Radsport-Wetten in Deutschland – was die Erlaubnis regelt und was die Quote kostet

Updated Oktober 2026
Licensed
usAvailable in US
Fast payouts
18+ Only
Want more predictions?
Join our Telegram channel
Join

Ein Zwei-Weg-Markt mit zwei Quoten von je 1,90 zahlt im Schnitt rund 95 % aller Einsätze an die Wettenden zurück – die restlichen rund 5 % sind die Marge des Anbieters. Und weil Radrennen in Deutschland nur bei Anbietern mit deutscher GGL-Erlaubnis gesetzt werden dürfen, beginnt jede Frage nach der Quote mit der Frage nach der Whitelist.

Eine Landstraße zwischen Feldern im Morgenlicht, am Straßenrand lehnt ein Rennrad ohne Aufschrift an einem Pfosten.
Zu den Frühjahrsklassikern im Radsport zählen Lüttich–Bastogne–Lüttich (seit 1892), Paris–Roubaix (seit 1896) und Mailand–San Remo (seit 1907).

Stand der Daten: 30. Oktober 2026, abgeglichen mit der offiziellen Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) im Snapshot vom 2. Oktober 2026.

Warum die deutsche Erlaubnis vor der Quote steht

Wer in Deutschland auf ein Radrennen Geld setzt, tut das bei einem Veranstalter – oder er tut es gar nicht. Zuständig ist die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle (Saale), die unter dem GlüStV 2021 arbeitet; das Gesetz gilt seit dem 1. Juli 2021. Sie erteilt die bundesweite Erlaubnis, Sportwetten im Internet zu veranstalten und zu vermitteln, sie überwacht den Markt und sie ahndet Verstöße mit Bußgeldern. Die Steuer ist nicht ihre Sache. Dafür ist das Finanzamt zuständig.

Ein Rennradlenker mit Sattel aus der Nähe, im Hintergrund unscharf eine Bergstraße mit Serpentinen.
Die Tour de France wurde erstmals 1903 ausgetragen, Start war am 1. Juli in Montgeron bei Paris; Veranstalter ist seit 1992 die Amaury Sport Organisation (ASO).

Ein einziger Test entscheidet, ob ein Anbieter wirklich darf: die offizielle Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV. Im Snapshot vom 2. Oktober 2026 stehen dort 30 Einträge – 27 Inhaber mit einer Sportwetten-Erlaubnis, zwei davon zusätzlich mit Pferdewetten, und drei Inhaber, die ausschließlich Pferdewetten anbieten dürfen. Jede gelistete Domain ist eine .de-Domain. Der Umkehrschluss ist trotzdem falsch: Eine .de-Domain allein beweist nichts.

Eine Erst-Erlaubnis ist auf fünf Jahre angelegt. Die Whitelist nennt ausschließlich Erteilungsdaten, niemals ein Enddatum. Wer in einer Übersicht ein Ablaufjahr liest, liest etwas, das dort nicht steht.

Wichtig ist außerdem, was die Erlaubnis abdeckt. Nur die Domain, die unter der Sportwetten-Erlaubnis geführt wird, darf Sportwetten annehmen. Die Automatenspiel-, Poker- oder Casino-Erlaubnisse desselben Inhabers sind eigene Genehmigungen mit eigenen Regeln und sagen über das Sportwettenangebot nichts aus.

Was beim Radsport überhaupt gesetzt werden darf

Erlaubt sind Festquotenwetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon sowie auf Vorgänge während des Wettkampfs – als Einzelwette oder als Kombiwette, und nur in den Wettarten, die die GGL im Sportwettprogramm freigegeben hat. Ausgeschlossen sind Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige oder Amateure teilnehmen. Nach der Praxis der GGL zählt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateursport. Manipulationsanfällige Wetten sind verboten, ebenso Wetten auf einen Regelverstoß oder auf dessen Sanktionierung. Wetten auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse sind nicht zulässig. E-Sport erkennt die GGL nicht als Sport an, lizenzierte E-Sport-Wetten gibt es in Deutschland nicht.

Ein leerer Wettschein aus Papier liegt neben einer Trinkflasche und einem Stift auf einem Tisch.
Die UCI WorldTour wird seit dem Jahr 2011 vom Radsport-Weltverband UCI veranstaltet und gilt als Nachfolgeserie der gescheiterten UCI ProTour.

Ein Radrennen über drei Wochen fällt in keine dieser Kategorien und ist damit grundsätzlich ein zulässiger Wettgegenstand. Interessanter als die Erlaubnis ist deshalb, was daraus für das Angebot folgt.

