GGL nach § 9 Abs. 8 GlüStV, dem einzigen verbindlichen Test. Dort steht auch, welcher Rechtsträger die Erlaubnis hält und seit wann, und ob es eine Sportwetten- oder nur eine Pferde- oder Casinokonzession ist. Eine deutsche .de-Adresse allein belegt nichts, und die Liste selbst führt kein Enddatum der Erlaubnis.

Welche Fristen gelten bis zur Platzierung einer Gratiswette, und was danach mit den Guthaben passiert?

Die Fristen stehen nur in den Aktionsbedingungen des Anbieters. Bei Merkur Bets muss die Freebet aus dem MERKUR BETS CLUB innerhalb von drei Tagen aktiviert und innerhalb von sieben Tagen nach Erhalt genutzt werden, sonst verfällt sie. Bei Wettstar verfällt der Bonusbetrag nach 60 Tagen. Danach ist das Guthaben weg, ohne dass es je ausgezahlt wurde.

Inhalt erstellt vom Team «NHL-Wetten»