Livewetten sind in Deutschland das schmale Ende des Angebots

Wer „radsport live wetten“ sucht, stellt sich ein Dutzend Märkte während der Etappe vor. Dieses Angebot gibt es hier nicht. Während eines laufenden Ereignisses sind Livewetten nur auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine ähnliche Komponente zulässig, und auch das nur in Sportarten, in denen solche Vorgänge selten sind. Das nächste Tor im Fußball: ja. Der nächste Satz im Tennis: ja. Der nächste Punkt im Tennis oder der nächste Korb im Basketball: nein.

Im Radsport liest sich die Regel härter, als sie im Fußball wirkt. Ein Rennen hat keine Tore und keine Sätze, dafür Ausreißergruppen, Zwischensprints und Bergwertungen – alles Vorgänge, die zu häufig passieren, um als seltenes Ereignis durchzugehen. Das Endergebnis bleibt praktisch das einzige live setzbare Ziel.

Cash-out füllt diese Lücke notdürftig, und es lohnt sich, genau hinzusehen: Es gibt keine gesetzliche oder aufsichtsrechtliche Regel dazu. Es ist ein Merkmal des einzelnen Anbieters. Ob sich eine Wette vorzeitig glattstellen lässt, hängt also am Kleingedruckten und nicht am Gesetz. Die Auszahlung eines Gewinns erfolgt erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses. Wer auf die Gesamtwertung gesetzt hat, wartet bis zur letzten Zielgeraden.

Die Marge im Markt: was zwei gleiche Quoten verschweigen

Jede Quote enthält einen Aufschlag. Das ist kein Skandal, es ist das Geschäftsmodell – aber es hilft, die Zahl einmal selbst nachzurechnen.

Nehmen wir einen illustrativen Zwei-Weg-Markt mit zwei Quoten von je 1,90. Das ist ein Rechenbeispiel, kein zitiertes Angebot. Aus 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90) ergibt sich eine Auszahlungsquote von etwa 95 %, und die Marge liegt damit bei rund 5 %. Die Zahl ist eine statistische Schätzung für einen Markt dieser Bauart, keine Zusage über den einzelnen Wettschein.

Warum eine Bandbreite und kein fester Wert? Weil die Spannweite mit der Zahl der Ausgänge wächst. Ein Zwei-Weg-Markt mit zwei symmetrischen Quoten ist die sauberste Rechnung, die es gibt: rund 5 % Marge, unter der Annahme, dass beide Seiten gleich bepreist sind. Ein Drei-Weg-Markt auf die Etappenplatzierungen verteilt denselben Aufschlag über drei Quoten, von denen jede einzelne niedriger angesetzt wird. Die Marge eines bestimmten Radsport-Marktes bei einem bestimmten Anbieter lässt sich aus dem Beispiel deshalb nicht ableiten. Das Beispiel zeigt nur eines: Die 1,90 auf dem Wettschein ist keine 1,90, sondern eine 1,90 abzüglich des Anteils, den der Anbieter einbehält.

Der Vergleich zweier Anbieter funktioniert entsprechend nicht über eine einzelne Hauptmarkt-Quote, sondern nur über zwei vollständige Quotensätze desselben Marktes. Was dabei auffällt: Die Differenz zwischen zwei lizenzierten Anbietern liegt häufig unter dem Wert des Bonus, mit dem sie sich voneinander abheben wollen.

Was ein nicht gelisteter Anbieter den Spielenden kostet

Ein Angebot eines Veranstalters ohne deutsche Erlaubnis ist unerlaubtes Glücksspiel nach § 4 Abs. 1 GlüStV. Eine Curaçao-, Anjouan- oder Malta-Lizenz hat in Deutschland keine Bedeutung. Die GGL hat am 17. September 2026 ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten gewarnt.

Daraus folgt mehr als eine Formalie. Nicht gelistete Anbieter hängen weder am Sperrsystem OASIS noch an der Limitdatei LUGAS. Das bundesweite Einzahlungslimit und die Selbstsperre greifen dort nicht. Der deutsche Rechtsweg fehlt ebenfalls.

Was zivilrechtlich daraus folgen kann, ist offen. Der Bundesgerichtshof hat dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht; der Kläger fordert von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. In seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24, Tipico) hielt Generalanwalt Nicholas Emiliou es grundsätzlich für möglich, unlizenzierte Sportwettenanbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten – mit der Ausnahme, dass Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Ein Urteil steht aus.

Das ist keine Rückzahlungszusage an irgendjemanden. Es ist der Stand eines Verfahrens, und ein Verfahren ist keine Entscheidung. Wer heute bei einem nicht gelisteten Anbieter setzt, hat keinen Anspruch darauf, dass dieser Stand zu seinen Gunsten ausgeht.

Die Steuer sitzt auf einer Basis, die nicht der Einsatz ist

Der Satz der Sportwettensteuer beträgt 5,3 %, geregelt in §§ 16–25 des Rennwett- und Lotteriegesetzes. Entscheidend ist die Bemessungsgrundlage: Besteuert wird der Einsatz, der abzüglich der Steuer selbst gezahlt wird (§§ 17, 18). Umgerechnet sind das rund 5,03 % des eingezahlten Betrags. Wer „5,3 % vom Einsatz“ schreibt, beschreibt etwas anderes, als das Gesetz bestimmt.

Steuerschuldner ist der Veranstalter, nicht der Wettende (§ 19). Ob und wie er die Steuer weitergibt, entscheidet jeder Anbieter für sich; sie lässt sich nur anhand der jeweiligen Bedingungen einem konkreten Anbieter zuordnen. Und sie gilt auch für unerlaubte Veranstalter: Gezahlte Steuer ist kein Lizenznachweis.

Spielerschutz: Regeln mit Nebenwirkungen

Eine Rundfahrt belastet das Konto anders als ein einzelnes Spiel am Samstag. Wer drei Wochen lang jeden Nachmittag eine Etappe schaut, gibt kleinere Beträge häufiger ab – und genau darauf sind die Schutzregeln zugeschnitten.

Anmeldung, Verifizierung und die 72 Stunden

Die Teilnahme ist ab 18 Jahren erlaubt (§ 4 Abs. 3). Erlaubt ist ein Konto pro Anbieter, und es muss vollständig verifiziert sein (§ 6a). Vor der Verifizierung darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden lang Spiel ermöglichen, mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen. Wer sich in der ersten Tour-Woche anmeldet und am zweiten Wochenende etwas auszahlen will, merkt spätestens dann, dass die Verifizierung nicht optional ist.

Was das kostet, ist Zeit: Die vollständige Prüfung ist die Bedingung dafür, dass die Auszahlung überhaupt anläuft. Wer sich für einen Anbieter entscheidet, sollte die Verifizierung vor dem ersten Einsatz abschließen.

Das Einzahlungslimit von 1.000 € – ein Budget für alle Anbieter zusammen

Standardmäßig liegt das Einzahlungslimit bei 1.000 € pro Kalendermonat, und zwar über alle Anbieter hinweg, nicht pro Anbieter (§ 6c Abs. 1). Durchgesetzt wird es über die LUGAS-Limitdatei.

Wer im Frühjahr die Klassiker bespielt, später eine WorldTour-Rundfahrt und im Sommer die Tour de France, hat dafür ein Monatsbudget für alle Angebote zusammen. Der Kalender macht daraus eine Zeitfrage: Die Frühjahrsklassiker liegen dicht beieinander. Zwei Einzahlungen in zwei aufeinanderfolgenden Monaten sind zwei Monatslimits; drei Rennen in vier Wochen sind ein Limit und eine Erinnerung daran, dass das Limit nicht pro Anbieter zählt und auch nicht pro Rennen. Und es gilt für Einzahlungen, nicht für Einsätze: Wer 500 € einzahlt und 300 € zurückholt, hat das Limit trotzdem mit 500 € belastet. Wer 300 € zurückholt und wieder einzahlt, belastet es erneut.

Ein Anbieter, dessen Erlaubnis es vorsieht, darf das Limit für einen einzelnen Spielenden erhöhen – bis 10.000 €, und für höchstens 1 % seiner aktiven Spielenden 10.000 bis 30.000 €. Voraussetzung ist ein nachweisbarer Beleg der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit; eine Selbstauskunft reicht nicht. Eine Absenkung wirkt sofort, eine Erhöhung erst nach 7 Tagen. Diese Wartezeit ist keine Formalie: Sie fängt den Entschluss vom schlechten Abend ab.

Sperre, Panikbutton und der Verbotskatalog

OASIS ist das bundesweite Sperrsystem, das bei Registrierung und Login abgefragt wird (§§ 8, 8a). Eine Selbstsperre dauert mindestens 3 Monate, wenn die Person einen Zeitraum nennt – sonst mindestens 1 Jahr. Der Panikbutton (§ 6i Abs. 3) löst sofort eine 24-stündige Blockade aus. Paralleles Spielen auf mehreren Konten ist nach § 6h verboten und wird über die Aktivitätsdatei überwacht.

Wer sich mitten in der Saison sperrt, sollte den Kalender im Kopf haben. Eine Sperre über drei Monate ist länger als die Tour.

Und wenn aus dem Spaß mehr geworden ist: Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung berät unter der kostenlosen Nummer 0800 137 27 00.

Ein Land und ein Geldkreislauf

Zahlungen sind nur über ein Zahlungskonto im eigenen Namen bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut erlaubt (§ 6b Abs. 4). Anonyme Zahlungsmittel sind nicht zugelassen – der Mechanismus, der Krypto und anonyme Prepaid-Karten aus dem lizenzierten deutschen Wettmarkt heraushält. Welche Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, ist seine eigene Sache und steht in seinen Bedingungen.

Spielerguthaben liegen auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto. Bei Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt (§§ 6b Abs. 6–7). Wer eine Saison mittendrin beenden will, verliert sein Guthaben also nicht.

Der Radsport-Kalender und was er beim Wetten verändert

Radrennen sind nicht eine Sportart mit einem Höhepunkt, sondern mehrere. Unter dem Begriff versammeln sich Straßenradsport, Bahnradsport, Mountainbikesport, Cyclocross und BMX-Rennsport, dazu Randsportarten wie Kunstradfahren, Radball und Radpolo. Die Zahl der Disziplinen ist größer als die Zahl der Wettarten, die daraus auf einen Wettschein passen.

Die Zahl der Rennen ist ebenfalls groß: Die UCI WorldTour umfasst 36 Rennen der aktuellen Serie. Sie wird seit 2011 vom Radsport-Weltverband UCI veranstaltet und gilt als Nachfolgeserie der gescheiterten UCI ProTour. Der WorldTour-Status ist für Wettende weniger ein Gütesiegel als eine Orientierung: Wo er steht, treten regelmäßig dieselben Rennställe an.

Die Klassiker: ein Tag, ein Ergebnis

Zu den Frühjahrsklassikern im Radsport zählen Lüttich–Bastogne–Lüttich (seit 1892), Paris–Roubaix (seit 1896) und Mailand–San Remo (seit 1907). Drei Eintagesrennen, alle über hundert Jahre alt, und für den Wettschein die freundlichste Kategorie: ein Tag, ein Ergebnis, kein dreiwöchiger Wartestand für den Einsatz.

Das erste Eintagesrennen der Geschichte liegt noch weiter zurück. Es fand am 8. Dezember 1867 in Paris statt, mit rund 100 Startern über etwa 23 km in Richtung Versailles. Zwischen diesen 23 Kilometern und der heutigen Mailand–San Remo liegt die gesamte Spanne dessen, was heute als Klassiker angeboten wird.

Die Tour de France: Teams, Etappen und der Preis der Verkleinerung

Die Tour wurde 1903 erstmals ausgetragen, der Start war am 1. Juli in Montgeron bei Paris. Seit 1992 ist die Amaury Sport Organisation (ASO) Veranstalter.

Für Wetten relevanter als das Gründungsjahr sind die Zahlen im Feld. Etwa 21 bis 22 Profimannschaften nehmen teil, darunter 18 UCI WorldTeams. Die Teams bestehen seit 2018 aus acht Fahrern, bis 2017 waren es neun. Meist stehen zwanzig Etappen nach dem Grand Départ auf dem Programm.

Diese 2018er Reform ist die interessanteste Zahl der ganzen Rundfahrt. Ein Team mit acht statt neun Fahrern bringt im Hochgebirge weniger Helfer an den Berg. Wer für seinen Kapitän gearbeitet hat, kann nicht gleichzeitig eine eigene Bergwertung fahren. Wer die Zahl der Mannschaften vor dem Départ liest, prüft damit, wie viele Mannschaften der Gesamtwertung ein Team tatsächlich halten kann.

Wertungen und die Trikot-Rekorde

Das Gelbe Trikot der Tour wurde 1919 von Desgrange eingeführt. Für die Bergwertung steht das gepunktete Trikot, für die Nachwuchswertung das weiße. Erik Zabel gewann das Grüne Trikot der Punktewertung sechsmal.

Rekordsieger mit je fünf Gesamtsiegen sind Jacques Anquetil, Eddy Merckx, Bernard Hinault, Miguel Indurain und Tadej Pogačar; Pogačar siegte 2020, 2021 und von 2024 bis 2026.

Wer Trikot-Märkte spielt, sollte den Unterschied kennen. Die Gesamtwertung ist ein Produkt aus drei Wochen; die Trikots sind Nebenprodukte, und ein Trikot zu verteidigen ist billiger, als ein Maillot Jaune zu erobern. Ein Bergtrikot-Markt verkauft deshalb mehr den Kampf um eine Nebenwertung als den Kampf um den Gesamtsieg.

Wann im Jahr welcher Markt läuft

Der Kalender ist die praktische Seite des Angebots. Die Klassiker im Frühling bringen viele Einzelevents in kurzer Zeit. Die Tour im Hochsommer bringt einen Markt, der drei Wochen lang läuft und dessen Quoten sich mit jedem Etappenergebnis verschieben. Ein Zwei-Weg-Markt auf den Gesamtsieg ist nach der ersten Bergankunft ein anderer Markt als davor. Wer über den Vergleich nachdenkt, sollte deshalb denselben Markt zum selben Zeitpunkt vergleichen. Eine Quotenübersicht vom Juni sagt nichts über die Quoten derselben Anbieter im Juli.

Bei den Klassikern ist es umgekehrt. Dort wird der Markt kurz vor dem Rennen geöffnet und kurz nach dem Zielstrich geschlossen – wer den Vergleich zu spät ansetzt, bekommt ihn nicht mehr.

Zehn lizenzierte Anbieter im Vergleich

Die folgende Gegenüberstellung beschreibt ausschließlich Anbieter, deren Sportwetten-Domain auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder steht. Es ist keine Rangfolge und keine Empfehlung. Ein Anbieter kann in dieser Liste fehlen und trotzdem eine Erlaubnis haben; maßgeblich ist immer der Blick in die Liste selbst.

Anbieter Whitelist-Status Inhaber der Erlaubnis Erlaubnis erteilt am
Sportwetten.de gelistet, Sportwetten NetX Betting Limited 19.11.2020
AdmiralBet gelistet, Sportwetten Greentube Betting Malta Limited 09.10.2020
ODDSET gelistet, Sportwetten Oddset Sportwetten GmbH 18.11.2020
bwin gelistet, Sportwetten bwin (Deutschland) Limited 09.10.2020
Betway gelistet, Sportwetten Betway Limited 09.03.2021
MERKUR BETS gelistet, Sportwetten Merkur Bets Malta Limited 06.11.2023
NEO.bet gelistet, Sportwetten Greenvest Betting Limited 09.10.2020
bet365 gelistet, Sportwetten Hillside (Europe) ENC 09.10.2020
Interwetten gelistet, Sportwetten Interwetten Gaming Limited 02.11.2020
Bet3000 gelistet, Sportwetten I.B.C. Sportsbetting Limited 22.04.2026

Die Spalte mit dem Erteilungsdatum ist die aussagekräftigste und die am leichtesten überinterpretierte. Sie sagt nichts über die Qualität eines Radsportangebots. Sie zeigt, wer den deutschen Markt schon länger bedient: Ein Anbieter mit Erlaubnis von 2020 hat mehrere Saisons mit Klassikern und Rundfahrten hinter sich, ein Anbieter mit Erlaubnis von 2026 noch keine. Bet3000 steht mit dem 22. April 2026 am jüngsten Punkt dieser Liste. Wer kurz vor dem Grand Départ einen Anbieter sucht, für den eine Tour Routine ist, sieht dort das jüngste Datum – kein Ausschlusskriterium, aber ein Hinweis.

Erneut, weil es die häufigste Fehlannahme zu dieser Tabelle ist: Die Whitelist führt keine Ablaufdaten. Ein Enddatum lässt sich aus ihr nicht herauslesen, und ein Anbieter, der mit einem solchen Datum wirbt, zitiert nicht die Behörde.

Sportwetten.de – wenn die Marke den Sport nennt

Inhaber der Erlaubnis für Sportwetten.de ist die NetX Betting Limited mit Sitz in Birkirkara auf Malta. Als Erteilungsdaten sind der 19. November 2020 und eine Folge-Erlaubnis vom 16. Dezember 2022 geführt.

Eine Marke, deren Name identisch mit dem Namen der ganzen Kategorie ist, ist ein Marketingfund. Sie verleitet dazu, das Angebot für den Maßstab zu halten, den der Name verspricht – nur ist „Sportwetten.de“ eine Marke, kein Gütesiegel. Wer sich vor dem Vergleich die Frage stellt, welcher Anbieter ihm zuerst einfällt, hat die Antwort schon bekommen, bevor er eines der Angebote gesehen hat. Das Erteilungsdatum von 2020 zeigt immerhin, dass die Marke zu den ersten gehörte, die überhaupt durften.

AdmiralBet – zwei Erlaubnissen unter demselben Dach

Greentube Betting Malta Limited ist als Betreiberin von AdmiralBet geführt, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 9. Oktober 2020 und Folge-Erlaubnissen vom 13. Dezember 2022 und 29. Juli 2024. Für virtuelle Automatenspiele auf slots.admiralbet.de besteht eine Erlaubnis seit dem 28. September 2022.

Diese zweite Erlaubnis ist der Punkt, an dem sich für Sportwetten-Interessierte eine Frage stellt, die selten gestellt wird. Der Betreiber ist derselbe, aber Automatenspiel und Sportwetten sind zwei Genehmigungen mit zwei Regelwerken. Wer auf der Sportseite wettet, sollte den Umstand, dass dieselbe Firma auch Spielhallenware anbietet, nicht als Beruhigung lesen – er sagt über das Wettprogramm nichts. Innerhalb der Sportwettenlinie ist AdmiralBet dagegen einer der Anbieter mit der längsten durchgehenden Erlaubniskette dieses Feldes.

ODDSET – stationär und online, eine Erlaubnis für beides

Das Regierungspräsidium Darmstadt erteilte der ODDSET Sportwetten GmbH mit Bescheid vom 15. Dezember 2022 die Erlaubnis für Sportwetten im Internet und im stationären Vertrieb. Aufsichtsbehörde ist die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder, Hansering 15, 06108 Halle (Saale).

Die Kombination aus Internet und Filiale ist in diesem Feld die Besonderheit. Wer ein Rennen am liebsten in einer Filiale abschließt und den Rest im Netz, findet diese Aufteilung bei den wenigsten Anbietern. Und wenn eine Wette am Schalter nicht so ausgezahlt wird, wie erwartet, ist die GGL die richtige Adresse – nicht das Regierungspräsidium, das die Erlaubnis erteilt hat. Diese Zuständigkeitsverteilung ist unspektakulär, aber sie entscheidet darüber, an wen sich jemand im Streitfall wendet.

bwin – früh dabei, mit kurzer Erlaubniskette

bwin (Deutschland) Limited mit Sitz in Gzira auf Malta ist der Inhaber. Als Erteilungsdaten stehen in der Liste der 9. Oktober 2020 und eine Folge-Erlaubnis vom 23. Dezember 2022.

Zwei Erlaubnisdaten, beide aus derselben frühen Phase des Marktes – das ist die gesamte Erlaubnisgeschichte, die die Liste hier zeigt. Wer bwin vor allem mit einer langen Marketinggeschichte verbindet, sollte den Unterschied zwischen einer Marke, die seit Jahren sichtbar ist, und einem Wettprogramm, das sich verändert, im Kopf behalten. Der Anbieter gehört zur Gründerkohorte und damit zu denjenigen, deren Erlaubnis nicht auf einem jüngeren Markteintritt beruht.

Betway – Cash-out mit Teilauszahlung

Betway Limited ist Inhaber der Erlaubnis für Betway, erteilt am 9. März 2021, mit einer Folge-Erlaubnis vom 23. Dezember 2022. Beim Betway-Cash-Out erscheint das grüne Symbol unter „Meine Wetten“; der Wert der Wette wird angezeigt, ausgezahlt werden kann der gesamte Betrag oder ein Teil. Betway bietet zudem einen Wettkonfigurator für Fußballspiele, der Konfigurator+ Auswahlen aus verschiedenen Partien kombiniert.

Der Cash-out mit Teilauszahlung ist für Radsport-Wettende der eigentlich interessante Punkt: Wer auf die Gesamtwertung gesetzt hat und nach der ersten Bergankunft aussteigen will, braucht genau diese Funktion. Der Konfigurator+ dagegen ist ein Fußball-Instrument und sagt über das Radsportprogramm nichts. Wer beides in einen Topf wirft, verwechselt ein Produkt für eine andere Sportart mit dem eigenen Anliegen. Betway ist in diesem Feld zudem der Anbieter mit der kürzesten Erlaubnisdauer unter den frühen und der einzigen dokumentierten Teil-Cash-out-Funktion.

MERKUR BETS – spät gestartet, nur eine Erlaubnisstufe

Die Merkur Bets Malta Limited, Betreiberin von MERKUR BETS, hat ihren Sitz in Level 3, St Julians Business Centre, Triq Elija Zammit, STJ 3155, St. Julian’s, Malta. Die GGL führt die Domain MERKUR BETS mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 6. November 2023.

Hier steht nur ein einziges Erlaubnisdatum und keine Folge-Erlaubnis. Der Anbieter ist damit deutlich später gestartet als die Gründerkohorte, was für Radsport-Anhänger eine konkrete Bedeutung hat: Die erste vollständige Tour-Saison steht noch aus. Wer bereit ist, dafür anderweitig zu wählen, sollte die Erlaubnislage in jedem Fall getrennt vom Wettprogramm prüfen.

NEO.bet – Gründerkohorte ohne eigene Profilierung

Greenvest Betting Limited ist als Betreiber von NEO.bet geführt, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 9. Oktober 2020 und einer Folge-Erlaubnis vom 22. Dezember 2022.

Zwei Daten, beide aus der Frühphase – NEO.bet teilt diese Struktur mit bet365, bwin und AdmiralBet, und das ist auch schon das, was diese Liste an Differenzierung hergibt. Wer bei einem dieser Anbieter auf Radrennen setzt, sollte deshalb die eigenen Bedingungen lesen und nicht die Zugehörigkeit zu einer Kohorte als Qualitätsmerkmal nehmen. Ein Erlaubnisdatum von 2020 sagt, wann jemand starten durfte, nicht wie gut er heute liefert.

bet365 – die Liste selbst als Beleg

Als Anbieter von bet365 führt die Whitelist der GGL die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex auf Malta; der Stand der Liste ist der 2. Oktober 2026. Die Erlaubnis ist mit dem 9. Oktober 2020 verzeichnet, die Folge-Erlaubnis mit dem 27. Dezember 2022.

Bei bet365 lohnt sich die Reihenfolge der Prüfung. Erst die Whitelist, dann das Angebot: Der Eintrag ist der Nachweis, dass überhaupt gesetzt werden darf; ob die Radsport-Märkte für eine Rundfahrt taugen, steht dort nicht. Genau diese Zweiteilung wird beim bekanntesten Namen am häufigsten übersprungen. Und wer wissen will, ob die Gesamtwertung, die Etappenmärkte und die Trikotwertungen im eigenen Umfang angeboten werden, muss den Wettschein selbst öffnen.

Interwetten – frühe Erlaubnis, eigene Prüfung bleibt nötig

Inhaber der Erlaubnis für Interwetten ist die Interwetten Gaming Limited mit Sitz in Tigne‘ Point, Sliema auf Malta. Die Erlaubnis ist mit dem 2. November 2020 verzeichnet, die Folge-Erlaubnis mit dem 27. Dezember 2022.

Interwetten gehört zur Gruppe der Anbieter, die im Herbst 2020 gestartet sind und seitdem durchgehend gelistet sind. Für Radsport-Anhänger ist das eine Stabilitätsaussage über den Marktzugang. Ob der Anbieter die Gesamtwertung und die Trikotwertungen mit eigenen Märkten führt oder sich auf Etappensieger beschränkt, lässt sich nur im eigenen Wettprogramm erkennen – und das ist die Information, die für die Entscheidung wirklich zählt.

Bet3000 – jüngste Erlaubnis, kürzeste Marktkenntnis

Die I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Lyons Range Court, Sliema auf Malta ist der Veranstalter der Sportwetten unter Bet3000. Die Erlaubnis ist dort mit dem 22. April 2026 verzeichnet.

Das jüngste Datum dieser Liste fällt in ein Jahr, in dem die Frühjahrsklassiker bereits gefahren waren. Für eine Vergleichsentscheidung heißt das weniger, als es klingt: Die Erlaubnis sagt nichts über die Qualität der Märkte. Sie sagt nur, dass dieser Anbieter die deutsche Zulassungshürde zuletzt genommen hat und damit die wenigsten abgeschlossenen Radsport-Saisons im deutschen Markt hinter sich hat. Wer zum ersten Mal auf eine Rundfahrt wetten will, sollte die eigenen Bedingungen umso genauer lesen.

Wie man aus zwei Quoten eine Entscheidung macht

Der schlechteste Rat an einen Radsport-Wettenden lautet, nur die Quote zu vergleichen. Die Quote ist eine Zahl mit unsichtbarem Aufschlag, und die Höhe des Aufschlags verrät sie nicht.

Was sich lohnt: die Quote und die Bedingungen, die an ein Angebot geknüpft sind, zusammen zu prüfen. Die Whitelist regelt die Erlaubnis. Sie regelt keine Marge, keine Mindestquote, keine Umsatzbedingung. Und das GlüStV enthält keine Vorschrift, die Sportwetten-Boni festsetzt oder begrenzt – Höhe, Umsatzbedingungen und Mindestquote ergeben sich ausschließlich aus den Bedingungen des jeweiligen Anbieters.

Auf dem Wettschein lohnt der Blick auf zwei Angaben: die Mindestquote, ab der ein Einsatz für eine Umsatzbedingung überhaupt zählt, und das Enddatum, bis zu dem umgesetzt sein muss. Ein Bonus mit Umsatzbedingung verfällt, wenn die gewählte Quote unter der Mindestquote liegt. Bei einem Dreiwochenrennen wird dieser Punkt schnell praktisch, weil die Einsätze über viele Tage verteilt werden und ein einzelner niedrig bepreister Außenseiter-Markt die Erfüllung blockieren kann.

Und wer live setzen will, sollte die Grenze kennen, bevor er ein Angebot bewertet. In Deutschland sind nur das Endergebnis und seltene Ereignisse zulässig. Ein Anbieter, der ein Livewetten-Programm mit Sekundenaktualisierung zeigt, tut das nicht unter deutscher Erlaubnis. Wer zusätzlich ein Konto ohne Identitätsprüfung sucht, wird bei keinem lizenzierten Anbieter fündig. Die vollständige Verifizierung ist die Bedingung.

Häufige Fragen zu Radsport-Wetten

Wie wettet man auf Radsport, und bei welchen Anbietern ist das in Deutschland erlaubt?

Grundsätzlich als Festquotenwette auf den Ausgang eines Rennens oder eines Abschnitts, als Einzel- oder Kombiwette, in den freigegebenen Wettarten. Erlaubt ist das nur bei Anbietern mit gültiger deutscher Erlaubnis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder; die Whitelist nennt sie.

Welche Wettarten gibt es bei der Tour de France, etwa Etappensieger, Gesamtsieger oder Trikotwertungen?

Möglich sind Wetten auf den Etappensieger, auf den Gesamtsieger und auf weitere Ausgänge des Rennens. Aus dem Radsport kommen die Wertungen hinzu: das Gelbe Trikot der Gesamtwertung, das Grüne der Punktewertung, das Gepunktete der Bergwertung und das Weiße der Nachwuchswertung.

Welche Livewetten sind bei einem laufenden Radrennen in Deutschland zulässig, und wie funktioniert Cash-out?

Erlaubt sind während eines laufenden Rennens nur Wetten auf das Endergebnis und auf seltene Ereignisse. Cash-out ist kein gesetzliches Recht, sondern ein Merkmal des Anbieters: Bei Betway erscheint das grüne Symbol unter „Meine Wetten“, und der Wert kann ganz oder teilweise ausgezahlt werden.

Wie berechnet sich die Auszahlung bei einer Gesamtsieg-Wette mit der Quote 8,00 und 5 € Einsatz?

Aus 5 € Einsatz und der Quote 8,00 folgen 40 € mögliche Auszahlung und 35 € Nettogewinn. Die Marge des Anbieters steckt bereits in der Quote. Das ist eine statistische Erwartung und keine Zusage; ob die Wette gewinnt, entscheidet das Rennen. Die Steuer schuldet der Veranstalter.

Was zeigt die GGL-Whitelist, und warum sind OASIS und das Einzahlungslimit von 1.000 € im Monat für Radsport-Wetten relevant?

Die Whitelist ist der einzige Nachweis einer deutschen Erlaubnis. OASIS ist das bundesweite Sperrsystem, das bei Registrierung und Login abgefragt wird. Das Standard-Einzahlungslimit von 1.000 € gilt pro Kalendermonat über alle Anbieter zusammen – bei einer dreiwöchigen Rundfahrt also für jeden Einsatz, der es belastet.

Wie wirkt sich die Sportwettensteuer von 5,3 % auf Quoten bei Radsport aus?

Besteuert wird der Einsatz abzüglich der Steuer selbst, was rund 5,03 % des eingezahlten Betrags entspricht. Schuldner ist der Veranstalter, nicht der Wettende. Ob und wie ein Anbieter die Steuer in seine Quoten einrechnet, entscheidet er selbst – und keine Quote weist diesen Anteil gesondert aus.

Inhalt erstellt vom Team «NHL-Wetten»